Thema: Gottesmacht

  1. #1
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    Gottesmacht


    Gottesmacht

    Dem Gott gehört die ganze Welt,
    Ihm gehört das Himmelszelt,
    Ihm gehört der Raum, die Zeit,
    Sein ist auch die Ewigkeit.


    ©Hans Hartmut Karg
    2019

    *

  2. #2
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    Lb. Dr. Karg,

    so kann auch mit einem kurzen Gedicht viel gesagt werden. Es passt gut zu meinem Gedicht "Die Weltherrschaft"

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Hallo Dr. Karg

    mich beschäftig (in rhetorischer Hinsicht) deine Formulierung "dem Gott"...denn Du hättest auch einfach nur "Gott" schreiben können. Hast Du das bewusst so formuliert (dir dabei etwas gedacht)...oder ist das eher ein Zufall(im eigentlichen Sinne: dir zugefallen)? Mit logischem Denken komme ich da nicht weit...bräuchte da die Unterstützung der Sprachgelehrten...denn:

    ...ersetze ich Gott...z.B. durch Papst...habe ich nicht mehr die Wahl...da muss es "dem" heißen

    Papst gehört die ganze Welt
    Dem Papst gehört die ganze Welt

    "dem" heißt eigentlich "ihm"...ihm, dem Papst, gehört die ganze Welt

    warum funktioniert das also bei Gott...jedoch nicht bei Papst?

    anderes Beispiel:

    dem Mann gehört der Fußballplatz...kann folgende Bedeutungen haben:

    - ein einziger Mann spielt mit Frauen oder Kindern, oder mit Frauen und Kindern Fußball. Entweder er selbst... oder ein/e andere/r sagt "dem Mann gehört der Fußballplatz"...was heißen kann: diesem einen Mann, oder generell allen Männern....
    Also auch hier wieder: ihm, dem Mann

    sage ich jedoch...

    "Dem Papst gehört...."...im Wissen...dass es nur einen Papst gibt...dann schließt das sozusagen die bereits verstorbenen Päpste und die in Zukunft noch zu wählenden Päpste mit ein. Heißt also im übertragenen Sinne: ihm, der gerade im Amt ist...oder "ihm, wer immer auch das Amt inne hat".

    Das alles jetzt übertragen auf Gott

    "Dem Gott gehört die ganze Welt"

    heißt: ihm, an den ich glaube (respektierend...dass manche an einen anderen Gott glauben...an einen...den auch ich für möglich halte)

    "Dem Gott" ist also eine sehr tolerante Formulierung. Das hat allerdings einen Haken...denn nur einem kann die ganze Welt gehören. Die Toleranz...die ich anfangs walten lasse...findet sich später nicht wieder.

    anderes Beispiel:

    Kaiser gehört die Welt (der Person namens Kaiser)
    Dem Kaiser gehört die Welt (dem...auf den ich zeige...oder dem...der im Amt ist)

    Wer kann da etwas Licht ins Dunkle bringen...bzw für Klarheit (was die Verwendung von "dem" angeht) sorgen?

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #4
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    Hallo Dr. Karg,

    ich bin regelrecht begeistert - und das wirklich ironiefrei, ich schwör - und zwar in metrischer Hinsicht. Ich kann mich an keins deiner Werke erinnern (klar, ich hab nicht alle gelesen), in dem alle Silben die Betonung erhielten, die ihnen zusteht. Und nicht nur das - es gibt auch keine unsinnigen Inversionen. Okay, es sind nur vier Verse. Aber dennoch:

    Den Inhalt lass ich mal außen vor, das bricht nur eine unnötige Gottesdiskussion vom Zaun, die sparen wir uns, oder?

    Hallo A.D.,


    interessante Frage. Mein Ansatz wäre: Bei allen Namen funktioniert das ohne Artikel. "Grit gehört die ganze Welt" (Es funktioniert sogar mit Frauen) Papst, Mann, Hausmeister etc. sind Rollen, Posten, Anstellungen, die jemand bekleidet. Da scheint der Artikel notwendig zu sein. Ob der Gebrauch des Artikels allerdings eine Funktion hat oder sich nur als Gewohnheit im allgemeinen Sprachgebrauch eingeschlichen und festgesetzt hat, kann ich nicht beurteilen. Ziemlich sicher bin ich mir, dass sich Dr. Karg da nicht so viele Gedanken darüber gemacht hat, wie du. Aber auch da könnte ich mich ja täuschen.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  5. #5
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    Hallo VC

    also bis heute hatte ich da noch nie drüber nachgedacht...tendiere aber zu deinem Ansatz...deshalb auch das Beispiel mit dem Kaiser. Demnach wäre Gott sowohl ein Name als auch eine Amtsbezeichnung...ein Titel. Dann dürfte es aber nicht Gottessohn...sondern müsstes Gottes Sohn heißen. Gottessohn als Eigenname wäre sozusagen unzulässig - vergleichbar mit dem Kaisersohn...den es so nicht gibt.

    Danke für deine Betrachtungs-bzw Herangehensweise....bringt mich schon mal ein bisschen weiter.

    Und ja, das hat Dr.Karg gut hinbekommen

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  6. #6
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    Liebe Dichterfreunde,
    es dürfte weitgehend unabhängig davon sein, ob wir an Gott glauben und/oder wie wir ihn sehen. Ich dachte bei meinem kleinen Gedicht an eine Aussage des späten Albert Einstein: "Je tiefer ich in das Universum schaue, desto mehr glaube ich an Gott." Leider weiß ich nicht mehr, wo ich das von ihm gelesen habe.
    Herzlichen Dank für die guten Komplimente!
    LG H. H. Karg

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