Thema: zum meer

  1. #1
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    zum meer

    aus dem schlaf erbrochen
    zähmst du am offenen fenster
    dein haar -

    übst dich im lächeln

    dünengräser fächeln
    dir den frühling
    ins gemüt

    du schlüpfst aus deiner rolle
    hinein ins helle blau
    beblümter seide

    bist kind
    in deines kindes kleide

    dem alles blüht
    auf seinem letzten weg
    zum meer
    Geändert von AndereDimension (07.05.2019 um 21:06 Uhr) Grund: tippfehler "schlüpfst"..."f" vergessen
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  2. #2
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    Hallo andere Dimension,

    ds ist ja supergut und superschön! Nur mit dem ersten Vers komme ich nicht klar "aus dem Schlaf erbrochen"?? Aber das ändert nichts am Gesamteindruck. Toller Einstz von Reimen und Farben mit der überraschenden, traurigen Pointe am Schluss. Dass man nicht genau weiß, worum es geht, ist Teil der Faszination, die vom Gedicht ausgeht.


    Beste Grüße Onegin
    Love´s not Time´s fool W. S.

  3. #3
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    Nach dem Albtraum sind wir dran uns weiterhin der Betäubung zu widmen. Nur irgendwie mit anderen Mitteln so als hätten wir das im Überfluss parat womit wir für alles und jedermann empfänglich wären, wenn in uns ein Spiegel sich auftut der so weit ist wie das Meer.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Lb. A.D.,

    meine Interpetation:
    Aufgewacht und frisch gemacht zum Aufbruch in die eigene Welt, deren Kind das LI ist. Das LI wird in und durch die eigene Welt bekleidet, in der ihm nichts erspart bleibt. Der letzte Weg führt zum Meer, mit dessen unendlicher Weite es sich vereint.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Hallo A.D.,

    über meine Interpretation musst Du sicher lachen. Ich dachte beim Lesen Deines Gedichtes an die Geburt eines Schmetterlings, die Metamorphose vom Ei über die Raupe zur Puppe bis hin zum Schmetterling.

    Auch wenn ich falsch liege, habe ich Dein Gedicht gerne gelesen und mir Gedanken darüber gemacht.

    Gruß
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  6. #6
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    Hallo andere Dimension,

    gerade der Einstieg „aus dem Schaf erbrochen“ gefällt mir im Gesamtkontext sehr gut.
    Im Vergleich zur restlichen Stimmung deines Gedichts ist er eher grob und hart..
    Für mich liest sich dein Anfang wie ein harter Einstieg der in eine letzten sanfte Reise übergeht (die versöhnlich und friedlich wirkt) und am am Ende die Grausamkeit der scheinbar unumgänglichen Realität etwas den Wind aus den Segeln nimmt.
    Das "Zähmen" des Haars lese ich auch wie die Aufgabe des vielleicht letzten innerlichen Widerstands- das "geübte" Lächeln leitet dann die versöhnliche und traurige Stimmung ein..die dem LD sanft "eingefächert" wird bis es bereit ist zu gehen..
    Schön finde ich auch die Formulierung „dem alles blüht“..hier spielst du mit der Doppeldeutigkeit des Wortes „blühen“ bzw. mit dem Gebrauch dieses Wortes.
    So kann „blühen“ etwas sehr Schönes sein aber eben auch im Sinne von „Dir wird etwas blühen“= etwas Unangenehmes steht bevor.
    Am Ende entlässt du den Leser in ein trauriges aber auch sanftes Gefühl.
    Sehr gerne gelesen

    Viele Grüße
    question
    Geändert von question (03.05.2019 um 12:09 Uhr)

  7. #7
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    Hallo Onegin
    Hallo Hans
    Hallo Dabschi
    Hallo Terrorist
    Hallo Dabschi


    würde gerne ausführlich und angemessen auf jeden Kommentar eingehen, bin dafür aber zu müde. Möchte es aber nicht versäumen mich wenigstens bei euch allen zu bedanken! Ihr interpretiert den Text ganz unterschiedlich...und das finde ich gut.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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