Gestellte Zeit

Für ihn sei diese Zeit gemacht,
Meint jener Mensch, der wohl gedacht
Mit freieren Gedanken
Zum Leben hin zu wanken.

Er meint, die Zeit könnt' stille steh'n,
Würd' langsamer für ihn vergeh'n,
Wenn er bei warmem Sonnenschein
Endlich sein eigener Herr kann sein.

Doch warten da nicht Werksgestelle,
Die ihm verwehren jene Schwelle,
Wenn er ohne sein Handeln lenzt
Und meint, die Zeit sei nicht begrenzt?

Terminlich lässt sich Zeit bestellen,
Im Dialog das Zimmer hellen,
Bei dem die Welt sich weiter dreht,
Wenn man dann auseinandergeht.

Jedoch ist es im Sinn der Zeit,
Dass sie zur Umkehr nicht bereit:
Wenn man meint, Zähler seien aus,
Treibt uns die Uhr schon weit hinaus.


©Hans Hartmut Karg
2019

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