Thema: Besessen

  1. #1
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    Besessen

    Schon viele Jahre sind vergangen.
    Doch spür ich immer noch dieses Verlangen.

    Ich weine oft in der Nacht.
    Was hast du nur mit mir gemacht?

    Es fällt mir nicht leicht, es zu kapieren.
    Würde gern die Erinnerungen an dich verlieren.

    Alles ist so schwer.
    Fühle mich innerlich leer.

    Tag für Tag versuche ich mich abzulenken.
    Doch ich muss immer zu an dich denken.

    Wann werde ich ohne tränen aufwachen?
    Kann ich irgendwann wieder von Herzen lachen?

    Ich will weg von hier.
    Ich will weg von dir.

    Doch egal wohin ich lauf'.
    Das mit dir hört nicht auf.

    Alles dreht sich nur um dich.
    Zu oft sehe ich dein Gesicht.

    Zu sehr stehe ich in deinem Bann.
    Immer wieder komme ich bei dir an.

    Meine Zeit habe ich mit warten verschwendet.
    Doch wusste ich, dass das Schicksal sich nicht wendet.

    Ich will dich nur noch vergessen,
    doch ich bin wie besessen.

    Niemand kann mich davon befrei'n.
    Du nimmst alles in mir ein.

    Mein Herz, es schreit immer noch nach dir.
    Doch du bist nicht mehr hier.
    Geändert von EmotionHeart89 (20.03.2019 um 00:17 Uhr)

  2. #2
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    Hallo EmotionHeart89,

    erst einmal ein herzliches Willkommen hier im Forum.

    Dein Gedicht ist ein typischer Zweizeiler mit Paarreim, bei dem mir irgendwie noch das besondere Etwas fehlt. Es ist irgendwie dieses Herz-Schmerz-Du-hast-mich-verlassen-und-deshalb-fühl-ich-mich-jetzt-scheiße-Gedicht, was man schon gefühlt 1000 Mal gelesen hat.

    Mir wurde, weil auch ich die Tendenz dazu hatte, diese ausgelutschten Herz-Schmerz-/Wir-Hier-Reime zu verwenden, geraten, mir Gedanken zu machen, was diese konkrete Beziehung besonders gemacht hat, warum der Schmerz einem so zusetzt, einfach mehr Details einfließen zu lassen, ohne dabei zu viel vom Autor ins lyrische Ich zu übertragen.

    Widmen wir uns mal formal deinem Gedicht. Mir sind einige kleine Fehler aufgefallen, aber metrisch ist es ein totales Durcheinander. Ich bin da zugegeben überhaupt kein Genie, werde aber mal versuchen, zu kreuzen, damit du siehst, was ich meine

    Zitat Zitat von EmotionHeart89
    Schon viele Jahre sind vergangen. xXxXxXxXx
    Doch spür ich immer noch dieses Verlangen. xXxXxxXxxXx

    Ich weine oft in der Nacht. xXxXxxX
    Frage mich, was hast du nur mit mir gemacht? XxxXxXxXxX

    Es fällt mir nicht leicht, es zu kapieren. xXxxXxXxXx
    Würde gern die Erinnerungen an dich verlieren. XxXxXxxXxxXxXx

    Alles ist so schwer. XxXxX
    Fühle mich innerlich leer. XxxXxXX

    Tag für Tag versuche ich mich abzulenken. XxXxXxXxXxXx
    Doch ich muss immerzu an dich denken. xXxXxXxXXx

    Wann werde ich ohne Tränen aufwachen? xXxXXxXxXxx
    Kann ich irgendwann wieder von Herzen lachen? XxXxXXxxXxXx

    Ich will weg von hier. XxXxX
    Ich will weg von dir. XxXxX

    Doch egal wohin ich lauf (angeglichen an "spür" in Z2). xXxXxXx
    Das mit dir hört nicht auf. xXxXxX

    Alles dreht sich nur um dich. XxXxXxX
    Zu oft sehe ich dein Gesicht. XxXxXxXx

    Zu sehr stehe ich in deinem Bann. XxXxXxXxX
    Immer wieder komme ich bei dir an. XxXxXxXxXx

    Meine Zeit habe ich mit Warten verschwendet. XxXXxXxXxxXx
    Doch wusste ich, dass das Schicksal sich nicht wendet. xXxXxxXxXxXx

    Ich will dich nur noch vergessen, XxXxXxXx
    doch ich bin wie besessen. xXxXxXx

    Niemand kann mich davon befrei'n. XxXxXxxX
    Du nimmst alles in mir ein. XxXxXxX

    Mein Herz, es schreit immer noch nach dir. xXxXXxXxX
    Doch du bist nicht mehr hier. xXxXxX
    Ein formaler Tipp, der mir gegeben wurde und dir bestimmt auch ein wenig helfen kann, war, zunächst in jeder Zeile die gleiche Anzahl Silben zu "verbauen", dann stellt sich der metrische Rhythmus meist von allein ein.

    Ich habe daher folgenden Veränderungsvorschlag für dein Gedicht:

    Schon viele Jahre sind vergangen.
    Doch spür noch immer dies Verlangen.

    Ich weine zu oft in der Nacht.
    Was hast du nur mit mir gemacht?

    Es fällt nicht leicht, es zu kapiern.
    Würd gern die Erinnerung an dich verliern.

    Alles ist so schwer.
    Fühle mich innerlich leer.
    (Hier fällt es mir gerade schwer, etwas zu finden, was es metrisch an die anderen Zeilen angleicht, aber deine Intention nicht zu stark verändert, da du hier plötzlich mit einer betonten Silbe einsteigst.)

    Jeden Tag suche ich mich abzulenken.
    Doch ich muss immerzu an dich denken.

    Wann werde ich ohne Tränen aufwachen?
    Kann ich irgendwann wieder von Herzen lachen?

    Ich will nur noch weg von hier.
    Ich will nur noch weg von dir.

    Doch ganz egal wohin ich lauf.
    Das mit dir hört einfach nicht auf.

    Alles dreht sich nur um dich.
    Zu oft seh ich dein Gesicht.

    Stehe zu sehr in deinem Bann.
    Und komme doch stets bei dir an.

    Die Zeit hab ich mit Warten verbrannt.
    Doch wusste das Schicksal mir nicht zugewandt.

    Ich will dich nur noch schnell vergessen,
    doch ich bin innerlich wie besessen.

    Niemand kann mich davon befrein.
    Denn du nimmst alles in mir ein.

    Mein Herz schreit immer noch nach dir.
    Doch du bist einfach nicht mehr hier.

    Das wäre so mein Vorschlag (zwar auch nicht immer dieselbe Silbenanzahl, aber ich schreibe auch lieber nach Gefühl, also wie es sich sprachlich "anhört"). Bin selbst nicht zufrieden damit, zu einfache, alltägliche Sprache, zu oft benutzte Reime, da ist es schwer, was draus zu machen, ohne es zu sehr zu verändern. Aber vielleicht habe ich dich ja auf ein paar Ideen gebracht

    Freue mich, von dir gelesen zu haben (und hoffentlich auch bald wieder zu lesen)!
    Viele Grüße und ein kräftiges Miau,
    Thrillermietze
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  3. #3
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    Hey danke für den Tipp.
    Bei mir ist es nämlich so. Ich schreib einfach, was mein Herz mir sagt, ohne nachzudenken

    Aber nett das du mir helfen willst. Ich nehme mir das zu Herzen

    Ich benutzte oft ganz einfache Worte, ohne irgendwelche vergleiche, weil ich da noch keine Erfahrungen habe.

    Aber ich nehme mir Kritik zu Herzen, weil ich dann weiß, wie ich es das nächste Mal besser machen kann.

    Ich werde hier am anfang erst alte Gedichte schreiben, die ich vor vielen Jahren geschrieben habe, als ich damit anfing.

  4. #4
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    Hallo EmotionHeart89,

    jeder hat mal angefangen. Man wächst an seinen Erfahrungen, man kann sich aber auch zurück entwickeln. Zumindest bin ich der Überzeugung, dass meine heutigen Gedichte, würde ich genauso wie du und genauso wie ich es früher getan habe und wie wahrscheinlich fast jeder anfängt, einfach drauflos schreiben, genauso schlecht wären wie die ersten (und ja, ich urteile heutzutage eher schlecht über meine früheren Dichtkünste)
    Aber ich weiß z.B. auch, dass ich mir für ein neues Gedicht sehr viele Gedanken machen, viele Bearbeitungsphasen einbringen und Korrekturarbeit leisten werde, bevor ich es hier einstelle.
    Zitat Zitat von EmotionHeart89
    Ich benutzte oft ganz einfache Worte, ohne irgendwelche vergleiche, weil ich da noch keine Erfahrungen habe.
    Das ist ja auch per se nichts Schlechtes und es braucht auch nicht immer Vergleiche, aber gerade diese ausgelutschten Reimpaare lesen sich für den Großteil der Community wie von einem 13-jährigen Mädchen geschrieben. Möglicherweise würde es da helfen, bei alten Gedichten zumindest ein Jahr darunter zu schreiben, wann es entstanden ist, dann kann jeder anhand deines Nicknamens zurückrechnen, wie alt du da in etwa warst

    Ich wünsche dir noch viel Spaß, Erfolg und Freude beim Dichten!

    Viele Grüße und ein kräftiges Miau,
    Thrillermietze
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  5. #5
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    Danke wünsche ich dir auch.

    Nur weiß ich gar nicht mehr wann ich meine Gedichte geschrieben habe. Ist aber auch nicht schlimm. ^^

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