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    Ort
    Hilden, NRW
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    Dem Ethikwächter

    Er eifert und geifert,
    er rüttelt und schüttelt,
    besprüht voller Eifer
    mit gelbgrünem Geifer
    die kritischen Geister,
    bekleckert mit Kleister
    und Wortegepinsel
    aus kläglichen Worten
    und argem Gewinsel
    um Ethik zu wahren,
    beklagt das Gebaren
    verletzter Gemüter
    und spielt sich zum Hüter
    des Wahren und Schönen
    herauf. Wie wollen ihn krönen,
    den Herrscher der Metrik,
    den Meister der Lyrik,
    den Schöpfer von Klängen
    in kontrapunktisch belebten Gesängen!


    Seit wann, sag an, und beichte dem Forum:
    bist du , ich glaub es kaum, factōrum suōrum?
    Na gut, ich habe frech gelogen,
    die Wahrheit krumm und schief gebogen.
    Doch wie soll man den selbsternannten
    Wächtern der Ethik ihr Lästermaul verstopfen,
    die nie den eignen Murks erkannten,
    bei denen wirklich Malz und Hopfen
    und Mahnungen verloren sind,
    die stur und bockig in den Wind
    auch Gutgemeintes schlagen
    und an allen gottgeschenkten Tagen
    mit der Garotte würgend alle Musen
    murksend zu vernichten trachten?
    Beschlage die Hufe des fliegenden Rosses,
    erobre die Sphären und singe dein Liedchen;
    und reichlich belohnt dich Erato mit Küssen
    und bald schon, so glaub mir, verklinget das Krächzen
    der Raben in nebelgeschwängerten Schluchten.
    Geändert von Festival (23.02.2019 um 08:38 Uhr)

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