Märzenmorgen

Im Kleid aus dicht gewirktem Schleier
das dein Wirken kühl verhüllt,
legst du Reif auf alle Hoffnung,
mit der die Knospen angefüllt.

Bedrängst mit frostig Kuss die Blüte,
welch mutig aus der Gräue sprießt.
Versuchst Belebung barsch zu Zügeln,
die sanft sich übers Land ergießt.

Von langer dunkler Nacht der Erbe,
wirst du gestützt von ihrem Mieder.
Erstreckst dich über alle Dinge
und drückst die Kälte auf sie nieder.

Gebärst dein Kind, den neuen Tag,
der sich schon hinter dir erstreckt.
Unerwünscht scheint dir dein Zögling,
hältst ihn mit Nebelschwall verdeckt.

Zwar magst du sein Erwachen drosseln,
verhindern aber wirst du's nicht.
Die Sonne schenkt dem Tag mehr Stärke,
die jeglich eisig Kräfte bricht.

Zürnst du auch mit weißer Gischt,
so ists nur letztes Aufgebot.
Sie geht dahin, wie sie gekommen.
Nichts was die Fluren noch bedroht.

2019