"Schattenglanz"


In der Dunkelheit am Rande der Stadt
Meiner selbst dem Schattenglanz treu verfallen
Mich umworben mit falschen Versprechen
Dem Absturz so nahe, drohend zu fallen

Ein Schlachtengemälde im Brustkorbe mein
Eine Feuersbrunst endlos tobend darin
Die Kraft dunkler Mächte mich verführend
Mein Atem verrinnt wie geschmolzenes Zinn

An Erwartungen mein fast zerbrochen
Mich selbst verraten und selbst betrogen
Die Lügen des Schweigens sind mein Zuhause
Von der Stadt der Sterne mich längst entzogen

Die Fabrik geschlossen, Industrieruine
Am Wegekreuz Gabelung falsch entschieden
Kapitulierend, weiße Fahne geschwenkt
Herumtreibend, auf der Strecke geblieben

Für Sünden die meine Abbitte geleistet
Mich dennoch umarmend des Korpus' Schatten
Einem Urknall ebenbürtig Brandung
Tosenden Meeres verschluckend Fregatten

Das Wagnis der eig'nen Entbehrlichkeit
Fühlend in meinem verdorb'nen Gemüt
Von unsäglicher Sehnsucht befangen
Der Zuversicht Heiligtum fast verglüht

Ein Scherbengewirr auf dem Boden liegend
Mahnend Mosaik meiner eigenen Welt
Den Fährmann mich grüßend darin erblickend
Willens seinen Dienst mir bereitgestellt

Von Angst ist durchzogen mein zitternd' Leib
Sichtbar die Luft aus mir entweichend
Einem Ödlande gleich sich entfaltend
Die Düsternis, meinen Morgen zeichnend


© Gemma's Son