Thema: buchendom

  1. #1
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    buchendom

    .



    dornengekröntes unterholz sein gefiedertes liedgut
    himbeersüße wissend im buchendom: hosianna!






    .

  2. #2
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    Hallo albaa,

    wenn ich das richtig verstehe, geht es in Deinem Gedicht um den Wald als sakralen Raum (Buchendom). Warum sprechen mich die Verse nicht so an? Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich glaube, es liegt daran, wie die Bilder in diesem Gedicht eingesetzt werden. Die Dornenkrone ist eine ganz starke Metapher, das Oper und Passion impliziert. Aber die Himbeerranken leiden ja nicht und opfern sich nicht. Sie wuchern bloß vor sich hin. Das (dornengekrönte) Unterholz wäre dann der Leib Christi, was uns auch nicht wirklich überzeugt. In der Kirche wird gesungen, deshalb das "Liedgut". Aber das Liedgut des Unterholzes??

    Dann noch ein letzter Einwand. In der Bibel kommt das Hossiana zeitlich vor dem Martyrium mit der Dornenkrone. Bei Dir lesen wir erst von der Dornenkorn und dann vom Hossiana.

    Im Ganzen ergibt sich daraus der Eindruck einer gewissen Vagheit und Sorglosigkeit, mit der in dem Gedicht Bezüge zwischen Natur und einem klerikalen Raum hergestellt werden.

    Das war jetzt wieder viel Mecker, Mecker, Mecker… Ich freue mich schon auf Dein nächstes Gedicht

    Angenehme Brechtlektüre & Grüße

    Onegin
    Love´s not Time´s fool W. S.

  3. #3
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    hallo onegin

    vielen dank! besser meckerei als schweigen! deine meckerei hilft mir. es ist natürlich erst einmal eine hexameterübung, bei der ich versucht habe versbau und wirklichkeit in einem eher "modernen", also surrealen sinn, zu vereinen - was allerdings, wenn ich deinen kommentar lese, oder eben die nichtkommentare bedenke, gescheitert scheint; es ist wohl zu künstlich, denn das wortmaterial ist auf den hexameter abgestimmt, was nicht natürlich klingen muss meines erachtens, eher so wie wirklich "modernes", also weit weg von jeder natürlichkeit oder gar verständlichkeit ein "eigenleben" führen; das hier sozusagen noch dazu in der (gegen)stromanlage der hexametrischen versfüße

    inhaltlich bin ich aber im prinzip mit deinen eindrücken auch einverstanden, wenn du einen "sorglosen" ("vagen"?) umgang mit den bezügen feststellst, nämlich wenn ich "sorglos" im wahrsten sinne des wortes nehme.

    der text entstand nach einer ostersonntäglichen wanderung bei traumhaftem wetter und mir schien dieses buchenwaldmysterium der österlichen heilsverkündung durchaus ebenbürtig, nein, sogar überlegen: alles kündet von der süße, echter süße, der wirklichkeit der himbeeren! deshalb auch die umkehrung - aber dieses "hosiana" hat ja auch eine doppelbedeutung.

    enttäuscht hat mich ein bisschen, dass dir das "gefiederte liedgut" nicht gefällt, auf das war ich richtig stolz, und zwar sowohl metrisch wie auch auf der bedeutungsebene.

    das nächste muss warten, ich hab im moment kaum den kopf dafür

    lieben gruß
    albaa
    Geändert von albaa (29.04.2019 um 20:13 Uhr)

  4. #4
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    Hallo albaa,

    danke für die Rückmeldung. Das gefiederte Liedgut per se passt schon. Nur die Verbindung mit dem Unterholz..?? Unterholz = GESTRÜPP! und was mögen das dann für Gemeindegesänge sein, die von diesen struppigen und düsteren Gesellen angestimmt werden.


    Bis dann
    Onegin


    Onegin
    Love´s not Time´s fool W. S.

  5. #5
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    albaa auf der jagd nach pfingstochsen?
    oder doch eher ein altgermanisches ritual?
    "buchenwald" ist ja mal echt was neues!
    kp
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  6. #6
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    Zitat Zitat von Onegin Beitrag anzeigen
    ... und was mögen das dann für Gemeindegesänge sein, die von diesen struppigen und düsteren Gesellen angestimmt werden.
    Hahaha, diese Assoziation gefällt mir, auch wenn sie vielleicht nicht ganz meine Absicht trifft. Aber es wird dir nicht schwerfallen, es auch noch anders zu empfinden/entschlüsseln, wenn du bald einmal in den Wald gehst.

    Hallo kaspar, das war eher noch der Osterhas (Kretikus), der Pfingstochs (Spondeus) - jedenfalls dann in einem allfälligen Hexa ohne -en - kommt dann vielleicht noch.

    "Neurituelles" im Sinne von: Meide die Eiche, suche die Buche?


    Danke für euren Besuch!

    Lieben Gruß
    Geändert von albaa (01.05.2019 um 14:02 Uhr)

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