Thema: Gelbwesten

  1. #1
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    Gelbwesten

    Leise dringt in mein Gemüt,
    der Protest von bunten Massen.
    Singend froh ihr Aufstehlied,
    von der Knechtung aller Rassen.

    Wo ist jetzt die Sympathie?
    Bei den Armen oder Reichen
    oder sogar Euphorie
    um da etwas auszugleichen?

    Ist es möglich oder nicht?
    Dazu frag ich mein Gewissen.
    Was ist denn des Menschen Pflicht,
    die wir stets bedenken müssen.
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  2. #2
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    Ein politisch und sozial relevantes Gedicht, wie schön!

    Die Gelbwesten in Frankreich haben ein Problem mit der Politik Macrons.
    Macron wiederrum ist selbst eine Marionette, die Politik für die Reichen macht, die die Geopolitik Amerikas unterstützen.
    Diese beinhaltet Zentraleuropa zum kulturellen Eintopf zu machen. Was dabei jedoch auf lange Sicht geschieht, ist wohl eher eine Islamisierung.

    Mit diesem weltgeschichtlichen Hintergrund lese ich dein Gedicht und vor diesem Hintergrund habe ich auch inhaltliche Fragen.

    Deine erste Strophe beinhaltet den Protest von "bunten Massen" und der "Knechtung aller Rassen". Der Sinnzusammenhang, wie ich ihn lese, wäre entsprechend, dass die bunten Massen froh über die Knechtung aller Rassen singen. Meine inhaltliche Frage ist entsprechend, wie das gemeint ist.

    Die Knechtung aller Rassen durch die Superreichen? Oder die Knechtung aller anderen Religionen, durch Muslime? Beides ergäbe in diesem Kontext Sinn für mich.

    Die zweite Strophe spricht von einem Ausgleich. Und wieder stellt sich die Frage, ob es sich um den Ausgleich auf finanzieller oder auf kultureller Ebene bezieht. Wurden die islamischen Völker einst von den Christen gut ausgebeutet, so wurden die Armen seit jeher von den Reichen ausgebeutet. Diese Strophe legt jedoch die Interpretation auf finanzieller Ebene näher.

    Die letzte Strophe fragt dann danach, inwiefern es möglich sei. Wobei ich davon ausgehe, dass sich das auf den finanziellen Ausgleich zwischen Arm und Reich bezieht und wirft noch eine zweite, sehr philosophische Frage auf, die die erste fast schon komplett relativiert. Hier fragt das Gedicht nämlich nach der Pflicht des Menschen.

    An dieser Stelle möchte ich den einfachen Kommentar verlassen und eine Antwort wagen. Meiner Meinung nach ist die Pflicht des Menschen wahrzunehmen und nach Gerechtigkeit zu streben. Das Gewissen sollte dazu befragt werden und weitestgehend Erwartungsunabhängig Aktion in Richtung Gerechtigkeit unternommen werden.

    In der Bibel ist die Rede vom Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste. Während der Vater der Schaffer/Schöpfer ist, ist der Sohn der Verwalter und der heilige Geist ist der ewige Beobachter und Richter. Diese gilt es meiner Meinung nach im Einklang zu verkörpern, dann wird man seiner menschlichen Rolle gerecht.

    Das bedeutet also sich den Ist-Zustand der Schöpfung betrachten (heiliger Geist) und ihn einerseits zu verwalten (nicht alles kaputtmachen, was erreicht wurde) und andererseits Neues zu schaffen/verändern wo der heilige Geist der Meinung ist, dass Anlass zur Veränderung besteht. Ich persönlich interpretiere den heiligen Geist immer als die Seele.

    Ein sehr anregendes Gedicht, so anregend, dass ich zu Formalien überhaupt nichts sagen möchte.

    Beste Grüße

    TieferGrund

  3. #3
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    Lb. TieferGrund,

    Deine erste Strophe beinhaltet den Protest von "bunten Massen" und der "Knechtung aller Rassen". Der Sinnzusammenhang, wie ich ihn lese, wäre entsprechend, dass die bunten Massen froh über die Knechtung aller Rassen singen. Meine inhaltliche Frage ist entsprechend, wie das gemeint ist.
    Nein so war es nicht gemeint. Mit „froh“ wollte ich Zuversicht für ihr Anliegen ausdrücken, was mir hier mißlungen ist. Hier ändere ich in „gegen Knechtung aller Rassen“
    Dazu denke ich, es geht um die soziale Ungleichheit und Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung, so wie die ungleichen Chancen.
    Die zweite Strophe spricht von einem Ausgleich. Und wieder stellt sich die Frage, ob es sich um den Ausgleich auf finanzieller oder auf kultureller Ebene bezieht. Wurden die islamischen Völker einst von den Christen gut ausgebeutet, so wurden die Armen seit jeher von den Reichen ausgebeutet. Diese Strophe legt jedoch die Interpretation auf finanzieller Ebene näher.
    Ein Ausgleich sollte sowohl finanziell (höhere Steuern auf leistungsloses Einkommen, Einkommensbegrenzungen, Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer usw.) als auch bei der Chancengleichheit (kostenlose Ausbildung, neutrale Wissensvermittlung) erfolgen.
    Die letzte Strophe fragt dann danach, inwiefern es möglich sei. Wobei ich davon ausgehe, dass sich das auf den finanziellen Ausgleich zwischen Arm und Reich bezieht und wirft noch eine zweite, sehr philosophische Frage auf, die die erste fast schon komplett relativiert. Hier fragt das Gedicht, nämlich nach der Pflicht des Menschen.
    Hier stimme ich Deiner Analyse zu, wobei ich denke, dass der Reichtum in der Welt, in für die Menschheit schädlicher Weise verteilt ist. Die Macht ist beim internationalen Finanzkartell, das nicht nur Schäden für die Mehrheiten verursacht, sondern auch eine große Gefahr für die Versorgung und die Freiheit der meisten Menschen ist.
    Danke für Deine interessanten Fragen.

    LG Hans
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  4. #4
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    Nein, ich danke dir für deine aufschlussreichen Antworten!

    LG Merlin

  5. #5
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    Merlin? Schon wieder ein Untoter als Wiedergänger? Bald werden wir eine Neuauflage der Plonkakriege erleben, wenn noch ein paar Leichen mehr ausgegraben werden!
    KP

  6. #6
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    Lb kaspar,

    die Kriege gibt es längst schon. Bei meinem Gedicht geht es nur um Aufklärung und Stellungnahme.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  7. #7
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    Hallo Hans

    Leise dringt in mein Gemüt,
    der Protest
    von bunten Massen.
    Singend froh ihr Aufstehlied,
    von der Knechtung aller Rassen.
    Leise dringt in mein Gemüt
    dieser Widerstand der Massen.
    Singen bunt ihr Kampfeslied,
    von der Knechtung aller Rassen.

    Wo ist jetzt die Sympathie?
    Bei den Armen oder Reichen
    oder sogar Euphorie
    um da etwas auszugleichen?
    Wo liegt da die Sympathie (gedanklich "verteilt")

    oder doch nur Euphorie,
    um den Wohlstand auszugleichen?


    Ist es möglich oder nicht?
    Dazu frag ich mein Gewissen.
    Was ist denn des Menschen Pflicht,
    die wir stets bedenken müssen.

    Ich denke, da es hier um die Gesamtheit der Menschen geht, muss es der und Menschheit heißen. Es wird sozusagen an das kollektive Gewissen appeliert. Zwar befragt das Ly-I sich selbst...sucht aber trotz der Verschiedenheit aller Menschen nach einem gemeisamen Nenner. "Des oder der Menschen" bezieht sich auf Gegenwart und Zukunft...bzw auf eine Epoche...während Menschheit die komplette Vergangenheit mit einschließt - von der sich die Pflicht mit ableitet.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  8. #8
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    Lb. A.D.,

    habe mich über Deine Verbesserungen gefreut. Danke! Die Verbesserungen habe ich unter der Urfassung eingestellt.

    LG Hans
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