1. #1
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    Das Versagen des Zauberers

    Wisst ihr vom Turm im Weltenwind,
    Wo ein Zauberer jung die Elemente bezwingt?
    Und ist er auch kaum mehr als ein Knabe,
    So ist eine jede Substanz schon sein Sklave.
    Er hat so manches Wunder vollbracht,
    Seine Werke - Zeugen seiner Macht:

    Ein Koloss aus Eis, ein Wächter aus Stein,
    Ein Golem aus Gold, einer aus Elfenbein;
    Er hat aus Feuer geformt einen Drachen,
    Aus Rinde und Holz einen Titanen geschaffen,
    Aus Luft einen Geist, der den Himmel berührt,
    Und aus den Bändern des Wassers den Leviathan geschnürt.

    Dem Zauberer schien dies nicht gerecht seinem Namen,
    So beschloss er für sich, sich an Größeres zu wagen:

    Er sang sich ein Wesen aus schönsten Klängen,
    Im Turm schreitet die Schönheit in den Gängen,
    Im Kerker, da hält er den Hass gefangen,
    Und den Witz, den hält er mit Pointen beisammen;
    Ein ganzes Jahr lang, für eine Sekunde,
    meißelt er sich aus der Zeit eine Stunde.

    So hatte er um sich eine bunte Runde,
    Doch fehlte ihm noch das Größte im Bunde,
    Und je mehr er versuchte, die Lösung zu finden,
    Desto schneller und weiter schien die Antwort zu schwinden.


    Wisst ihr vom Turm im Weltensturm?
    Wo der alte Zauberer sich sieht als ein' Wurm,
    Von seinem Versagen blieb er nicht verschont,
    Von seinen Sklaven nicht ein freundlicher Ton,
    Hier die Erkenntniss, die so lange spross,
    Und sich in dunkelster Stunde dem Zauberer erschloss:

    Um die Liebe zu bändigen und in Form zu zwängen,
    Muss man die Liebe erst einmal kennen.


    ---------------------------


    Hey Zusammen, würde mich wie Immer über Anregungen, Bemerkungen und Kritik freuen.

    Magische Grüße
    Atlas
    Geändert von Atlas (20.03.2019 um 15:52 Uhr)

  2. #2
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    Du hast den Zauberer doch sehr liebevoll beschrieben und wirklich die Liebe nicht zu kennen, möchte ich auch niemandem vorwerfen. Von daher effektlastig ins Handwerk gepfuscht. So als wäre eher die Konkurrenzsituation und der Neid als Federführer verdächtig.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Hallo leicht_Gedacht,

    ich freue mich, dass dir das Gedicht gefällt.

    "Je mehr er versuchte die Lösung zu finden" scheint mir sehr vergangheitlich zu sein. :X

    Dier Vers um die herausgemeißelte Stunde ist tatsächlich eine Herausforderung. Ich werde das ganze nochmal etwas ändern.

    Die herausgemeißelte "Stunde" ist gedacht als ein Wesen aus Zeit, wie der Drache eines aus Feuer, der Geist eines aus Luft, und der Witz eines aus Humor ist (die angesprochenen Sklaven). Daher wird "Stunden" in diesem Vers der Idee nicht Gerecht.
    Das Problem des Zauberers ist, dass er, aus Gründen die zur freudigen Interpretation freigegeben sind, der Liebe fremd ist, und es eben nicht schafft seine selbstgebastelte Gesellschaft aus künstlichen Wesen(Sklaven) um ein Wesen der Liebe zu ergänzen. Eine Tatsache welche ihm nicht gut bekommt.

    Natürlich steht es jedem Leser frei den Zauberer und seinen Turm selber als Sinnbilder zu sehen. Für Was genau wird wohl am Einzelnen liegen.

    Allerbeste Grüße



    Hallo Terrorist,

    möchtest du meinen Gehirnzellen vielleicht einen Hinweis darauf geben, worauf du mit deinem Kommentar hinaus wolltest?
    Es würde sie sehr freuen, da sie sonst Minderwertigkeitskomplexe bekommen ob der Tatsache etwas nicht verstanden zu haben.

    Allerbeste Grüße

  4. #4
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    Hallo Atlas,

    mir gefallen die unterschiedlichen Zeilenlängen nicht wirklich. Auch die Idee, die Mittelzeilen nicht zu reimen sondern es bei Lautanklängen zu belassen überzeugt mich nicht.

    Den Titanen aus "Holz und Rinde zu machen überrascht. Das scheinen mir 2leichte" Substanzen zu sein, Erde und Stein bei Titan und Riese bei "Eis" statt "Koloss" sind für mich stimmigere Bilder.

    lg

    mp
    ........
    whiskey's getting deeper
    and I use it like a moat
    there's a blues man in the distance
    and he's lost inside his note
    ........
    (Savatage)

  5. #5
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    Hallo MimusPolyglotus,

    danke für die ehrliche Kritik. Sie ist notiert.

    Allerbeste Grüße

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