1. #1
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    dem vater unserer mutter

    wenn er uns anschaute sich mit dem handrücken den schweiß
    von der stirn wischte stahl sich ein leises lächeln ins zerfurchte
    mehr an gefühlen gab es nicht in seiner welt aus kohle und staub

    wenn wir aus den betten schlüpften war er längst die jacke über
    die schulter geworfen unterwegs zum lagerhaus hörten wie er
    pfeifend das grauen des morgens aus den büschen vertrieb

    einmal nachmittags besuchten wir ihn an seinem arbeitsplatz
    er schaufelte schwarzes gold auf einen anhänger war als mittler
    zwischen halde und ofen der rußige herr über licht und schatten

  2. #2
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    Grüß Dich Perry,

    du schaffst es immer wieder, mit "leisen" Tönen und an sich einfachen "unlyrischen" Worten enorme Bilder zu erzeugen und in dem Fall auch ein sehr nachhaltiges Gefühl von Wärme.

    Bevor das nun vollends Spam wird, ist mir eine Kleinigkeit aufgefallen, die aber eher mein Sprachgebrauch ist. Aus den Betten "schlüpfen" hätte ich nicht erwartet. In die Betten schlüpfen ja, aber aus?.

    Wie auch immer, das ist so eine Mini-tät, an sich egal, aber mir eben aufgefallen. Nimms als Rückmeldung.

    lg

    mp
    ........
    whiskey's getting deeper
    and I use it like a moat
    there's a blues man in the distance
    and he's lost inside his note
    ........
    (Savatage)

  3. #3
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    Tja, was sagen wir den armen Küken? Aus dem Ei schlüpfen verboten?
    Mich mutet eher seltsam an, dass in dieser so empfindsam geschilderten Welt kantig geschnittene Ellipsen Platz haben.
    Oder metaphorisch benutzte Wörter wie "Mittler".
    Da greift ein Dichter nach den Sternen, die ich bei ihm nicht unbedingt erwarte und deren Fehlen wegen ich seine Texte so schätze.
    KP

  4. #4
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    Hallo mp,
    danke fürs Interesse und Feedback.
    Vielleicht wäre "kriechen" zu schlüpfen eine Alternative, aber ich denke, das ist eher unwesentlich.
    Interessant finde ich, dass Du die Worte "unlyrisch findest, Du gehörst wohl zu den eingefleischten Formlyrikern.
    Ich schreibe Prosalyrik, hier in einem Terzett-Rahmen und streue mal mehr oder weniger Alliterationen etc. hinein.
    LG
    Perry

    Hallo KP,
    meinst Du mit "kantige Elypsen" die "wenn-Anfänge?"
    Vielleicht fällt es Dir leichter, wenn Du den Text aus der Sicht des damaligen Kindes liest,
    für das der Großvater, zwar schweigsam kantig, aber doch ein Held war.
    Danke fürs sonstige "schätzen" und LG
    Perry

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