1. #1
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    Frühlingszeit

    Frühlingszeit

    Graues weicht dem zarten Grün,
    bunte Wiesenblumen blüh‘n,
    Himmelszelt erwacht in blau,
    Wolkenweiß stellt sich zur Schau.

    Glanzerfüllt und voller Prahlen
    tanzen leuchtend Lichterstrahlen,
    aus dem Ast erwächst ein Baum,
    welch ein bunter Frühlingstraum.
    Winterschlaf- und traumverlassen
    strampeln Tiere neue Gassen,
    frischer Wind im Morgenwald,
    wilde Beeren wachsen bald.

    Sieh, welch strahlendes Gefieder,
    eifrig singt es seine Lieder.
    Stressbefreit von Wintertagen
    lässt es sich gefühlvoll tragen,
    pfeift erfüllt im Sonnenschein,
    für die Liebe muss das sein!

    -= Lightning =-
    Geändert von Lightning (05.05.2019 um 21:25 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  2. #2
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    Hey Lightning, 2x es am Start finde ich unglücklich, auch fährst du danach mit Paarreim fort. Wie wärs, wenn du eine Zeile daraus machst:
    "Graues weicht dem zarten Grün"? So wärst du auch gleich die Auftakte los, die danach nie wieder vorkommen.

    S2: glanz-hell-leuchtend-Licht... zu viel des Guten, zumal Lichtstrahlen per se nicht dunkel sein können.
    S3: Mit viel gutem Willen zur Bildlichkeit kann ich akzeptieren, dass Federn singen können. Besonders geglückt dünkt mich der Satz aber nicht.
    Sonst... ja eine klassische Frühlingsbeschreibung halt, ohne grosse Überraschungen.
    Formal: Guck dir mal noch die Kommas an, nicht jedes Zeilenende braucht eins.
    LG gugol

    Später: Aus dem Ast erwächst ein Baum? Wie sollte das gehen? Aus dem Keimling wächst ein Baum? Beides passiert jedoch nicht innerhalb eines Frühlings, weshalb ich das ganz weglassen würde.
    Geändert von Gugol (04.05.2019 um 09:52 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Gugol!

    Vielen Dank, für deinen Kommentar!

    Ja.. beim Start gebe ich dir auf jeden Fall Recht. Da werde ich auch ganz frech deinen Vorschlag Übernehmen. Thx!

    "Wintergrau weicht zartem Grün".. hm.. wäre dann evtl. der langen Wörter wieder zu viel, oder?

    Ich fand beim Schreiben "Es weicht das Grau, es wächst das Grün" irgendwie gut. Ich blieb auch absichtlich aus dem Takt, weil es mir gefiel, dass die ersten 2 Verse etwas weicher klingen bzw. klangen, und eine leicht getrennte Einleitung gebildet haben. Häufig habe ich auch nur eine solche "Zeile" im Kopf, aus der dann mehr wird. Das war auch hier der Fall, was wohl auch ein Grund ist, warum ich den Beginn am Ende nicht mehr genauer betrachtet habe.

    Das ganze Hell in den Zeilen.. ja.. ich denke, man muss es nicht mögen, aber irgendwie gefällt es mir gerade. Durch einige Worte des Gedichts sollte auch eine leicht morgentliche Stimmung entstehen. Da darf das Licht ruhig mal blenden. Du würdest sicher auch hier bessere Worte finden, die ich gerne übernehmen würde.. aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Diese Zeile stört mich auch selbst ein wenig:
    "Glanzerfüllt in hellem Prahlen"..

    Auch das singende Gefieder.. finde ich eigentlich gut.. zumal ich erst darauf hingewiesen wurde, dass man Dinge auch mal umschreiben sollte, ohne sie direkt zu nennen. In dem Fall.. der nicht genannte Vogel.. und evtl. auch versteckte Jungbären in den wilden Beeren.

    Was die "Überraschung" betrifft, hatte ich kurz überlegt, das Gedicht mit
    "pfeift erfüllt im Sonnenschein, für die Liebe.. muss das sein?" zu beenden.
    Aber wie du schon sagst.. sollte es eher "klassisch" bleiben, und einfach ein schönes Gefühl und Bilder schenken.
    Wobei ich auch das humorvollere Ende gut fände.
    "und baut sogar ein Frühlingsnest, in dem es sich dann lieben lässt", war auch ein Gedanke.

    Bezüglich "Ast" hatte ich vor dem darauffolgenden Vers mit dem "Frühlingstraum" absichtlich eine Zeile zum nachdenken stehen lassen. Wenn man die Zeilen schnell überfliegt, könnte/sollte der Eindruck entstehen, dass ich etwas falsch geschrieben hätte.. also: "oh.. jetzt träumt er.. da war ein Fehler.. einmal eine Zeile zurück und nochmal schauen". Ist ja anscheinend auch ähnlich geschehen, weil du die Zeile ansprichst

    Erst hatte ich geschrieben: "Auf dem Ast dort wächst ein Baum".. um darauf zu zeigen.. dann wäre es ein Keimling, der evtl. auf einem moosbedecktem Ast am Boden heranwächst.. aber ja.. bei so Kleinigkeiten bin ich mir leider nie sicher. Im Moment würde mir die daraufzeigende Version wieder besser gefallen. Die Aussage selbst werde ich erstmal nicht ändern, weil mir diese eigentlich gut gefällt. Nur, weil man den Keimling sieht, muss er ja nicht sofort ausgewachsen sein. Es geht eher darum, dass etwas heranwächst, und das Grün sprießt. Man könnte es auch so sehen, dass aus dem Ast Grün sprießt, das wie ein Baum aussieht, obwohl es nur Blätter werden. Also bei Gedichten gehe ich persönlich immer vom Willen zur bildlichen Vorstellungskraft aus.

    Bezüglich "bildlichem Willen" hatte ich kurz auch überlegt, "Pfeifen/Klang (er)füllt den Sonnenschein" zu schreiben..
    dafür hätte man zusätzlich noch akkustischen Willen benötigt, was dann auch mir zu viel des Guten war.
    Dafür hätte es sicher auch "Kritik" gegeben, die besagt.. dass das nicht möglich wäre

    Ich persönlich finde jedenfalls nach dem blendenden Licht die leicht zum Denken anregende "Entdeckung" des Keimlings gefolgt vom Frühlingstraum auch nach der "Kritik" noch gut.

    Was Kommas betrifft, wäre es nett, wenn du die Störenfriede evtl. benennen würdest. Mit Interpunktion bei Gedichten habe ich meine Problemchen, weil ich sie unabhängig von Satzzeichen immer so lese, wie es mir am besten gefällt. Daher setze ich sie meist einfach so, wie ich sie auch in normalen Sätzen setzen würde. *Edit sagt*: Ein paar habe ich schon mal rausgenommen ^^

    Beste Grüße,
    Lightning
    Geändert von Lightning (04.05.2019 um 23:14 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
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  4. #4
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    Hey L., klar, dein Gedicht... kannst du machen wie du es magst. Das mit den Anfängen kenn ich und mir fällt bei vielen Gedichten im Forum auf, dass bspw. die ersten Zeilen reimen und metrisch identisch sind, danach jedoch gehts in einer mehr oder weniger gewollt freien Form weiter. Es tut am Ende auch oft weh, den geliebten Anfang zu ändern.
    Die zu vielen Kommas hast du schon weggemacht, sogar zwei zu viel. Nach "Gassen" muss wieder was kommen (da ginge auch ein Punkt) und nach "tragen" auch eins. LG gugol
    Geändert von Gugol (05.05.2019 um 07:48 Uhr)

  5. #5
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    Hey Gugol!

    Vielen Dank. Ich hoffe, ich habe jetzt alles an richtiger Stelle eingefügt.
    Auch für die Kritik am Inhalt nochmal ein Dankeschön, auch, wenn ich daran nicht viel geändert habe

    Lg, Lightning
    Geändert von Lightning (05.05.2019 um 21:22 Uhr)
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