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  1. #1
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    Resozialisierung oder was?

    Ich demonstriere
    ausdrücklich dagegen,
    dass Beate Zschäpe
    irgendwo noch wie
    ein Restmensch
    behandelt wird. Selbst
    ein Gefängnis kann mal
    ein Auge zudrücken,
    wenn es gegen sie zur
    Sache geht.
    Sonst hört es ja nie auf.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  2. #2
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    Hallo Terrorist,
    bestimmt klatschen viele versteckt oder offen Beifall, wenn sie Deinen unsäglichen Aufruf lesen.
    Vorweg, damit Du mich nicht in eine falsche Schublade steckst: Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, soll lebenslang ins Gefängnis. Das Oberlandesgericht in München sprach die 43-Jährige des zehnfachen Mordes schuldig und verhängte die Höchststrafe. Für schuldig befunden wurde sie zudem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und schwerer Brandstiftung. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl stellte die besondere Schwere ihrer Schuld fest.
    Das Urteil wurde "im Namen des Volkes" gesprochen und ich bin in Teil des Volkes und sage: Ein anderes Urteil wäre falsch gewesen.
    Wozu rufst Du auf? Die Justizvollzugsbeamten sollen "ein Auge zudrücken", wenn es im Knast "mal zur Sache geht". Also: Nicht hingucken, wenn Mithäftlinge dem "lebenslänglich" noch ein bisschen hinzu fügen.
    Bist Du von allen guten Geistern verlassen?
    Beate Zschäpe hat schwerste Verbrechen begangen und dafür die gerechte Strafe bekommen.
    "Restmensch"? Nein, sie ist kein Restmensch, sondern ein Mensch, der eine untilgbare Schuld auf sich geladen hat. Und Du erwartest von anderen Menschen ein unmenschliches Verhalten? Das darf und kann man nicht durchgehen lassen und ich werde die Mods auffordern, Dein Elaborat zu löschen.
    Festival

  3. #3
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    Versuch erstmal den Titel in Relation zum Text zu setzen.
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  4. #4
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    Hallo Terrorist

    das mögen manche so sehen- und auch so sehen dürfen. Die Gedanken sind frei. Und wir schreiben hier ja auch keine Gesetze oder starten Kampagnen- wir schreiben über das...was uns durch den Kopf geht...was uns bewegt...berührt...oder einfach nur wichtig ist.

    Wenn ich dich auch manchmal kritisiere..hier hast Du deine Gedanken gut in "Form" gebracht. Und man muss die Meinung des LY-I nicht teilen...um dir das zu attestieren.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Das ganze ist das grösste Unding überhaupt. Jetzt wird schon behauptet der Prozess sei fair gewesen. Es ist auch nicht Höchststrafe verhängt worden, sondern keine extra Sicherheitsverwahrung. Wenn das mal nicht ein Omen war. Das sogenannte Volk wird sie wohl nach der Strafe noch unter sich dulden müssen damit die Meinung des LI nicht stellvertretenden Charakter dafür bekommt das Ketzer nicht zu Unrecht überlebt haben. Auch so was ungelöstes zweischneidiges. Ich habe damals einen Bürgerkrieg befürchtet wenn dieser Prozess so endet wie er geendet ist und die Revision abgelehnt werden sollte. Und die Richtung selber hat sich in den NSU2.0 Vorkommnissen ja nicht gerade selbst widerlegt. Obwohl alles runtergespielt wird. Es werden immer mehr Begriffe eines überkommenen Gesellschaftsmodell da ausgehöhlt wo wir festen Boden unter den Füssen vermuten. Und der Politslalom wird damit zum Überlebensparcours.

    MFG!
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  6. #6
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    Hallo Terrorist,
    man sollte meinen, Du habest Jura, Schwerpunkt Strafrecht, studiert.
    Die Sicherungsverwahrung erfolgt nicht mehr zur Bestrafung des Täters. Nimm doch mal einfach zur Kenntnis, dass die Höchststrafe, die ein deutsches Gericht verhängen darf, "lebenslänglich" ist.
    Bei uns beiden wird es wahrscheinlich zu keiner Verständigung kommen, weil nur einer von uns beiden weiß, wie eine "Srafvollzugsanstalt" von innen aussieht und was es bedeutet, auf unabsehbare Zeit zu einer Zuchthausstrafe (erspar Dir die Belehrung, es gäbe in Deutschland keine Zuchthäuser), die für den Verurteilten ausgesprochen expressiv zu vollziehen sei, verurteilt zu werden.
    Dein Satz: "Es ist auch nicht Höchststrafe verhängt worden, sondern keine extra Sicherheitsverwahrung."
    ist Quacksus maxus (Küchenlatein für "größter Blödsinn"). Die Höchststrafe - so einfach ist das - ist bei einem Urteil vor einem deutschen Gericht die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe.
    Bei anschließender Sicherheitsverwahrung geht es nicht um eine "Steigerung" der Höchststrafe. "Höchst" kann man nicht steigern.
    Was der Begriff "Ketzer" hier zu suchen hat, ist rätselhaft. Beate Zschäpe ist - bitte nachlesen - nicht egen Ketzerei angeklagt und verurteilt worden.
    Festival

  7. #7
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    Und es war auch ganz klar rechtsstaatlich was passiert ist und Mittelalter haben wir auch nicht mehr. Und das mittlerweile jedes Wort symbolischen Wert hat, bedarf nicht ausdrücklich deiner Bestätigung da politischer und juristischer Alltag anders aussieht als die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung.
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  8. #8
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    ???
    Ich verstehe nur Bahnhof.
    Es war rechtsstaatlich - mit "es" meinst Du den Prozess? Prozess-Schelte gibt es immer wieder einmal und das darf in einem Rechtsstaat auch vorkommen. Mittelalter haben wir nicht mehr - was hat Dich zu dieser epochalen Erkenntnis geführt? Politischer Alltag sieht anders aus als juristischer? In der Tat, aber man muss es halt mal aussprechen. Und was fange ich mit dieser Worthülse an?
    Gruß,
    Festival

  9. #9
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    Ist doch ganz einfach: man kann die geltende Rechtsordnung respektieren und sich gleichzeitig eine andere wünschen. Das ist legitim und für eine Demokratie geradezu fundamental. Nicht mein Wollen...sondern erst mein Handeln kann mit dieser Ordnung brechen. Ein solches Handeln kann ich hier nicht erkennen...noch nicht einmal die Absicht handeln zu wollen. Nach deinem Maßstab, Festival, säßen wir alle schon ein. Dem ist zum Glück nicht so. Wie ich glaube zu wissen, hattest Du auch schon mal unter einer anderen "Rechtsordnung" gelebt...unter einer...die als solche von den meisten Nationen dieser Welt nicht anerkannt wurde. Vielleicht hast Du deshalb solche Schwierigkeiten damit eine auf der Freiheit des Einzelnen basierenden Rechtsordung zu akzeptieren- aber das wäre reine Spekulation meinerseits...die sich nicht nur hier verbietet.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  10. #10
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    Aber so sehr unterscheiden sich die verschiedenen Diktaturen auch nicht mehr. Denn je aussichtsloser der Kampf desto gekämpfter muss er werden und das bedeutet weniger eine Handlung durchzuführen die angeblich kriminell wäre als endlich mal nicht verbotenes kreativ in den Prozess unserer angeblichen Gesellschaftsweiterentwicklung einzumischen. Damit Feind und Freund ohneeinader nicht mehr einzeln lebensnotwendige Ressourcen missbrauchen.
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  11. #11
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    A.D.,
    Du irrst, wenn Du glaubst, ich habe schon einmal unter einer anderen Rechtsordnung gelebt. Du darfst es ruhig beim Namen nennen, aber ich helfe Dir: Geboren bin ich in Thüringen, bevor es eine DDR (Du meinst doch die DDR, wenn Du von der "anderen Rechtsordnung" sprichst) gab. Nachdem Deutschland kapituliert hatte, wurde die DDR vier Jahre nach Kriegsende 1949 gegründet. Grund genug, dass meine Eltern das Land mit der anderen Rechtsordnung verließen. "Erlebt" kann man das eine Jahr meiner Kindheit wohl nicht nennen. In der drei Tage vor der DDR gegründeten Bundesrepublik bin ich aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe da meine Lehre und später mein Studium gemacht, geheiratet und meine Kinder gezeugt, verschiedene Ehrenämter, u.a. Schöffe am Gericht, bekleidet und übe jetzt noch eines aus, das sich vornehmlich mit Schicksalen und Entschädigungen ehemaliger politischer Häftlinge beschäftigt. Nein, ich habe keinerlei Probleme oder Schwierigkeiten mit unserer Rechtsordnung und wurde für meine "Verdienste am deutschen Volk" (den Titel habe ich nicht erfunden) ausgezeichnet.
    Mit anderen Worten: Ich bin "gelernter" Demokrat und habe frühzeitig begriffen, dass diese Demokratie bei allen Fehlern und Schwächen wehrhaft und wachsam beschützt werden muss.
    Dass ich knapp drei Jahre in einem DDR-Zuchthaus, verhängt war der längste zeitlich begrenzte Freiheitsentzug von 15 Jahren (darüber hinaus gab es das zeitlich unbefristete lebenslänglich und als Höchststrafe die Verurteilung zum Tode), zugebracht habe, ist kein Geheimnis. Weshalb ich es hier noch einmal schreibe? Um Dir und Poeten wie dem Terrorist klar zu machen, dass ich weiß, wovon ich rede.
    Festival

  12. #12
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    Schön wie gemeinschaftlich wir uns verstehen. Für und Wider abwägen ohne egoistische Spielchen zu spielen die weder mit dem Thema noch seiner Metaebene zu tun haben. Dafür kenne ich aber die DDR gut genug um Parallelen zum heutigen und davorigen Deutschland zu erkennen. Aber vielen Leuten ist ja aus Gewohnheit selbst das Maximum an Querulanz zu wenig.
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  13. #13
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    Hallo Terrorist,

    Beate Zschäpe kann sich ja in der Zwischenzeit bei Brigitte Mohnhaupt und Susanne Albrecht informieren, wie man sich nach begangenen Morden und der Beihilfe dazu resozialisiert.

    lG

    mp
    ........
    whiskey's getting deeper
    and I use it like a moat
    there's a blues man in the distance
    and he's lost inside his note
    ........
    (Savatage)

  14. #14
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    Wenn es ihr ernst damit wäre bestimmt. Und niemand sonst darüber zu entscheiden hätte. Es grenzt wirklich alles daran wo wir uns fragen müssten was wovon bedingt wird. Dadurch dass die RAF Leute vorher untergetaucht sind ist Beates Fall wohl etwas anders gelagert. Die Ernsthaftigkeit von Resozialisierung ist doch eine etwas hölzerne da sie auf Konventionen beruht, die dem Leben ohne doppelten Boden nur bedingt gerecht werden. Ich glaube das ganze ist ein unlösbares Problem das weiter für Überraschungen sorgen wird und in der künstlerischen Aufarbeitung vielleicht begreifbarer und erlebbarer wird als die bisherigen Film- und Theaterversuche. Es ist ein Test wie ein derartiger Organismus unsere Vorstellung von Leben definiert.
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  15. #15
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    Unterschwelligkeiten in der Identitätststrukturen von lyrischen Personen werden zu Realitäten wenn sie solche Wellen schlagen die unabhängig von der Psyche getroffen werden. Es ist die Spaltung des Bewusstseins von der Persönlichkeit die durch Erinnerungen wie an Todesstrafe uns da hält wo Resozialisierung neuen Atem bräuchte der nicht nur von dem Corpus delicti ausgeht. Es ist die schematische Darstellung fehlender Verbindungen zwischen Opfer und Täter, oder denen die genug daran glauben in diese Rolle zu passen.

    Vielen Dank + MFG!
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