1. #1
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    Entlohnng eines Taugenichts

    Ist ohne ein besonderes Talent geboren,
    das er zu Markte tragen kann,
    seinen Unterhalt sich zu besorgen,
    ein Taugenichts nicht doch arm dran?

    Sollen wir ihn betteln lassen,
    so dass er davon leben kann?
    Oder soll er stehlen, wir ihn fassen,
    ins Gefängnis sperren dann und wann?

    Doch hat nicht jeder klein´ Begabung in sich wohnen,
    die er irgendwann für sich entdeckt?
    Diese wir dann deutlich über Wert entlohnen,
    dass ihm ehrlich´ Arbeit doch noch schmeckt?

    (Die Theorie der negativen Einkommenssteuer des Nobelpreisträgers Milton Friedmann in Gedichtform gebracht)
    Geändert von Deliberately (15.03.2019 um 10:12 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Deliberately,
    finde den Grundgedanken sehr gut.
    Ist auch kurz, präzise und flüssig zu lesen.
    Die Theorie von Milton Friedmann kenne ich aber nicht.
    Kannst du sie vielleicht mal kurz erläutern?

    LG Themis

  3. #3
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    Hallo Themis, Göttin der Gerechtigkeit,

    die Theorie von Milten Friedmann über die Negativsteuern behandelt die Frage, wie gehen wir mit den
    Leistungsschwächeren um. Die Theorie besagt, dass man auf der Einkommensskale einen Punkt X festlegt,
    oberhalb dessen Einkommensteuern gezahlt werden müssen - und zwar progressiv. Je höher das Einkommen,
    desto höher der Steuersatz. Unterhalb dieses Punktes X bekommt man Gutschriften (die Steuern werden negativ).
    Je weniger man verdient, desto höher die Gutschriften. Diese Gutschriften müssen aber so gestaffelt sein, dass
    die Summe aus eigenem Einkommen und Gutschriften bei fallendem Einkommen immer sinkt, so dass fortlaufend
    ein Anreiz besteht, sich um einen besseren Job zu bemühen. Andererseits müssen aber die Gutschriften so gewählt
    sein, dass auch der mit dem geringsten Einkommen mit der Summe aus Einkommen und Gutschriften leben kann.
    Ein solches System wäre wesentlich weniger anfällig gegen Missbrauch wie das unserige, und es wäre gewährleistet,
    dass auch die Leistungsschwächsten einen Arbeitsplatz fänden.

    LG Deliberately

  4. #4
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    Hallo Deliberately

    wer leistet dieses Gutschrift? Das Finanzamt? Und wie und wann wird sie verrechnet?

    Übrigens haben wir das in ähnlicher Weise schon...nennt sich halt Aufstockung usw...

    Entscheidend ist wer diese "Last" trägt. Gutschrift kann in einem solchen Zusammenhang nicht der richtige Bergriff sein. Auch bleibt die Frage der Lohnnebenkosten unbeantwort. Welcher Betrag ist maßgebend für Renten -und Sozialversicherung? Vielleicht hat ja der Herr Friedmann dafür Antworten....bzw er muss sie haben...sonst wäre das nicht mehr als eine Spinnerei. Als Arbeitgeber würde ich dem Arbeitnehmer auf Level X entlohnen...auch wenn ich bereit wäre mehr zu bezahlen. Ich würde ihm sagen, dass er die Differenz als Gutschrift von anderer Seite bekommt...ich mir aber für die Differenz den Arbeitgeberanteil sparen kann, von dem ich wiederum einen Teil an den Arbeitnehmer als Prämie ausschütte. Der Staat schafft den Anreiz der Gutschrift, ich den der Prämie. Aber der Profiteur bin alleine ich.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Hallo AndereDimension,

    es ist sehr schwer darauf zu antworten. 1. Ich Kenne die Theorie von Milton Friedmann nicht genau genug.
    2. Ich verstehe deine Ausführungen teilweise nicht. 3. Das Thema ist so komplex, dass es hier nicht unbedingt
    der richtige Ort ist. Ich wil eine Stellungnahme aber dennoch versuchen.

    Die Gutschrift müsste vom Finanzamt kommen.
    Die Aufstockerlöhne, die wir haben, sind allenfalls ein erster Schritt. Dieser Schritt wird aber extrem konterkariert
    durch das Arbeitslohsengeld II, dass wir denen zahlen, die keine Arbeit haben. Und durch den Mindestlohn
    verhindern wir das Entstehen von Arbeitsplätzen mit sehr geringer Produktivität, wo also die Arbeitsleistung sehr
    gering ist und vom Arbeitgeber auch nur entsprechend entlohnt werden muss.
    Das Problem mit den Sozialversicherungen kann ich nicht mit Milton Friedmann beantworten, sondern nur sagen,
    welche Lösung ich für vernünftig halte. Nach meiner Meinung müssten die Sozialbeiträge alle abgeschafft werden,
    und die entsprechenden Leistungen aus Steuermitteln finanziert werden. So wie das in Dänemark der Fall ist.
    Die sozialen Leistungen müssten allen offenstehen, und alle müssten mit ihren Steuern ohne
    Beitragsbemessungsgrenze an der Finanzierung beteiligt sein. Als Rente gibt es eine Einheitsrente auf niedrigem
    Niveau. (Die Umstellung auf dieses Prinzip kann natürlich nur langsam und langfristig erfolgen).
    Der Spitzensteuersatz kann dabei durchaus 80% betragen. Damit ein so hoher Satz der Wirtschaft und den
    Investitionen nicht weh tut, muss diese zu einem viel höheren Teil als bisher von den normalen Bürgern
    finanziert werden. Der normale Bürger muss sich in einem viel stärkeren Ausmaß als bisher an der Wirtschaft
    beteiligen. Anstatt dass der Staat, wie bisher durch allerlei falsche Rahmenbedingungen diese Beteiligung der
    Bürger behindert, müsste er sie fördern. Dass ist die grundlegende Bedingung dafür, dass wirkliche
    Steuerprogression möglich ist. Anstatt nur den Fokus auf die Unterstützung der Armen zu legen, sollten wir
    ganz allgemein den Fokus auf die zunehmende Ungleichheit richten, damit wir weniger Arme bekommen.
    Vereinfachend und schlagwortartig könnte man sagen: Weniger Sozialstaat, dafür mehr soziale Gleichheit
    durch mehr Beteiligung der Bürger an der Wirtschft. Doch leider hat diese Politik keine Parteigänger.
    Die Konservativen und eher Reicheren wollen diese Politik nicht, weil sie eben das Besthende bewahren wollen,
    mit dem sie ja sehr gut fahren, und die Progressiven, eher Ärmeren, wollen eine solche Politik nicht, weil sie
    darin den kompletten Sieg des Kapitalismus sehen, den sie im Herzen eher ablehnen.
    So wird sich an der generellen Tendenz der zunehmenden sozialen Ungleichheit wohl nichts ändern.
    Oder?

    Deliberately
    Geändert von Deliberately (16.03.2019 um 12:36 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Deliberately

    das stimmt, ist ein komplexes Thema.....

    Damit ein so hoher Satz der Wirtschaft und den
    Investitionen nicht weh tut, muss diese zu einem viel höheren Teil als bisher von den normalen Bürgern
    finanziert werden. Der normale Bürger muss sich in einem viel stärkeren Ausmaß als bisher an der Wirtschaft
    beteiligen. Anstatt dass der Staat, wie bisher durch allerlei falsche Rahmenbedingungen diese Beteiligung der
    Bürger behindert, müsste er sie fördern.
    Wir sind da einer Meinung, nur verfolge ich einen anderen Gedankenansatz:

    Wenn Du auf der Straße hundert Leuten die gleiche Frage stellst; ob Altenpfleger und Krankenschwestern besser bezahlt werden müssten...wirst Du immer ein "Ja" als Antwort erhalten. Damit hat sich das für die meisten aber auch schon wieder erledigt. Hier gibt es also einen gesellschaftlichen Konsens in der Frage "wem" (der Krankenschwester) und "was" (mehr Geld), aber nicht in der Frage "wer" (soll das bezahlen). dabei wäre das mit "alle" sehr einfach zu beantworten - und "wie?".......

    Beispiel: Ich besteuere eine Altenpflegerin nicht auf Grundlage ihres Einkommens, sondern nach dem Wert, den ihrer Arbeit für die Gesamtgesellschaft hat. Wenn sie jetzt zehn Prozent weniger Steuern zahlen muss, werden die zehn Prozent auch von der Gesamtgesellschaft getragen, da insgesamt weniger Steuern an den Staat fließen, der fehlende Betrag nicht mehr verteilt werden kann. Für die Krankenschwester wäre das dann keine Gutschrift (die sie erst im Nachhinein für eine zuvor erbrachte Leistung bekommt), sondern ein Sofortbonus...ein Rechnungsrabatt - was auch viel weniger Bürokratie verursacht...als wenn man das im Nachhinein über eine Gutschrift regeln wollte - die in jedem einzelnen Fall gesichtet, geprüft und genehmigt werden müsste.

    Das hat aber noch einen weiteren, nicht unerheblichen Vorteil: müsste der Arbeitgeber alleine dafür sorgen, dass die Altenpflegerin mehr Geld in der Tasche hat, würde der vielleicht eine Stelle streichen. Die Altenpflegerin hätte nun mehr Geld, aber sie müsste darunter leiden (noch mehr Arbeit) ...ebenso wie die Gesellschaft (noch weniger Pflegepersonal). Durch den niedrigeren Steuersatz bezahlen das nicht nur alle, es profitieren auch alle davon...denn wenn mehr Menschen solche Berufe wählen... und die potentiellen Arbeitgeber diese auch einstellen und bezahlen können...ist das eine echte Win-Win-Situation.

    Egal zu welcher Idee man tendiert...es ist wichtig eine auf der Freiheit basierende soziale Marktwirtschaft zu erhalten. Denen da oben alles wegnehmen und es denen da unten geben...das hört sich für manche vielleicht prima an, kann aber in der Praxis nicht funktionieren - bewirken genau das Gegenteil. Von einer Gerechtigkeit auf sehr niedrigem Niveau hat niemand etwas. Das ist nicht mehr als ein selbstzerstörerisches Prinzip.

    Im Kommunismus passiert (im Optimalfall) folgendes: zehn Euro werden unter zehn Leuten gerecht verteilt. Jeder erhält einen Euro.
    Im Kapitalismus kann dir (im schlimmsten Fall) folgendes passieren: hundert Euro werden unter 10 Leuten ungerecht verteilt...wobei der...der am wenigsten bekommt...mindestens zwei Euro erhalten muss.
    In welchem der beiden Syteme möchte man da leben?!

    "Linke" Spinnereien wie die Enteignung und ein Spitzensteuersatz von 80% sollte man schnell vergessen. Das sind die Ewiggestrigen...die am liebsten wieder hinter einer Mauer leben möchten.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #7
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    Hallo AndereDimension,

    du bist für die Soziale Marktwirtschaft, aber auch dafür dass der Staat über steuerliche Regelungen die Nettolöhne der einzelnen
    Berufe bestimmt. Das passt nicht zusammen. Der Markt muss die Höhe der Löhne bestimmen. Und wenn wirkliche Chancengleichheit
    in einer Gesellschft besteht, führt das auch zu gerechten Löhnen. Diese Chancengleichheit herzustellen, ist die Aufgabe des Staates.
    Dazu müssen nur hohe Talente hoch, und niedrige Talente niedrig besteuert werden. Da man aber Talent nur am Einkommen ablesen
    kann, müssen hohe Einkommen hoch und niedrige Einkommen niedrig besteuert werden. Weil aber die Chancen nicht nur vom Talent,
    sondern auch vom Erbe abhängen, muss auch das Erbe hoch besteuert werden. Damit Steuern für sehr hohe Einkommen und sehr hohe
    Erbschaften von bis zu 80% den Investitionen und damit der gesamten Wirtschaft nicht schaden, muss der Staat die Rahmenbedingungn
    so setzen, dass der normale Bürger eine große Neigung hat, diese Investitionen zu finanzieren. Dieser Punkt ist scher zu erklären, weil
    der Staat hier an sehr vielen unterschiedlichen Schrauben drehen muss. Aber nur ein Beispiel: In Schweden müssen die Bürger 4%
    ihres Einkommens in einen Staatsfonds einzahlen, der in Unternehmen investiert. Später werden daraus die Renten gezahlt. Die
    schwedischen Bürger sind sehr zufrieden mit diesem System.
    Bis veränderte Rahmenbedingungen dazu geführt haben, dass der normale Bürger willens und in der Lage ist, sich in einem sehr hohen
    Ausmaß an der Wirtschaft zu beteiligen, ist es natürlich ein langer Weg. Und erst dann würden Steuern von 80% keinen Schaden
    anrichten. Aber wenn man mehr soziale Gleichheit will, ist es der einzige weg. Den Armen zu helfen ist notwendig, es beseitigt aber nicht
    dass Phenomen, dass der Mittelstand immer kleiner wird und wir immer mehr Menschen helfen müssen. Das geht nur über
    Ursachenbekämpfung, also über den oben von mir beschriebenen Weg.

    Um einmal kurz auf mein Gedicht zurückzukommen. Wenn ich mich nicht irre, will doch die Bundesregierung dass in Zukunft die Kommunen
    bis zu 800 000 Arbeitsplätze speziell für Langzeitarbeitslose machen. Diese sollen quasi subventioniert sein. Dass heißt, diejenigen die dort
    arbeiten bekommen, mehr als sie erwirtschaften. Das entspricht doch auch der Forderung meines Gedichtes, oder?
    Ist mein erstes Gedicht, wie findest du es eigentlich?

    Gruß, Deliberately

  8. #8
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    Hallo Deliberately

    Ist mein erstes Gedicht, wie findest du es eigentlich?
    sorry, hätte nicht passieren sollen...dass Du diese berechtigte Frage stellen musst.

    Dein erstes Gedicht - unter diesen Vorzeichen will ich es "bewerten"

    Ist ohne ein besonderes Talent geboren,
    das er zu Markte tragen kann,
    seinen Unterhalt sich zu besorgen,
    ein Taugenichts nicht doch arm dran?
    Der Auftakt ist zu "schwach"...bremst schon gleich am Anfang, sodass es nicht ganz enfach ist Fahrt aufzunehmen.
    Zeile 3= schwache, Zeile 4= starke Inversion

    Da hilft es oft sich zu fragen: würde ich...oder würde ein anderer das jemals so auch (aus) sprechen...wie ich das schriftlich formuliere?

    Er, ohne ein besonderes Talent geboren,
    das er zu Markte tragen kann,
    ein Taugenichts scheinbar, im Strom der Zeit verloren,
    kämpft gegen die Gesellschaft an.


    Ein Beispiel...auf die Schnelle formuliert...das Luft nach oben lässt.


    Sollen wir ihn betteln lassen,
    so dass er davon leben kann?
    Oder soll er stehlen, wir ihn fassen,
    ins Gefängnis sperren dann und wann?
    da hast Du jetzt nicht groß falsch gemacht...aber Du beginnst mit acht Silben...gegenüber dreizehn Silben bei Vers 1. Der Abstand ist dann einfach zu groß, wird als Bruch empfunden - macht durchaus auch mal Sinn...kann ein Stilmittel sein. Das ist aber hier nicht der Fall.

    Doch soll er betteln, wir ihn auch lassen,
    sodass er davovon leben kann?
    Oder stehlen, bevor wir ihn dann fassen
    um ihn einzusperren - hier und dann?


    Ich habe jetzt hier a (Zeile 1+3) auf zehn Silben ausgedehnt (lässt sich auch noch weiter ausdehnen) und bei b (Zeile 2+3) die acht Silben aus V1 beibehalten.

    Den Vers 3 kann ich dir nicht überarbeiten...weil wir da erst mal inhaltlich auf einen Nenner kommen müssten. Du sprichst von einer Begabung, die über "Wert" bezahlt werden sollte. Das erschließt sich mir nicht.


    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  9. #9
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    Hallo A.D.,

    finde deine Kritik interessant und hilfreich. Werde versuchen das Gedicht zu überarbeiten und zu verbessern.
    Ob es mir gelingt, weiß ich noch nicht.

    Dass du mit der 3. Strophe nicht klar kommst, irritiert mich.
    Sie ist doch überhaupt der Clou des ganzen Gedichts.
    Gemeint ist, wenn die Begabung einer Person nicht ausreicht,
    auf dem Markt einen Preis zu erzielen, der zum Leben reicht,
    das Finanzamt etwas dazu gibt. Der Arbeitgeber zahlt z.B. 5 Euro
    die Stunde und das Finanzamt zahlt 5 dazu.

    Deliberately

  10. #10
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    Hallo Deliberately

    stelle Dir mal bitte folgende Situation vor:

    Du gehst zu deinem Arbeitgeber und verlangst mehr Geld. Dein Arbeitgeber lehnt das ab. Du bringst ein Argument nach dem anderen. Dein Arbeitgeber lehnt ab. Du lässt nicht locker. Dein Arbeitgeber sagt "Sie sind mir das Geld nicht wert, aber ich gebe es ihnen" (aus welchen Gründen auch immer) Was für ein Gefühl hättest Du dabei/danach? Hast Du wirklich das erreicht, das du erreichen wolltest?

    Über Wert bezahlen würde genau das bedeuten.


    Der Arbeitgeber zahlt z.B. 5 Euro
    die Stunde und das Finanzamt zahlt 5 dazu
    Darüber würden sich sicherlich viele freuen, aber kann das auch das Ziel sein? Ich meine nein. Es geht doch auch darum den Menschen zu vermitteln, dass sie für unsere Gesellschaft "wertvoll" sind. Die Krankenschwester, deren Lohnerhöhung das Resultat einer gesamtgesellschaftlichen Wertschätzung ist, auch weil die Gesellschaft für die Lohnerhöhung aufkommt, wird sich nicht nur über das Geld...sondern vor allem eben über die Wertschätzung freuen.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  11. #11
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    Hallo A.D.

    ich kann deine Argumente alle Nachvollziehen. Aber es gibt auch eine andere
    Betrachtungsweise. Wie fühlen sich denn in unserem System die 800 000 Langzeitarbeitslosen,
    die wir haben. Denen sagen wir: Wir haben keinen Arbeitsplatz für euch, den ihr verdienen könnt.
    Dafür seit ihr zu leistungsschwach. Besser ihr bleibt zu Hause und wir geben euch das Geld,
    das ihr zum Leben braucht, so.
    Fühlen die sich besser als die, die Arbeit haben und wenigstens einen Teil ihres Einkommens selbst verdienen?

    Deliberately

  12. #12
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    Hallo Deliberately

    richtig, da gibt es nicht nur den einen richtigen Weg. Wie immer man das in Zukunft auch löst...in irgend einer Form sollte der Einzelne sein Recht auch als solcher betrachtet zu werden behalten dürfen. Die Gesllschaft befindet sich ohnehin in einem Wandel - für die jetzige junge Generatin steht Geld...steht das Einkommen nicht mehr an erster Stelle. Eine gesunde Work-Life-Balance steht jetzt ganz oben auf der Agenda. Die flexible Arbeitszeit ist enorm wichtig geworden - auch kleinere Unternehmen kommen da kaum mehr dran vorbei.

    Ich finde das gut, denn es steht ja nirgendwo geschrieben...dass Deutschland unter den fünf reichsten Ländern sein muss. Reichtum kann man auch anders definieren.

    Die Digitalisierung 4.0 wird für einen Wandel sorgen...wie ihn sich auch heute viele noch nicht vorstellen können...auch wenn täglich davon geredet wird. In Zukunft werden viel weniger Menschen arbeiten, dabei aber so produktiv sein...dass sie alle andere ernähren können. An einer Art bedingungsloses Grundeinkommen...wie immer das dann aussieht...kommen wir nicht vorbei...deshalb diskutiert man ihn besser schon heute...und nicht erst dann...wenn man vor dem "Problem" steht. Die Freizeitindustrie wird einen Hype erfahren...wie wir ihn uns heute kaum vorstellen könne. Freizeit ist das Luxusproblem der Zukunft. Schon heute wissen viele nichts mit ihrer Zeit anzufangen. Die heutigen Studenten werden die Arbeitslosen von morgen sein. Sie werden viel wissen, aber nichts damit anfangen können/dürfen - die wenigen Handwerker, die es dann noch gibt, werden zusammen mit den hochspezialisierten Akademikern den Geldadel stellen. Wer morgen BWL studiert, der darf schon mal darüber nachdenken wie er ab übermorgen täglich achtzehn bis zwanzig Stunden Freizeit füllt.

    ***edit: ich schrieb ursprünglich Mindestlohn und meinte das Bedingungslose Grundeinkommen

    Gruß, A.D.
    Geändert von AndereDimension (19.03.2019 um 21:10 Uhr)
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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