Thema: ...

  1. #1
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    ...

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    Zart ist der Flügelschlag, der die Zweige bewegt, deine Welt, ein
    Lichtstrahl bricht heimwärts auf und mein Auge an dir.







    .
    Ich danke Okotadia für die Inspiration

  2. #2
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    Liebe Albaa,

    die Idee zu diesem Distichon finde ich schön. Zwei Dinge stören mich hier allerdings. Einmal die Trennung des Artikels vom Wort durch den Zeilensprung. Grundsätzlich habe ich nichts gegen die Abtrennung einer Silbe am Versende. Mit einer Konjunktion ginge das vielleicht. Aber hier zerschneidest Du mir die Sinneinheit zu gewaltsam. Der zweite Kritikpunkt ist der schwerfällige erste Halbvers im Penta. Sollen das Spondeen sein und "bricht heimwärts" geschleift? Ne, das gefällt mir nicht. Muss mal grübeln, ob mir was Besseres dazu einfällt.

    LG Claudi
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  3. #3
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    o liebe claudi! ich hab hier meine ganzen emotionen hineingelegt, bitte lass mir den schwerfälligen aufbruch des lichts im penta (ja soll ein geschleifter spondeus sein: " bricht heimwärts auf" XxX//X); über den einsamen artikel im hexa lässt sich diskutieren, aber zahlt sich das aus?

    ich freu mich, wenn dir was einfällt.

    liebe grüße
    albaa
    Geändert von albaa (02.03.2019 um 11:39 Uhr)

  4. #4
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    lieber ferdi,

    danke dir, das klingt schön : also " was dir welt ist" und auch "zur heimat hin", wobei ersteres sperriger und letzteres wenig sperrig klingt als meines.Ich muss einmal nachlesen, was ein iambelegus ist und melde mich dann wieder. aber ich freu mich, dass für dich zu erkennen war, was mich umtreibt.

    lg
    albaa

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------Doppelpost zusammengeführt

    hallo ferdi und claudi, warum kein geschleifter spondeus im penta? ich wollte hier "brechen/aufbrechen" gewicht verleihen, aber halt so albatrossmäßig, schwer und doch flugfähig

    lieben gruß
    albaa

    edit: mittlerweile, nachdem ich einiges probiert und wieder verworfen habe, finde ich auch das "ein" im v1 nicht so verkehrt, gerade was du, ferdi, über voß in manehans faden geschrieben hast, nämlich, dass er eine sprechpausen nach dem vers forderte, auch wenn sich eine solche durch das weiterlaufen des satzes nicht gerade zwingend ergibt; genau das passt hier, das li ringt nach worten: was kann mich trösten?: "ein ... // lichstrahl" und dann wieder der rückschritt zum zweifel: "... bricht ..."
    Geändert von Thrillermietze (04.04.2019 um 16:13 Uhr)

  5. #5
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    Danke Ferdi, für deine Erklärung und die interessanten Beispiele, ich hatte das hier gelesen:


    Täglich Gestöber und Sturm und wiederum Sturm und Gestöber!
    Ewig bewölkt, bleischwer lastet der Himmel herab;


    (Emanuel Geibels Charmion)

    Da ist auch der Verseinschnitt "überschrieben", was ich sich auch bei Hölderlin und Schiller findet, so auf die Schnelle aus der "Nänie":

    Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.

    Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.



    Lg
    albaa

  6. #6
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    ich glaube, die Diskussion dreht sich viel zu sehr um Versfüße un Ähnliches. Voss und Platen mögen in Frieden ruhen. Die hohe poetische Qualität dieses Distichons besteht nicht zuletzt darin, dass Sinn- und Versgrenzen nicht ineinanderfallen. Der Zeilenspung zwischen dem "ein" und dem "Lichtstrahl" sorgt für Unruhe und Bewegtheit auch das irgendwie merkwürdig platzierte "auf". Daas der Leser das Ganze vielleicht zwei- bis dreimal lesen muss, bevor er alles versteht, halte ich gleichfalls für ein lyrisches Qualitätsmerkmal.

  7. #7
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    Hallo Onegin,

    Danke für dein positives Feedback. Ich diskutiere gerne über die Form, vor allem anhand von Beispielen, wie das Ferdi oft macht, kann man viel über die (Möglichkeiten der) Form lernen. Um Leser zu erreichen, braucht es sicher mehr als formale Perfektion; Lyrik ist nun einmal kein "Malen nach Zahlen".

    Lieben Gruß
    albaa

  8. #8
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    Hallo Albaa,


    der gute Platen stellte seinen Gedichten jeweils das komplizierte Versschema voran. Aber schon bald nach seinem Tode machte sich niemand mehr die Mühe, das überhaupt zu überprüfen, hat irgendjemand mal gesagt, Ich glaube, es war Heine oder Th. Mann.

    Gruß Onegin

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