Thema: Kadenz

  1. #1
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    Kadenz

    Da ich mich gerade an meinem ersten Sonett versuche, stehe ich auch schon vor der ersten Herausforderung: Kadenz.
    Ich weiß das einsilbig männlich, zweisilbig weiblich und mehrsilbig reich ist.
    Und jetzt meine Frage, ich möchte das Wort "erwachen" verwenden bin mir jetzt allerdings nicht sicher ob dieses nun eine wei liche oder reiche kadenz hat.
    Woran kann ich das genau erkennen?

  2. #2
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    Grüß dich Elli1188

    https://www.gedichte.com/showthread.php/156958-Kadenzen

    guck mal da nach, da ist einiges zu Kadenzen gesagt. Erwachen hat eine weiche / weibliche / klingende Endung, es endet auf unbetonter Silbe.
    Geändert von MimusPolyglotos (07.03.2019 um 16:37 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Elli1188

    erst habe ich eine Frage an dich, dann möchte dir einen unkonventionellen Vorschlag machen.

    Die Frage: Warum willst Du das wissen..bzw. warum glaubst Du das wäre wichtig?

    Mein Vorschlag: schreibe zunächst mal rein nach deinem (Sprach)Gefühl ein Sonett...von dem Du glaubst es ist "rund"...dann stelle es hier ein. Du lernst auch nicht das Zeichnen durch Malen nach Zahlen - Im Gegenteil...auf diese Art und Weise wird dir jede Kreativität...sofern vorhanden...aberzogen. Bekommst Du das Sonett einigermaßen hin...dann hast Du ein gewisses Talent.
    Bekommst Du es nicht hin...dann ist das auch nicht schlimm...dann musst Du dir gute Texte eben hart erarbeiten. Probiere es aber erst mal frei Hand.

    Zu deiner Frage: "erwachen"...männlich...weiblich...das sind nur Begriffe...könnte ebenso rot und blau heißen. Vertraue deinem Instinkt...der dir sagt: zu erwachen passt verlachen, aber nicht Apachen . Dazu benötige ich doch keinen Leitfaden...oder? Die Namensgebung ersetzt nicht die Wortfindung. Kadenzen + Co sind Mittel der Kontrolle und Revision...zudem urdeutsche - es gibt auch andere.

    +++ich möchte noch anfügen:

    Es gibt Leute...auch hier...die schreiben tausend Sonette im Jahr...Versmaß, Rhythmus, Metrik...alles passt - und dennoch wird dir nicht ein einziges dieser Gedichte auch nur für zehn Minuten in Erinnerung bleiben. Warum ist das so? Das sind Mathematiker...keine Lyriker. Sie schreiben Texte nach Formeln. Lyrik ist aber so viel mehr als das. Das merkst Du schon anhand der ersten Zeilen...wenn jemand direkt von der 11.Klasse, unmittelbar nachdem er Hölderlin interpretieren musste...zu gedichte.com wechselt. Das verbocken die Lehrer...nicht in böser Absicht...aber aus Unwissenheit heraus.

    Für Künstler...egal welcher Sparte...ist der Wiedererkennungswert ein wichtiger Faktor - eine Handschrift hast Du nur dann...wenn Du dich in irgend einer Form von der Masse abhebst. Das erreichst Du nicht durch Malen nach Zahlen. Das, das DICH ausmacht...bzw deine Werke, versuchen dann andere in eine Schablone zu bringen und nennen diese dann deine Technik. Ein Goethe beugte sich nicht über ein leeres Blatt und überlegte in welchem Rhythmus er die Silben betont. Das machten dann die anderen, die herausfinden wollten warum das so angenehm und rund ankam, warum es berührte.

    Nur als InstinktschreiberIN hast Du die Chance dich wirklich zu entwickeln. Alle andere schreiben irgendwann technisch perfekt....aber weiterhin blutleer. Als positives Beispiel möchte ich mal lilisarah nennen...die hier in windeseile alle überflügelte...die sich seit 10 Jahren und länger an Kadenzen abarbeiten. Gefühl ist durch nichts zu ersetzen - wenn es sich mit der Technik paart...umso besser, Aber damit sich das Gefühl überhaupt erst entfalten kann muss ich die Technik erst mal hinten anstellen.

    *** ich habe heute in einem anderen Forum ein sehr schönes Gedicht einer jungen...und wie ich meine talentierten Dame gelesen - und war mehr oder weniger entsetzt was die Kommentare angeht. Vor allem zwei ältere Herren, von denen einer sich auch hier tummelt, erzählten Blödsinn...wollten dem Mädchen einreden das Gedicht wäre nichts. Und das sind genau solche Typen...die vielleicht alles über Kadenzen wissen...aber null Gefühl haben - und deshalb ein gefühlvolles Gedicht auch nicht erkennen...geschweige schreiben können. Aber gerade wenn jemand neu ist...dann glaubt er vielleicht diesen Mist.


    Ich glaube an dich - und nun mache etwas daraus

    Damit Du einen Anfang findest...zitiere ich dich:

    Das Leben passiert in jeder Sekunde
    Und nicht eine kommt zurück
    Doch ein Leben voller Glück
    Beginnt meist schon in frühster Stunde
    Ansonsten führt man bis ans Ende
    Unendlich viele Kämpfe
    Geändert von AndereDimension (07.03.2019 um 18:06 Uhr)
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #4
    Registriert seit
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    Hallo Elli1188,

    schreib und stell ein. Du wirst an den Rückmeldungen erfahren, ob und wie weit dein Gedicht gelungen ist. Möglicherweise hast du Goethes Genius, da kann ich dann nur neidisch gratulieren. Allerdings schadet es dir auch nicht, wenn du dich über das, was dich umtreibt, informierst.

    Weil ich es in deine Hände lag
    Tatsächlich, finde ich das es schöner klingt und aussieht als
    Weil ich es in deine Hände legte
    Da fehlt es mir dann doch schlichtweg auch an theoretischem Wissen.
    Das obige hast du selbst bei der Frage nach der korrekten Flexion "legte/ lag" geschrieben. Das ist ein gutes Beispiel, deinem Gefühl nicht zu trauen. In einer anderen Welt, in der die korrekte Flexion "lag" ist, würde man dir "legte" ankreiden.

    Aber wir leben in der Welt hier. Also lies ruhig die Regeln und wenn du damit vertraut bist, kannst du experimentieren.

    Du kannst auch gern sagen, Flaschenzüge interessieren mich nicht. ICh kenn die nicht, die Prinzipien will ich nicht wissen. Ich hebe von Hand mit Gefühl Das klappt schon auch, kommt halt immer darauf an, was wie gestemmt werden soll/will.


    lG


    mp
    Geändert von MimusPolyglotos (07.03.2019 um 19:38 Uhr)

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