1. #1
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    Ich streich mir was aufs Frühstücksbrot

    Ich rechte nicht mit Gott
    ich glaub nicht mehr an Liebe
    die Liebe stirbt, und Gott ist tot
    die ganze Welt ist trübe

    Doch deine Augen sagen etwas Anderes
    sie lächeln, glänzen dunkel und verheissen
    erzählen, dass die Amsel singt am Bache
    dass tausend Bienen in der Weide summen
    doch Gott und Liebe seien für die Dummen

    Ich hör dir gerne zu
    und seh die Triebe wachsen
    Dann schweigt die Amsel, Gott ist tot
    und jede Aussicht trübe

    Doch deine Augen sagen etwas Anderes
    sie lächeln, glänzen dunkel und verheissen
    erzählen, dass die Amsel singt am Bache
    dass tausend Bienen in der Weide summen
    doch Gott und Liebe seien für die Dummen

    Ich frage dich nichts mehr
    ich glaube dir aufs Wort
    die Weide summt, doch du bist fort
    Vom Himmel fällt ein Morgenrot
    ich streiche mir ein Frühstücksbrot
    Der Tag wird eher trübe

    Doch deine Augen sagen etwas Anderes
    sie lächeln, glänzen dunkel und verheissen
    erzählen, dass die Amsel singt am Bache
    dass tausend Bienen in der Weide summen
    und so besehen zähl ich zu den Dummen.
    Geändert von kaspar praetorius (23.03.2019 um 09:42 Uhr)

  2. #2
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    Was für ein Ende! Beim Lesen der oberen Strophen dachte ich, ich würde dann schreiben, dass ich, was Gott anbelangt, gern zu den Dummen gehöre. Und dann kommts in deiner letzten Zeile! Sehr gern gelesen, LG gugol

  3. #3
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    Ich erzähle gerne von Dingen, die ich nicht greifen kann.
    Trotzdem überrascht mich deine Reaktion. Und auch wieder nicht.
    Danke jedenfalls fürs Lesen!
    KP
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  4. #4
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    Okay ja, "zu den Dummen zählen" kann auch so verstanden werden, dass sich das LI vom LD an der Nase herumgeführt fühlt. Dann wärs in der Tat eine traurige Sache.

  5. #5
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    Leute, ihr findet euch wieder in diesem Text??
    Dann habe ich wohl nicht allzu viel falsch gemacht?
    Obwohl ich mich ganz anders darin finde.
    Danke für eure Überlegungen!!
    KP

  6. #6
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    Hallo kaspar praetorius,
    mir gefällt, was da auf die Brotschnitte gekommen ist, hat was von einem "AntikenSingspiel" Dramawo der "cor" dem LyDu den verbogenen, moralisch gebogenen Rücken stärken soll. Brotschnitte finde ich auch passend gewählt, da sie ja bis zu ihrem Ende um die Nase geführt wird. Bis zum Schluss.
    Das LyIch scheint ergiebig, unverbraucht in der Anschauung, "Brotmehrung" -Zwischenergebnisse lassen Rückschlüsse zu-.alles endet auf dem Abort, der für Neues auch notwendig ist. Gut, dass die Welt so funktioniert...ich wollte noch so viel schreiben, aber die Zeit drängt.
    Beste Grüße
    lautmaler

  7. #7
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    Hallo lautmaler
    Danke für deine Bemerkung über einen "Chor". Hat der antike Chor nicht ebenso im Falle eines Falles korrigierend eingegriffen?
    Und danke fürs Reinschauen
    KP
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  8. #8
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    Hallo kaspar praetorius,
    ja, der "Chor" hat am "Ort, wo man hinschaut" nützlicher Weise vektorisierend eingegriffen. Den Ursprung finde ich interessant, hat er doch maßgeblich an der Entwicklung unserer Verhaltensweisen beigetragen.
    BGl

  9. #9
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    Gut geschrieben Kaspar,
    erinnerte mich ein kleines bisschen an Kästner, aber .. viel viel du in dem von dir, oh wunder.

    Bienen und Weide und Gott und Liebe ... und ein Bach.
    Da ist viel drin, in deinem Text. Viel Raum für Erlebnisse.

    Jaja.

    Liebe Grüße

  10. #10
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    Lieber Kaspar,

    wenn ich mich nicht irre, betrachtet hier das lyr. Ich sein Dasein, die Umwelt und Gott durch eine Brille für Sonnenfinsternisse.
    Nimmt es die verdunkelnden Gläser von seinen Augen, erscheint die Welt in anderem Licht,.
    und es "zählt zu den Dummen", die an Gott und die Liebe glauben wollen, sich aber dabei schwer tun.

    Der Inhalt hat mich beeindruckt. Danke!

    Gruß
    Carolus.

  11. #11
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    Hallo Carolus
    Das ist eine so schrullige wie schöne Intepretation, danke dafür. Ich kann zwischen den Zeilen das Harz der Wälder riechen.
    KP
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  12. #12
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    Hallo Kaspar,
    ich zähle dich zu den klugen;
    deswegen dachte ich erst beim lesen der brotaufstrich wäre rübenkraut, muss mich aber verbessern, es handelt sich hier um marmite (was meinem gaumen unbekannt ist)

    finde ich auf jeden fall gelungen

    lg vom GE-wicht
    bravecto plus und nexgard kann ich empfehlen, damit kommen meine lieblinge stressfrei durch den sommer und müssen sich nicht quälen,
    falls ein haustierhalter nur bernsteinketten, lavendelöl, frontline, advantage kennt, parasiten sind gegen diese mittel schon lange resistent.

  13. #13
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    Ganz anders als Hi, i halte ich gerade...

    Ich rechte nicht mit Gott
    ...rechte für eine gute Wahl. Mich wundert eher, k.p., dass Du dich das traust...

    während ich mich frage warum Anderes und nicht anderes...das sich anders auf die Aussage von V1 bezieht...bzw dáran anschließt...


    A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  14. #14
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    Ein so einfaches wie verwirrendes Gedicht. Ich habe seit Jahren das Gefühl, dass du gern Monologe angesichts eines Kindes schreibst. Es sind Deine Beispiele, die ich als kindgerecht empfinde: Biene, Weide, Amsel, Bach.. und das blaue Himmelsdach... Gleichzeitig benutzt du mMn diese naiv wirkenden Bilder, um langsam verstummend dein wachsendes Desinteresse am irdischen Selbstbetrug zu zeigen. Naiv kommen wir zur Welt und naiv gehen wir wieder. Die naive Freude an der Freude stirbt zuletzt.

    Ein schöner Gedanke. Irgendwie immer tröstlich...
    Genau so, oder eben ganz anders!

  15. #15
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    hallo artname, hallo miaukuh, hallo hi-i
    ein bisschen kind im manne darf schon sein, je älter, je mehr (wenn auch teils eher unwillkommen beim träger)
    es freut mich, dass die trächtigkeit des "poeten" auf echo stösst. denn diese kindlichen augen wollen doch nur das eine: dass man wiederkommt.
    demnach auf ein ander mal
    schönen tag euch
    kp

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