Zungenziele

Die Zunge, flink in ihrem Spiel,
erahnt sich schon das kommend Ziel.
Voll Süße lockt des Weibes Gabe.
Und weil ich mich so gern dran Labe,
bin ich auch schon richtig scharf,
darauf, das ich mal schlecken darf,
an dem was sie entgegen streckt.
Ich weiß, dass es bei ihr gut schmeckt,
denn sie ist meisterlich geübt.
Ich lass mich drum ganz unbetrübt,
vom ihrem Angebot verführen.
Standhaft wart ich, um zu spüren,
wie erst die Hände gierig greifen
um mit den Lippen bald zu streifen,
was die Zunge gleich drauf streichelt.
Wie es mir schon im Maule speichelt,
wenn solch Wonne sich mir schenkt.
Lüstern meine Zunge schwenkt
im Angesicht der kommend Freude,
für die ich gern viel Zeit vergeude.
Bald kreist die Zunge wie von Sinnen,
um Vergnügen zu gewinnen,
an der dargereichten Pracht.
Oh wie meine Seele lacht,
wenn sie sich vorne über beugt
und ihr Lächeln mir bezeugt,
dass meine Stunde nun gekommen.
Das Geld hat sie schon lang genommen,
als Obolus für die Gefälligkeit.
Ich spreize meine Lippen weit,
um möglichst alles zu umsäumen.
Das Blut, es wallt, beginnt zu schäumen.
Gierig schnellt die Zunge vor,
im Geiste singt ein Engelschor,
so herrlich ist mir der Genuss.
Total ergeben, dem Erguss,
fühl ich Paradieseshauch.
Und ich weiß auf einmal auch,
Lust ist cremig süße Masse
und Eisverkäuferinnen klasse!

2019