1. #1
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    "Das Lied von der Sehnsucht nach Ewigkeit"



    "Das Lied von der Sehnsucht nach Ewigkeit"


    Die Ewigkeit ist ein endloser Raum,
    ein Zeitraum ohne definiertes Ende.
    Sie ist ein von mir irrealer Traum,
    mit dem ich ein Teil des Lebens verschwende.

    Ich sehne mich nach der Ewigkeit,
    nach ewiger Liebe und Zweisamkeit,
    nach einem Leben ohne jegliche Trauer,
    mit einer vor dem Verlust schützenden Mauer.

    Doch diese Gedanken sind ein Ideal
    und entsprechen nicht der Wirklichkeit.
    Die Schmerzen des Lebens sind leider real
    und die Liebe manchmal von begrenzter Zeit.

    Nach der Ewigkeit sehne ich mich.
    Doch ich weiß genau, sie gibt es nicht.
    Sie war niemals da, sie war niemals fort.
    Und dennoch such' ich ihres Daseins Ort.

    Unsere Seelen ertragen das Leid.
    Das Leid, das uns stets der Abschied bringt.
    Denn Abschied bedeutet Vergänglichkeit,
    durch die man mit tiefer Trauer ringt.

    Man sagt zwar, die Zeit heilt alle Wunden,
    doch diesbezüglich muss ich bekunden,
    nicht alle Schmerzen kann die Zeit aufhalten,
    vor allem dann, wenn die Gefühle walten.

    Die Welt der Gefühle - Unbarmherziges Land.
    Bereitet ganz tief empfundenen Schmerz.
    Sie raubt mir oft jed' gesunden Verstand,
    zerstört und beflügelt zugleich mein Herz.

    Nach der Ewigkeit sehne ich mich.
    Doch ich weiß genau, sie gibt es nicht.
    Sie war niemals da, sie war niemals fort.
    Und dennoch such' ich ihres Daseins Ort.

    Doch wenn die Ewigkeit nicht existiert,
    was ist wohl dann unserer Leben Sinn?
    Stets wissend, dass man die Liebsten verliert,
    worin liegt wohl dann des Lebens Gewinn?

    Egal wen wir lieben, egal in welch' Form,
    der Verlust unserer Liebsten schmerzt enorm.
    So frag' ich nach der Notwendigkeit,
    von Trennung, von Abschied für alle Zeit.

    Warum dann noch glauben an Ewigkeit?
    Wozu sich sehnen nach ewigem Glück?
    Wenn doch alles scheint dem Ende geweiht,
    und nichts wird kommen wieder zurück.

    Nach der Ewigkeit sehne ich mich.
    Doch ich weiß genau, sie gibt es nicht.
    Sie war niemals da, sie war niemals fort.
    Und dennoch such' ich ihres Daseins Ort.

    Ganz irritiert sind meine Gedanken,
    verloren zwischen Traum und Wirklichkeit.
    Der einzig' Wunsch, um den sie sich ranken,
    ist die Existenz der Ewigkeit.

    Es ergibt keinen Sinn, nur zu träumen,
    und das echte Leben zu versäumen.
    Denn unser Leben trägt viele Blüten,
    die unser Dasein mit Glück vergüten.

    Liebe - Des Lebens schönste Blütenpracht.
    Im Herzen verankert, so tief und fest.
    Durch sie wird in mir ein Feuer entfacht,
    das mich meine Sehnsucht vergessen lässt.

    Auch wenn ich sie manchmal noch spüren mag,
    so verschwindet sie mehr mit jedem Tag.
    So kann ich die Ewigkeit endlich spüren,
    indem ich mich lasse vom Herzen führen.


    © Gemma's Son
    Geändert von Gemma's Son (23.04.2019 um 20:22 Uhr)

  2. #2
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    Hallo "Gemma's Son"!

    Da hier noch kein Kommentar abgegeben wurde, dachte ich mir, ich schreibe mal ein paar Zeilen dazu.

    Ich finde deine Zeilen sehr schön. Wer sehnt sich nicht nach der Unvergänglichkeit von allem Schönen?

    Ob diese ein irrealer Traum ist, mit dem man einen Teil des Lebens verschwendet, sei dahingestellt. Ich persönlich denke, das der Traum selbst schon ein Gewinn ist, und keine Verschwendung, auch, wenn es oft schmerzt, festzustellen, dass wohl nichts für die Ewigkeit bestimmt ist. Es kommt natürlich auch immer darauf an, an was man glaubt. Da ich z.B. den Tod nicht als Ende betrachte.. gibt es für mich auch die Ewigkeit. Wenn man das so für sich akzeptiert hat, kann man die Ewigkeit leben.. und muss sich nicht mehr in "Träumen" verlieren, wenn man sich nach Ewigkeit sehnt. Ansonsten sind deine Zeilen natürlich sehr zutreffend.

    Um noch 1-2 Sachen anzusprechen:

    Liebe - Des Lebens schönste Blütenpracht.
    Im Herzen verankert, so tief und fest.
    Durch sie wird in mir ein Feuer entfacht,
    das mich meine Sehnsucht vergessen lässt.
    Ist nicht gerade die Liebe etwas, das eine Sehnsucht nach Ewigkeit auslösen könnte?
    Vielleicht sogar das einzige, das diese Sehnsucht überhaupt erweckt?
    Man möchte geliebte Menschen oder geliebte Dinge, oder Tätigkeiten, die man liebt zu tun.. nicht verlieren?
    Gut.. Liebe kann blind machen, das Glücksgefühl lässt die Sehnsucht vergessen, und man spürt die Ewigkeit, statt sie zu träumen.
    Also so gesehen, ein sehr schönes Ende. Trotzdem musste ich hier kurz überlegen, da es eigentlich einen kleinen Widerspruch darstellt.. der aber Sinn ergibt. Also eher ein Paradoxon ^^

    Auch wenn ich sie manchmal noch spüren mag,
    so verschwindet sie mehr mit jedem Tag.
    So kann ich die Ewigkeit endlich spüren,
    indem ich mich lasse vom Herzen führen.
    Auch hier musste ich kurz überlegen, was überhaupt "verschwindet". Die Liebe.. oder die Sehnsucht.
    Beides würde rein theoretisch zu einem sinnvollen Ende führen. Wenn die Liebe verschwinden würde.. würde man sich wieder in den Traum der Ewigkeit flüchten. Allerdings würde dann die letzte Zeile wenig Sinn ergeben, ausser, das Herz strebt mehr nach Ewigkeit, als nach Liebe. Daher nehme ich mal an, dass die Sehnsuch verschwindet.. und nicht die Liebe. Melancholischer wäre es natürlich, wenn die Liebe verschwinden würde ^^

    Hinweise zu Wortwahl und/oder kleinen Rechtschreibfehlern:

    S1V3 "Sie ist ein von mir irreeler Traum,"
    Sie ist ein von mir "irrealer" Traum.

    S2V2 "nach ewige Liebe und Zweisamkeit,"
    Nach "ewiger" Liebe.

    S7V4 "zerstörst und beflügelt zugleich mein Herz."
    "zerstört" und beflügelt zugleich mein Herz."

    S9V2 "was ist wohl dann unserer Leben Sinn?"
    Hier fände ich "was ist wohl dann des Lebens Sinn?" evtl. schöner zu lesen. Weiss ja nicht, wie es "gesungen" wird ^^

    Bezüglich Metrum brauche ich wohl nicht viel sagen. Wird bei Liedern überhaupt auf sowas geachtet?
    Ich wusste bis vor kurzem ja nichtmal, dass es sowas gibt.

    Also wie gesagt.. ich finde den Text wirklich sehr gelungen, daher sind meine Worte auch eher Hinweise und Gedanken, und keine Kritik
    Wurde das Lied auch schon gesungen? *g*

    Beste Grüße,
    Lightning
    Geändert von Lightning (22.04.2019 um 05:42 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  3. #3
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    Hallo "Lightning"!

    Zunächst erst einmal vielen Dank für deine ehrlichen und aufmunternden Zeilen. Es ist schön, zu dem was man verfasst hat, auch mal ein direktes Feedback zu bekommen. Es freut mich sehr!
    Die angesprochenen grammatikalischen Mängel habe ich gleich beseitigt. Normalerweise sagt man mir unter Freunden und Kollegen diesbezüglich Krümelkackerei nach. Aber Fehler macht dann wohl doch jeder!
    Das Lied war schon als Gedicht gedacht, hat sich beim Schreiben aber irgendwie von selbst in eine Liedform entwickelt. Es ist das erste größere Werk, welches ich schon vor einiger Zeit verfasst hatte, um eine sehr melancholisch angehauchte Zeit meinerseits in Worte zu fassen.
    Mein Hauptaugenmerk zum damaligen Zeitpunkt lag in der Gedankenmalerei bezüglich meiner Empfindungen und der Umsetzung derer in verschiedener sprachlicher Variation. Dabei habe ich weniger auf jede Sinnhaftigkeit einer jeden Zeile oder gar Strophe geachtet. Das Gefühl in dem Moment mit Hilfe des Wortes Kraft umzusetzen, stand für mich im Vordergrund.
    Bezüglich deiner Worte zur letzten Strophe habe ich diese noch einmal mit zeitlichen Abstand zu damals in meinem Kopf Revue passieren lassen.
    Ich beabsichtigte damals, das "Verschwinden" der Sehnsucht in dieser Strophe zu erwähnen, weil erst durch das Finden der wahren Liebe, meinem höchsten Ziel im Leben, die Sehnsucht nach der Ewigkeit entschwindet. Denn erst durch die bedingungslose Liebe zu einem Menschen zeigt sich die Wahrheit des Seins und der eigenen Gefühlswelt erkenntlich. Und der Gedanke an die Ewigkeit verliert sich im Glanze des Moments der gegenseitigen Zuneigung. Klingt irgendwie verschwurbelt, aber anders weiß ich mich nicht auszudrücken.
    Gesungen wurde das Lied noch nicht. Man könnte ja mal darüber nachdenken...
    Auf jeden Fall vielen, lieben Dank für deine Aufmerksamkeit!
    Vielleicht kann man ja zukünftig eine Korrespondenz aufbauen, Ideen tauschen etc.

    Auf bald,
    Gemma's Son

    Irgendwann wird einem klar,
    dass alles ein Traum ist
    und nur geschriebene Dinge
    die Möglichkeit haben, wirklich zu sein.

    James Salter

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