Seite 2 von 2 Erste 12
  1. #16
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    8.913
    Dieses Wegdiskutieren wollen ist doch mehr als nur in einer Perspektive das grösste Hindernis. Dieses sich selbst anhand seiner Aussagen in dem Problem zu verorten, als beträfe es einen nicht nur so hypothetisch wie alles mal irgendwann und irgendwo eine Rolle spielen würde. Selbstdarstellungsmanie!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  2. #17
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    Hallo Terrorist

    Es kann schon sein, dass die eigenen Worte einen irgendwann einholen. Aber deshalb sind Worte doch noch keine Taten.

    LG

    Ali

  3. #18
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    8.913
    Schlimmer als das.Worte sind Waffen. Zeit aufzuwachen. Verzögerung durch Diskussion ist Unterlassung von Hilfeleistung. auch STGB verdächtig.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #19
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    Hallo Terrorist

    Worte sind vielfältig. Man kann sie als Waffen gebrauchen, man kann mit ihnen die Zeit vertreiben oder auch sich mit anderen Menschen austauschen. Kennst du etwa Heinrich von Kleists Erörterung Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden? Schon der erste Satz des Textes ist aufschlussreich: "Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rate ich dir, mein lieber, sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen." Auch während des monologischen Sprechens kann man gemäss Heinrich von Kleist Gedanken entwickeln: "Ich glaube, daß mancher großer Redner, in dem Augenblick, da er den Mund aufmachte, noch nicht wußte, was er sagen würde."

    LG

    Ali

  5. #20
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    8.913
    Gutes Beispiel für die immer weitere Verfeinerung dessen was ich gesagt habe. Aber pure Erkenntnis für sich selbst genommen funktioniert ohne Worte doch besser als wenn erst alles durch das Nadelöhr des Denkens muss. Und andere für sich Partei ergreifen lassen, hat auch nicht immer dahin geführt wo der Hammer hängt.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  6. #21
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    Du hast sicher recht, dass idealerweise Gedanken auch ohne Worte gebildet werden können. Ich finde deine Behauptung, Worte seien Waffen, einfach einseitig, da in der Gesellschaft Worte nicht immer als Waffen verwendet werden. Ich habe hier noch Kleist herbeigezogen, um dieses zu zeigen. Man könnte sicher noch andere Leute finden, die diese Meinung teilen.

    Und andere für sich Partei ergreifen lassen, hat auch nicht immer dahin geführt wo der Hammer hängt.
    Auch diese Auffassung ist einseitig, denn wenn du wirklich stets auf Bezüge auf andere Leute verzichten wolltest, dann ständest du bald alleine da. Dies ist undemokratisch, ja einzelgängerisch. Obwohl ich das Individuelle schätze, finde ich deine Haltung übertrieben.

  7. #22
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    4.448
    Zitat Zitat von Ali Beitrag anzeigen
    Hallo NightFury



    Dass es in der Geschichte der Wissenschaft zufällige Entdeckungen gab und man oft nicht wusste, was der Nutzen einer neuen Entdeckung ist, das bezweifle ich nicht. Auch würde ich behaupten, dass man das wissenschaftliche Arbeiten erlernen kann, indem man irgendwelche Fragen aufwirft und dann zu beantworten versucht, ohne dass diese Fragen relevant sind. Man hat dann eben den Nutzen, das wissenschaftliche Arbeiten erlernt zu haben und man findet vielleicht auch nützliche Sachen heraus. Wenn man aber betrachtet, dass zumindest in der Geisteswissenschaft vor allem die Leute gute Wissenschaftler sind, welche viele Texte lesen, zusammenfassen und mit eigenen Schlussfolgerungen ausstatten können, dann frage ich mich, was genau das soll. Um auf mein Beispiel mit Goethes Wahlverwandtschaften zurückzukommen: Es gibt hier wohl hunderte von Arbeiten, die sich mit dem Thema befassen, und auch wenn jemand eine neue und richtige Interpretation des Werkes liefert, ist der Aufwand doch zu gross. Nun kann man natürlich auch Themen wählen, zu denen es noch nicht so viele Publikationen gibt. Hier läuft man aber schnell Gefahr, irgendwelche sinnlosen Themen auszuwählen. Es handelt sich hier um bürokratischen Aufwand ohne grossen Nutzen. Natürlich muss nicht immer alles einen Nutzen haben, aber wenn man sich stundenlang abquält, um eine Arbeit zu schreiben, dann wünscht man sich doch einen Nutzen, weil man sonst lieber etwas anderes tun würde, das vielleicht keinen Nutzen hat, aber wenigstens Spass macht. Und dies hat dann wieder mit dem Umweltschutz zu tun: Wenn jene Wissenschaftler, die für nichts und wieder nichts Energie und Ressourcen verschleudern, den ganzen Tag nur am Strand liegen oder anderen Hobbys fröhnen würden, dann hätten sie hoffentlich mehr Spass und auch der bürokratische Aufwand wäre wohl geringer. Erst kürzlich besuchte ich an der Uni ein Seminar, das von einem Schriftsteller geleitet wurde, und es war eine nette Abwechslung, wieder einmal einen Dozenten zu haben, der aus blossem Spass Bücher liest. Dass man nur wirtschaftlich forschen sollte, das habe ich nie behauptet. Im Gegenteil: Die Wissenschaft müsste unabhängig von der Wirtschaft forschen können, sodass sie nicht zur blossen Dienerin der Wirtschaft wird und lediglich die wirtschaftlichen Strukturen aufrechterhält. Ich selber versuche gerade, dafür zu argumentieren, dass man die Wirtschaft verkleinern sollte, indem man bürokratische Vorgänge verringert. Tatsächlich sind ja Banken, Versicherungen sowie Universitäten Teil der Wirtschaft. Ich gebe mein Geld den Banken, die es für mich aufbewahren – eine Dienstleistung. Diese investieren es irgendwo, wo das Geld arbeitet, was auch ein wirtschaftlicher Vorgang ist. Die Versicherungen bezahle ich, damit sie mich bei Unglücksfällen unterstützten. Eine Dienstleistung, die Jobs generiert, was wiederum mit der Wirtschaft zusammenhängt. Den Universitäten zahle ich als Student Geld, um ausgebildet zu werden. Das Bildungswesen ist ein Wirtschaftszweig. Mein wiederholter Vorschlag, die Bürokratie zu verringern, zielt darauf ab, auch die Wirtschaft einzudämmen. Das ganze ECTS-System, das sicherstellt, dass alle Studierenden genau dieselben Leistungen erbracht haben und nun für diese Leistungen gerecht benotet wurden, dient letztlich der Wirtschaft. Irgendwelche Arbeitgeber können dank diesem System sicher sein, dass sie jemanden einstellen, welcher kompetent ist. Ihr Risiko wird minimiert. Das ECTS-System dient somit den Arbeitgebern in der freien Wirtschaft. Der riesige Aufwand, um sicherzustellen, dass alle Studierenden dieselben Leistungen erbracht und für dieselben Leistungen benotet wurden, dient der Erforschung der Welt nur sehr wenig. Obwohl die Universitäten eigentlich neue, nützliche Forschungen anstellen sollten, nutzen sie das Potential der Studierenden gar nicht. Diese müssen erst einmal lernen, wie man wissenschaftlich arbeitet, was letztlich darauf hinausläuft, dass sie irgendwelche von Dozierenden aufgeworfenen Fragen beantworten müssen. Dass alle Studierenden dasselbe tun müssen und aufgrund dieser Tätigkeit benotet werden, erleichtert der Wirtschaft die Auswahl. Eine Wissenschaft, welche neue Aspekte der Welt erforscht, wird dadurch leider eingeengt. Vielleicht sollte man an den Universitäten wieder unabhängig von internationalen Richtlinien arbeiten und mehr Experimente wagen, sodass die Wirtschaft zwar nicht so einfach die geeignetsten Mitarbeiter einstellen kann, die Universitäten aber wieder mehr neue Ideen ans Tageslicht befördern.

    LG

    Ali
    Ja, da gebe ich dir schon recht. Das mag in den Geisteswissenschaften stärker ausgeprägt sein. Wo ich dieses Problem in der Naturwissenschaft sehe, ist dieses ganze Wissenschaftsförderungs(un)wesen. Da wird eine Unmenge an Zeit und Geld in Förderungsanträge investiert. Das zu schreiben dauert gut und gerne seine Zeit, dann wird es eingereicht, und es gibt eine Akzeptanzquote von je nach dem 10 %, 20 %, X % und der Rest macht sich die Arbeit und Mühe für nichts. Davor müssen aber noch alle Anträge begutachtet werden, was auch Zeit und Geld kostet. Und wenn man das dann nicht im Kleinen sieht, sondern Europaweit, dann haben abertausende von Wissenschaftlern abertausende von Stunden, Tage und Wochen gegen die Mühlen der Bürokratie gekämpft für eigentlich nichts. Da verstehe ich deinen Standpunkt gegen die Bürokratie schon.

    ____________________________________________

    Verzögerung durch Diskussion ist Unterlassung von Hilfeleistung.
    Interessanter Satz, Robert, gerade auch zu aktuellen Umweltthemen, Klimawandel, etc. Aber du hast recht, die Zeit drängt.

  8. #23
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    8.913
    Bei Ali merkt man genau, das man manches auch nie merken kann. Worin die Übertreibung meiner Haltung überhaupt besteht und ob sie nicht rein rhethorischer Natur ist. Aber ihm ist daran gelegen einzuteilen und zu bewerten, damit sich

    noch andere Leute finden, die diese Meinung teilen.
    und ich merke auf welch verlorenem Posten ich stehe. Ohne dass aber irgendwas davon diente mich zu verletzen, weil
    einfach einseitig,
    keine Waffe ist sondern ein Rettungsring für in ihrem eigenen Ego Ertrinkende.
    Ohne aber ironisch wirken zu wollen

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  9. #24
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    378
    Hallo Terrorist

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich tatsächlich einteile und bewerte. Ich versuche nur, die Realität zu schildern, so wie ich sie wahrnehme. Und zwar nicht, damit sich noch andere Leute finden, die diese Meinung teilen. Vielmehr habe ich damit sagen wollen, dass es auch andere Leute gibt, welche die Wirklichkeit ähnlich wie ich wahrnehmen. Ich hatte tatsächlich den Eindruck, dass du auf einem "verlorenen Posten" stehst, und versuchte, dich umzustimmen. Das kann ich jetzt ja wohl aufgeben, da du absichtlich übertrieben hast (so jedenfalls verstehe ich deinen Hinweis auf die Übertreibung deiner Haltung). Ich habe immer etwas Mühe, deine Aussagen richtig zu verstehen. Deshalb verwundert mich dieses Missverständnis nicht. Ich wollte dich nicht verletzen mit meiner Behauptung, deine Auffassung sei einseitig. Da du nun aber offen zugibst, dass du diesen Einseitigkeitsvorwurf sogar als Rettung empfindest, habe nich noch mehr bedenken, ob ich dich jeweils richtig verstehe. Warum sollte jemand Einseitigkeit anstreben, frage ich mich. Jedem das seine, denke ich.

    LG

    Ali

  10. #25
    Registriert seit
    Nov 2009
    Ort
    Neu Paris, Exberlin, Virtualondon
    Beiträge
    8.913
    Genau wir schieben uns von Gedankenloch zu Gedankenloch. Wo gerade Platz zwischen den Fronten ist. Oder gibt es gar keine Fronten mehr? Und wenn du mir derartige Sachen offtopic mitteilen möchtest, wäre ich froh das hier weiterzuverfolgen:

    https://www.gedichte.com/showthread....7-Kummerkasten

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

Seite 2 von 2 Erste 12

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Im Bett unserer Zeit
    Von Kerlchen40 im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 08.02.2014, 10:08
  2. Mantelträger unserer Zeit
    Von Nightinbird im Forum Archiv
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.03.2007, 14:07
  3. Die Krankheit unserer Zeit
    Von mona rie im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 06.01.2007, 17:28
  4. Das Grau unserer Zeit
    Von Zauberfee im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 19.10.2005, 00:11
  5. Verwundbarkeit unserer Zeit
    Von Shadowfire im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 17.05.2004, 16:06

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden