Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    "Unsere" Pflicht gegenüber Zuwanderern

    Es gibt meines Erachtens die Pflicht, sich an der Entstehung dessen zu beteiligen, was man für sich selbst in Anspruch nimmt bzw. später in Anspruch nehmen will. Hier meine ich konkret den Nachwuchs für unsere Gesellschaft, der für den Fortbestand des allgemeinen Wohlstands und der allgemeinen Abgesichertheit unentbehrlich ist. Es ist in Deutschland nach ca. 5 Millionen Abtreibungen in den letzten 40 Jahren und nach einem eklatanten Geburtenrückstand, mit der Folge der völligen Überalterung des Teils der Bevölkerung, der seit Generationen einheimisch ist, nun zu einer Pflicht geworden, Zuwanderung nicht nur zu akzeptieren sondern die Integration von Zuwanderern durch persönliches Verhalten und durch persönliche Zugeständnisse zu fördern, anstatt sich mit Händen und Füßen dagegen zu wehren, dass Zuwanderer auch nur in die Nähe des selbst bewohnten Wohnhauses ziehen. Jeder, der keinen eigenen Nachwuchs in die Welt gesetzt hat bzw. der nie als erwachsener Mensch mit Minderjährigen in einem Haushalt gelebt hat, darf sich mal selbst fragen, wie viele Flüchtlingsfamilien in dem selben Wohnhaus leben, in dem auch er lebt. Und wenn er sagen muss, dass gar keine Flüchtlinge, gar keine in jüngerer Zeit nach Deutschland Zugewanderte seine direkte Nachbarschaft bilden, dann sollte er mal forschen, woran das wohl liegt. Und er sollte sich dann fragen, ob es fair ist, Menschen, die dringend als Arbeitskräfte benötigt werden und die man deswegen auch im Land halten muss, derart aus der Mitte der Gesellschaft zu verbannen, dass sie noch nicht einmal unter den schon lange Einheimischen wohnen dürfen. Entweder man pfeift auf den allgemeinen Wohlstand und die Sicherheit (Gesundheitssystem, Sozialstaat) oder man lässt diejenigen, die man für diesen Wohlstand braucht auch EHRLICH in alle Bereiche der Gesellschaft vor, in alle Wohnenviertel, in die ganze Arbeitswelt, in die ganze Welt der Ausbildungen, auch in das kulturelle Leben. Dazu gehört auch, dass man diese Menschen das kulturelle Leben nach ihren Vorstellungen mitgestalten lässt, sie gleichberechtigter (!) Teil davon werden lässt. Wie gesagt: Es geht hier um die Frage, wer von denen, die gegen Zuwanderung sind, jemals als erwachsener Mensch mit Minderjährigen in einem Haushalt gelebt hat!

  2. #2
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    Hallo Zärtlichkeit

    ein schwieriges Thema, das i.d.R. meist im Streit endet...weil es polarisiert. Das hat auch damit zu tun...weil jeder nur das hört...was er hören will. Ich persönlich kenne nicht eine einzige Person...die gegen Zuwanderung ist - schließlich wandern hier schon Menschen zu...seit es Deutschland gibt. Die Zuwanderung als solche ist also nicht der Streitpunkt - Streit gibt es dann, wenn es um die unkontrollierte Zuwanderung geht...so wie wir sie seit 2015 erleben. Die meisten Menschen befürworten Zuwanderung...sofern wir uns aussuchen können wer da zuwandert - nur dann reden wir auch tatsächlich von "Einwanderung".

    Du sprichst die Überalterung unserer Gesellschaft an. Uns "bringen" zugewanderte jüngere Menschen nur dann etwas...wenn sie auch in unsere Sozialkassen einzahlen. In der Realität ist es aber genau umgekehrt. Jedes Einwanderungsland, ausser Deutschland, sucht sich deshalb seine Zuwanderer aus.

    Wenn man qualifizierte Zuwanderung möchte...dann sollte man sich auch um die Zugewanderten kümmern...da bin ich ganz bei dir. Was Deutschland angeht, da reden wir aber eher von unqualifizierter Zuwanderung. Und weil Du von der Pflicht redest: wenn der Zugewanderte seine Pflichten erfüllt (Sprache lernen...Gesetze achten, Kultur und Religion respektieren...usw), dann sind auch wir in der Pflicht - aber nur dann.

    Seit Sept. 2015 sind 2,1 Millionen Menschen nach Deutschland zugewandert (offizielle Zahlen BAMF)

    Zitat BAMF

    Im Jahr 2015 kamen so viele Asylsuchende wie noch nie nach Deutschland; registriert wurden rund 890.000 Personen. In Folge dessen wurde 2016 mit 745.545 Asylanträgen der bislang höchste Stand in Deutschland verzeichnet. Die Zahl der Anträge sank 2017 auf 222.683.,
    Ich ergänze: 2018 kamen 185.000 und in den ersten beiden Monaten 2019 kamen 35.000. Also auch 2019 werden es wieder um die 200.000 sein...ebenso 2020 usw.../und bevor jemand Einspruch erhebt: wir reden hier von Asylsuchende - nicht jeder Zugewanderte suchte oder sucht hier Asyl

    Man kann also nicht behaupten die Deutschen würden ihrer Pflicht nicht nachkommen.


    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #3
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    Hallo A.D.,

    weil die allermeisten Deutschen seit ca. 40 Jahren ihren demographischen Pflichten nicht mehr nachkommen, müssen die Deutschen sich jetzt an den Gedanken gewöhnen, dass sie allesamt auf noch viel mehr Zuwanderung angewiesen sind als gemäß der von dir genannten Zahlen. Das ist der Preis für hunderte Millionen bequeme leben ohne Minderjährige im Haushalt.

    Beste Grüße

    Henrik
    Optimismus ist Pflicht (Sir Karl Raimund Popper)

  4. #4
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    Dazu muss man aber erstmal feststellen, dass wachsender Wohlstand idR Nachwuchsprobleme mit sich bringt; Zugegeben in Deutschland in besonderem Maß. Woran liegt das? Ich laß einmal das Buch "Die narzisstische Gesellschaft" von H.J. Maaz, deren vielversprechender Titel auch das unter die Lupe nimmt. Es ist ein Bedürfnis Liebe zu geben, wenn man diese auch in seiner Kindheit ausreichend erhalten hat. Nun hat sich in Vergangenheit eine Entwicklung ergeben, in der es zunehmend eine Verschiebung im Familiendasein gab. Die Erwerbsarbeit und die Einkommenserzielung verdrängten den Wert der Zeit, die aktiv mit den Kindern verbracht wurde. Zum Ausgleich wurden Kinder mit aus dem Wohlstand generierten materiellen Gütern alimentiert. Folge dessen ist ein sich relativ ungeliebt fühlendes Kind, was die Grundlage zur Entstehung eines mindestens leichten Narzissmus bildet. Aus diesem Narzissmus heraus, wonach Betroffener lebenslang versuchen wird, die Defizite an emotionaler Zuwendung auf erlernte Weise zu kompensieren, wird das Bestreben nach Sicherheit und Anerkennung rein materiellen Gesichtspunkten folgen. Unvorstellbar ist für solche Menschen, erstens aus dem Euro für sich freiwillig 30 Cent zu machen, noch eine Art Altruismus, der ja eigentlich keiner ist, auf eine Nachkommenschaft wirken zu lassen. Wenn mich jemand nach dem vorherrschenden Dispositiv hierzulande fragt, antworte ich: Narzissmus. Ist jener selbst betroffen, wird Obiges idR aufgenommen, als ob ich Blinden was von Farben erzählen würde. Wir leben in einer lieblosen Zeit, in der vieles nur noch unter wirtschaftlichen Aspekten gesehen wird. Wenn aufgrund des Nachwuchsmangels und familiären Hintergrunds ein gealterter Bürger frühzeitig im Altersheim landet und einmal von einem jungen Somalier aus dem vollen Windelpaket befreit wird, wird er selbst dann nicht den mitmenschlichen Aspekt begreifen, sondern nur das aus seinem eigenen Denken heraus einzig mögliche Motiv des Pflegers sehen, den Verdienst. Ob es zum Überleben reicht, wird ihn gar nicht erst interessieren.

    Kinder spielen leider heute eine Neben-nebenrolle, da sie zum einen ein wirtschaftliches Risiko bzgl Adaption Arbeitsmarkt darstellen und zum anderen die Forderung nach Aufmerksamkeit besteht, die allein der so verhinderten Elternschaft zusteht.
    Es sieht in Zukunft scheiße aus und als hätten wir eine andere Chance, als Menschen aus anderen Ländern zu uns zu nehmen, mit allen bekannten Folgen. Trotzallem verfolgen viele weiter die ethnisch- kulturelle Austerität, die mit absoluter Sicherheit in die Krise führen wird. Ja ja, die Pflegeroboter....
    Da bin ich ganz bei dir.

    LG
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

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