1. #1
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    Bronze, Cyan, Alabaster

    Für G.

    Bronze.
    Weich, warm, duftend;
    ein Windhauch,
    ein Fließen,
    tanzende Reflexe.
    Du lachst.
    Oh, wie du lachst.

    Cyan.
    Deine ganz spezielle Nuance.
    So klar, so rein, so irisierend.
    Wie eine Eisblume
    von kristalliner Grazie.

    Alabaster.
    Wie Pergamentpapier
    auf grünen Zweigen.
    Durch sie pulsiert mein Leben
    und doch bist du kein Synonym.
    Mein Kleinod, mein Erzengel,
    denn du gehörst nur dir.

    Bronze, Cyan, Alabaster:
    Dein Ursprung liegt in mir.
    Heimat ist etwas Verlorenes,
    eine Sehnsucht, die sich nie erfüllen lässt.
    . (Edgar Reitz)
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  2. #2
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    Schlicht und ergreifend. Worte der Kritik könnten hier und da nur in die Leere greifen, welche sich durch die Worte vertrieben wähnt, so als bliese ein Wind uns in die Seele mit Tönen die denen gleichen welche ich hörte als ich das hier so las wie es vermutlich gelesen werden wollte. aber wer kann das schon genau wissen?
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Hallo Jala

    Ein sehr emotionaler Text. Du vermittelst sehr sorgsam über die Wahl der Farben Bilder. Zunächst die Wärme der Bronze, dann die Kühle des Blaus - und die Verbindung im Weiß, warm und kalt.


    S1: Zunächst fällt die Alliteration mit W auf. Auch die generelle Häufung von As, Es und Is führt zu einer freudigen, positiven Grundstimmung. Diese Strophe vermittelt (emotionale) Wärme und Nähe, ein Gefühl von Geborgenheit und Freude.

    S2: Farblich kommt hier Kälte ins Spiel - und auch die Wortwahl (Eisblume, kristallin) verdeutlicht dies. Klanglich bleibt über die Wahl von As, Is und Es aber eine sehr feierliche, positive Grundstimmung. Besonders interessant finde ich hier das Irisierend. Zum einen die Bedeutung des Wortes - und doch mag ich darin eine Anspielung auf die Iris und das Blau als Augenfarbe sehen.

    Auffällig ist, dass Cyan und Bronze ungefähr Komplementärfarben sein müsste. Obwohl Sprachlich also eine gewisse Gleichheit und Übereinstimmung zwischen den Strophen herrscht, geht es um Unterschiede.

    S3: Weiß. Etwas neues, das aus der (farblichen) Differenz entstanden ist. Hier mischt sich auch eine weitere Farbe, die nicht im Titel genannt wird hinzu. Grün.

    S4: Diese Strophe verbindet nun den Titel bzw. alle vorherigen Strophen.

    Inhaltlich würde ich den Text als Beziehung bzw die Geburt eines Kindes sehen. Bronze ist rötlich, was oft als weibliche Farbe gesehen wird. Cyan ist blau, was oft als männliche Farbe gesehen wird. Bronze beschreibt aber dabei auch die Beziehung, die körperliche Liebe und Nähe. Weiß, die Unschuld, ist dann das neue, das daraus hervorgeht. Ein unbeschriebenes Blatt - hätte ich gemeinsam mit dem grünen Zweig (als Fruchtbarkeits- und Friedenssymbol) als Kind interpretiert.

    Vielleicht hab ich mich da total verinterpretiert - ich glaube, dass der Text da durchaus viel Interpretationsspielraum lässt und man selbst viel eigenes hineinlegen kann.

    Gern gelesen.

    Liebe Grüße
    maXces/Nightfury

  4. #4
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    Hallo Terrorist, vielen Dank für dein poetisches verpacktes Lob

    Hi maXces bzw MisterNightFury (cooler Name übrigens, stehst du auf Drachen? ),
    schön, auf einen alten Bekannten zu treffen.
    So viel kann ich schon mal sagen: du hast dich nicht "verinterpretiert" sondern liegst mit vielen Dingen goldrichtig

    Das Gedicht ist tatsächlich meinem kleinen Sohn gewidmet. Ich hatte beim Schreiben die Stelle aus Schneewittchen im Kopf "Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und Haare so schwarz wie Ebenholz". Ich hatte also deine Interpretation der Farbenlehre dabei nicht im Sinn, finde deinen Ansatz aber spannend und ich freue mich immer sehr, wenn Eigenes hinein interpretiert wird. Wäre sonst auch langweilig.

    Zu Strophe 1: G. findet es wahnsinnig lustig, wenn man ihm durch die Haare pustet XD

    Strophe 2, hast du ganz richtig erkannt, bezieht sich auf die Iris.

    Da sich Strophe 3 auf Haut bezieht, waren für mich die grünen Äste Adern, die unter der Haut durchscheinen. Mir gefällt aber deine Interpretation auch gut

    Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.

    LG
    Heimat ist etwas Verlorenes,
    eine Sehnsucht, die sich nie erfüllen lässt.
    . (Edgar Reitz)
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  5. #5
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    Hi Ferdi,

    durch welches Wort würdest du es ersetzen?

    Liebe Grüße
    Heimat ist etwas Verlorenes,
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