1. #1
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    das einfache vor dem schweren

    lerne erst zu leben,
    bevor du lernst zu sterben,
    lerne, dinge zu erwerben,
    bevor du lernst sie wegzugeben,

    lerne zu lügen
    und dann erst die wahrheit zu sprechen,
    lerne das gesetz zu brechen,
    bevor du lernst dich ihm zu fügen,

    lerne zu gehen,
    bevor du lernst zu rennen,
    lerne dinge zu erkennen,
    bevor du lernst sie zu verstehen.

    lerne erst durch die welt zu treiben,
    bevor du lernst sesshaft zu werden,
    lerne ein besucher zu sein auf erden,
    bevor du lernst bei dir selbst zu bleiben.
    Geändert von Ali (11.04.2019 um 09:48 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Ali,

    ich bin über dein Gedicht gestolpert und ich finde es trotz seiner vermeintlichen Einfachheit (zumindest in der Sprache) recht interessant.

    Zunächst zur Form:
    Ich finde du hast treffende Reime gefunden, trotzdem liest es sich an manchen Stellen recht holprig und man könnte hier und da sicher noch am Lesefluss arbeiten.

    Zum Inhalt:
    Die „einfachen“ Aufgaben vor den „schweren“ Aufgaben, damit gibst du im Gedicht die Richtung an.
    Für mich könnten manche Dinge aber auch in umgedrehter Form da stehen und das vermeintlich Einfache ist relativ/subjektiv und könnte auch andersrum seine Berechtigung haben. Auch wenn es vielleicht nicht deine Intention war so gefällt mir diese Umkehrmöglichkeit beim Lesen und Verstehen..

    Gruß
    question

  3. #3
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    Hallo question

    Danke für dein Interesse...

    Zur Form: Es hat schon etwas, dass es etwas stolperig ist. Als jemand, der schon bald 20 Jahre lang Gedichte schreibt, kann ich nur sagen, dass ich ab und zu festgestellt habe, dass überarbeitete Gedichte vielleicht flüssiger zum Lesen sind, aber etwas künstlich daherkommen und von ihrem ursprünglichen Charme verlieren. Von der Form her stört mich persönlich eher, dass in der letzten Strophe in der dritten Zeile kein Verb am Schluss steht...

    Inhaltlich hast du wohl recht, dass es etwas subjektiv ist, was man nun einfacher findet und was nicht. Dass man hier einiges umdrehen könnte, ist wohl wahr. Ich halte das Gedicht auch nicht für abgeschlossen. Gerade gestern hatte ich noch eine Idee für eine Strophe, die ich aber leider mittlerweile wieder vergessen habe und nicht rekonstruieren konnte... Eine Idee war noch die folgende:

    lerne umzufallen,
    bevor du lernst wieder aufzustehen,
    lerne die schönheit zu sehen,
    bevor du lernst sie zu behalten.

    Aber eben: das reimt sich offenbar nicht. Ich denke auch, dass andere Dichter in einer ähnlichen Form weitere Gedichte schreiben könnten, wohl auch bessere als meines. Verbesserungsvorschläge nehme ich selber aber nicht gerne entgegen, da ich sonst den Eindruck bekomme, ein Werk sei nicht mehr das meinige. Für zukünftige Werke nehme ich aber gerne Hinweise entgegen.

    LG

    Ali

  4. #4
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    Hallo Ali,

    gerade das Subjektive und damit die Möglichkeit es umdrehen zu können hat mir ja besonders gefallen.
    Ich versteh deinen Einwand mit dem Überarbeiten durch fremde Vorschläge sehr gut. Ich selbst tue mir da auch immer schwer, da man sich manchmal einfach nicht von gewissen Formulierungen trennen will und zum anderen eben das Gefühl entsteht es ist nicht mehr das ganz eigene Werk.
    Manchmal konnte ich es aber auch ganz gut zulassen und es hat dem ein oder anderen Gedicht gut getan .. aber es gibt auch Gedichte wo ich irgendwie innerlich "stur" bleibe, da es eben eine ganz besondere Bedeutung hat. Manchmal hängt es zumindest bei mir davon ab wie stark mein persönlicher Bezug zu dem Gedicht ist.
    Ich bin auch kein dogmatischer Verfechter von Perfektion in der Form eines Gedichts und ich kann oft trotz "Holprigkeit" sehr entzückt oder berührt von einem Gedicht sein.

    Deine weitere Strophe finde ich auch passend und ich finde dein Gedicht könnte inhaltlich bestimmt noch sehr weit fortgeführt werden aber auch so wie es ist kommt die Botschaft rüber und hat mit gefallen.
    Gruß
    question

  5. #5
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    Zitat Zitat von question Beitrag anzeigen
    Deine weitere Strophe finde ich auch passend und ich finde dein Gedicht könnte inhaltlich bestimmt noch sehr weit fortgeführt werden aber auch so wie es ist kommt die Botschaft rüber und hat mit gefallen.
    Danke für das Kompliment...

    Vielleicht werde ich das Gedicht noch verbessern... Besonders wünschenswert wäre es natürlich, wenn in den einzelnen Strophen die ersten beiden Zeilen mit den letzten beiden einen Zusammenhang hätten, der darüber hinausgeht, dass sie sich reimen. Das wäre dann schwer zu bewerkstelligen... In einigen Strophen kann man sich einen solchen Zusammenhang dazudenken, aber da wären sicher noch Verbesserungen möglich...

    Gruss

    Ali

  6. #6
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    Lieber Ali,

    Deine Texte sind Quatsch - ich kann mich noch an einen Kommentar von 2010 zum Gedicht "Wir wollen die DDR zurück" erinnern, wo Du mal trollunbotmässig gut nachgedacht hattest.

    Was soll die Füllung des Buchstabenmülls?

    Wenn ich an Dich denke, sehe ich immer einen Gurkenkönig aus der Spülmaschine steigen.

  7. #7
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    Hallo Aron Manfeld

    Nicht sehr witzig, was du da verzapfst. Leider verstehe ich deine Behauptungen auch gar nicht. Das mit dem DDR-Gedicht kann nicht sein, weil ich erst seit 2012 registriert bin, aber das weisst du vermutlich auch selber.

    Das mit dem Gurkenkönig ist allerdings einfallsreich...

    Ich nehme einmal an, dass du auf meine Kritik zu deinem Werk reagierst (https://www.gedichte.com/showthread....ig-überm-boden). Tut mir leid, dass ich dich da scheinbar provoziert habe. War wohl etwas fahrlässig von mir, was ich da alles verzapft habe. Wie auch immer... Du brauchst nicht überrascht zu sein, wenn du dir da noch mehr Kritik einbringst, aber vielleicht ist es ja gerade das, worauf du aus bist.

    LG

    Ali

  8. #8
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    Hallo Ali

    man könnte auch sagen: lerne, ehe Du lehrst

    Damit meine ich jetzt nicht speziell dich

    Oder anders formuliert...als Frage: von wem oder was soll ich all das lernen?

    Es gibt zwei Möglichkeiten: vom Leben selbst, also indem ich lebe. Zu leben ist eine Zwangsläufigkeit...zumindest bis zum Tod - also lernen wir alle...ob wir wollen oder nicht. Zweite Möglichkeit: ich lerne von Dritten. Doch wer garantiert mir, dass mir diese das "richtige" (für mich) beibringen/zeigen/vorleben?

    übertragen auf deinen Text:

    lerne erst zu leben,
    bevor du lernst zu sterben,
    leben lernen wir alle...wir haben gar keine andere Wahl - und das Sterben gehört zum Leben...also lernen wir auch das...ohne uns gegen das Lernen wehren zu können.


    lerne, dinge zu erwerben,
    bevor du lernst sie wegzugeben,
    hier ebenso. Wir alle erwerben Dinge, und das jeden Tag. Es gibt nicht einen Menschen auf dieser Erde, der das nicht lernt.

    Warum ich dir das (so) sage:

    Du hast nicht das Lernen als solches vpr Augen....sondern ein (von dir) "bestimmtes"---ein ganz konkretes - weshalb dein Text einen dogmatischen Charakter hat.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  9. #9
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    Hallo A. D.

    Es gibt zwei Möglichkeiten: vom Leben selbst, also indem ich lebe. Zu leben ist eine Zwangsläufigkeit...zumindest bis zum Tod - also lernen wir alle...ob wir wollen oder nicht. Zweite Möglichkeit: ich lerne von Dritten. Doch wer garantiert mir, dass mir diese das "richtige" (für mich) beibringen/zeigen/vorleben?
    Leider gibt es keine Garantie, dass diese Drittpersonen das Richtige lehren. Aber genau so wenig gibt es eine Garantie dafür, dass zum Beispiel morgen die Sonne aufgeht. Man erlebt gewisse Dinge und macht sich Gedanken darüber. Andere Drittpersonen erzählen von ihren Erfahrungen. Je nachdem, ob die Aussagen oder Hinweise der Drittpersonen zu den eigenen Erlebnissen und Gedanken passen, glaubt man ihnen oder nicht.

    Du hast nicht das Lernen als solches vpr Augen....sondern ein (von dir) "bestimmtes"---ein ganz konkretes - weshalb dein Text einen dogmatischen Charakter hat.
    Das denke ich auch. Ich trete hier als eine solche Drittperson auf, die irgendwelche Hinweise von sich gibt. Diese Hinweise könnten dogmatisch sein, wenn sie keinen Erfahrungen des Lesers entsprechen. Er hat dann keine Möglichkeit, meine Aussagen zu überprüfen und irgendeinen Sinn darin zu sehen. Allerdings könnte jede Lehre, die irgendjemand von sich gibt, dogmatisch sein. Ich selber denke, dass es Sinn macht, zu versuchen, die Hinweise anderer entgegenzunehmen, weil ich selber nicht alles erleben will. Wenn zum Beispiel jemand ein traumatisches Erlebnis gemacht hat, so glaube ich ihm wohl in den meisten Fällen, dass das Erlebnis nicht schön war, und überprüfe es nicht.

    Zu den Aussagen in meinem Text:

    lerne erst zu leben,
    bevor du lernst zu sterben,
    leben lernen wir alle...wir haben gar keine andere Wahl - und das Sterben gehört zum Leben...also lernen wir auch das...ohne uns gegen das Lernen wehren zu können.
    Mit dieser Aussage meinte ich, dass viele Leute im Gedanken leben, dass sie irgendwann sterben werden, und deshalb die vielen Möglichkeiten, die es im Leben gibt, gar nicht sehen. Je mehr man sich in die Welt einlebt, desto mehr kann man auch verstehen, dass das Sterben einen Platz hat auf der Welt. Das Sterben ist eigentlich die Negation des Lebens. Aber weil das Leben derjenige Zustand ist, den man als erstes kennenlernt, muss man auch vom Leben ausgehen. Und je mehr man lebt, desto mehr erfährt man auch über das Sterben. Ich hoffe, ich habe mich hier einigermassen klar ausgedrückt.

    lerne, dinge zu erwerben,
    bevor du lernst sie wegzugeben,
    hier ebenso. Wir alle erwerben Dinge, und das jeden Tag. Es gibt nicht einen Menschen auf dieser Erde, der das nicht lernt.
    Ja, darum ist es ja so einfach, Dinge zu erwerben: Weil man es die ganze Zeit über lernt. Hier würde ich behaupten, dass es viele Menschen gibt, die sich ihr Leben irgendwie einrichten mit den Dingen, die sie erwerben. Und auch wenn es nur kleine Dinge sind, hangen sie daran (ich selbst schliesse mich hier nicht aus). Aber dann muss man lernen, sie wieder wegzugeben. In dieser ersten Strophe gibt es deshalb auch einen Bezug zwischen den ersten beiden und den letzten beiden Zeilen. Man muss das, was man am Leben zu schätzen lernt, irgendwann auch wieder verlassen können.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand hier dafür argumentieren könnte, dass das Weggeben einfacher ist als das Erwerben. Dies sind jedenfalls die Überlegungen, die ich in das Gedicht einfliessen lassen habe. Mir ging es dabei auch nicht darum, irgendwelche unumstösslichen Wahrheiten von mir zu geben. Ich wollte einfach einige Überlegungen in eine ansprechende Form bringen, zur erbaulichen Lektüre, sozusagen.

    LG

    Ali

  10. #10
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    Hallo Aron Manfeld

    Nicht sehr witzig, was du da verzapfst. Leider verstehe ich deine Behauptungen auch gar nicht. Das mit dem DDR-Gedicht kann nicht sein, weil ich erst seit 2012 registriert bin, aber das weisst du vermutlich auch selber.

    Das mit dem Gurkenkönig ist allerdings einfallsreich...

    Ich nehme einmal an, dass du auf meine Kritik zu deinem Werk reagierst (https://www.gedichte.com/showthread....ig-überm-boden). Tut mir leid, dass ich dich da scheinbar provoziert habe. War wohl etwas fahrlässig von mir, was ich da alles verzapft habe. Wie auch immer... Du brauchst nicht überrascht zu sein, wenn du dir da noch mehr Kritik einbringst, aber vielleicht ist es ja gerade das, worauf du aus bist.

    LG

    Ali
    Wollte Dich mal kitzeln, lieber Ali. Du bist schon ein Vitalfaktor, der unser Forum bereichert. Nun habe ich gar nix zu Deinem Gedicht gesagt - aber das hattest Du sicherlich kaum von mir erwartet.
    Die Vergeblichkeit des Lebens mit Lebendigkeit beschämen. Aron Manfeld

  11. #11
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    Hallo Aron

    Danke für das Kompliment.

    Man liest sich

    LG

    Ali

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