1. #1
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    Die Risiken des Reichtums

    Reichtum, der durch Leistung entstand, gebührt Bewunderung und Achtung. Auch wenn nur Wenige durch Leistung zu Reichtum kommen, so sind sie doch durch ihre Beiträge wertvoll für die Gesellschaft, die ihnen dies auch ermöglichte (dazu beitrug). Leistungsloser Zugewinn ist immer auch Entnahme aus (oder zumindest ein Vorenthalten) dem Gesellschaftsvermögen. Abgeltungssteuer für Kapitaleinkünfte (leistungsloses Einkommen) ist eine von der Kapitalmacht erpresste Bevorzugung zu Lasten der Gesellschaft. Hier sind wir schon bei dem ersten Risiko, das von großem Reichtum ausgeht. Es ist die Erpressung der Gesellschaft zum eigenen Vorteil (leistungslosem Zugewinn).
    Besondere Leistung verdient auch eine besondere Entlohnung, die von der Gesellschaft ermöglicht und geboten wird. Deshalb besteht für Reichtum auch eine gesellschaftliche Verpflichtung. Was dürfen oder können wir von dieser freiwilligen Verpflichtung erwarten? Dies hängt von der Natur des Menschen ab, die hier zu überprüfen ist. Reiche Menschen sind nicht auf Gegenseitige Hilfe angewiesen, die den Menschen Nähe und soziale Bindung bringt. Die Folge ist zunehmender Abstand und abnehmende Empathie und Hilfsbereitschaft, was auch in Versuchen nachgewiesen wurde. Mangelndes soziales Verhalten sehen wir bei Unternehmern, die von ihren Arbeitern unbezahlte oder auch gering bezahlte Arbeit abverlangen, selbst aber in großem Luxus leben.
    Mit zunehmendem Reichtum nimmt auch die Macht zu, die eine Bestimmung über Mitmenschen, sowie auch deren Verhalten zulässt. Die Natur des Menschen allerdings ist so, dass er in den meisten Fällen dazu bereit ist dann anderen zu schaden, wenn er mit großer Sicherheit davon ausgehen kann, dass er unbeschadet bleibt. Diese Möglichkeit nimmt auch mit zunehmendem Reichtum zu (siehe Steuerhinterziehung). Wer reich ist, sieht sich als wertvoller und ärmere als Minderwertige, er kann und wird sie nicht selten auch so behandeln.
    Die Möglichkeiten der Einflussnahme von Reichtum auf Meinungsbildung, Wirtschaft, Politik, Soziales und Konflikte sind gewaltig und unbestritten. Diese Möglichkeiten werden auch (oft im Geheimen) entsprechend der menschlichen Natur genutzt. Der Mehrheit der Gesellschaft, die dadurch geschädigt wird, ist dies nicht bewusst, weil ihre Meinung von der Macht des Reichtums weitgehend beeinflusst wird.
    Die Zunahme von sehr großen Einkommen und Reichtum führt dazu, dass die Produktion von Luxusgütern gegenüber Bedarfsgütern an Bedeutung gewinnt und eventuell vorrangig wird. Zudem werden auch Teile von Einkommen dem Kreislauf und der Produktionsförderung entzogen, was sich auf den Arbeitsmarkt negativ auswirkt.
    Über die Risiken und Gefahren von übergroßem Reichtum sollten wir uns nicht täuschen lassen und es bleibt zu hoffen, dass demgegenüber die Interessen der Mehrheit in der Zukunft gewahrt werden.
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  2. #2
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    Lieber Hans

    Ich bin gänzlich deiner Meinung, was ich schon vorher war, aber sag: hast du nicht Lust der Gruppe "die PROSAREN" beizutreten?
    Ich meine: ich bin zwar noch allein , aber es findet sich sicherlich noch wer; die Gruppe ist ja sehr neu.

    Grüße

  3. #3
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    Lb. ARCHE,

    gleiche Meinungen sollten sich finden und verbinden. Nur die Gemeinsamkeit macht stark und kann etwas bewirken. Die Gruppe "die PROSAREN" kenne ich noch nicht. Worum geht es bei ihr, was sind die Ziele und wer macht da mit. Ist die Verbindung damit über dieses Forum erlaubt?

    LG Hans
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  4. #4
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    Lieber Hans P

    Ich habe die Gruppe selbst, da es noch so gar keine Prosa-Pur Gruppe gab gegründet, und bin dabei, Mitglieder zu akquirieren: du bist einer der angesprochenen, denn als ich deinen Text las dachte ich, du könntest Interesse bekunden., wobei ich dich innständigst bitte, nicht einfach aus Höflichkeit einzutreten, obwohl du nicht interessiert bist; das will ich auf keinen Fall, eine Absage ist mehr als völlig in Ordnung.

    Zu deinem Sachtext will ich dich aber noch fragen, wie man, deiner Meinung nach, das von dir bekundete Problem des "die Freiheit reicht nur so weit das Geld reicht", sowie der steigenden Macht mit steigendem Reichtum, usw. lösen könnte und/oder sollte; das würd mich interessieren. (Nicht das ich da keine Ideen hätt', aber in dem Feld bin ich immer auf die Meinungen anderer wissbegierig.)

    Grüße ARCHE (wir können das Schreiben gerne von hier aus auch in die privaten Nachrichten verschieben)
    Sei die Veränderung, die du für die Welt willst!
    In meiner neuen Gruppe "DIE PROSAREN" ist jeder, der Interesse an einer Prosa-Pur-Gruppe hat willkommen!

  5. #5
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    Lieber ARCHE,

    ein System zu erfinden, dass für die Allgemeinheit besser ist als das jetzige, ist leicht, denn das was wir haben, ist nur für sehr wenige von Vorteil. Eine Durchsetzung scheitert jedoch an der Macht. Ein System von mir kannst Du in meinem Aufsatz "Das Gesellschaftssystem" lesen. Eine Veränderung kann nur durch Aufklärung und dann in kleinen Schritten erfolgen. Wir befinden uns in einem Krieg "Reich gegen Arm" und Reich ist der Gewinner. Die Meisten sind damit beschäftigt ihren Verlust so gering wie möglich zu halten, oder auch nur um zu überleben. Es gibt nur sehr wenige, die so unabhängig sind, dass sie öffentlich etwas z.B. gegen den IWF oder gegen die Finanzmafia ohne persönlich Nachteile sagen können. Meine Meinung sage ich auch in diesem Forum und würde mich auch nicht scheuen sie mit anderen gemeinsam zu vertreten, so wie z.B. Ernst Wolff und viele andere.

    LG Hans
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  6. #6
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    Hallo Hans,

    ich kann zwar deinen Einwurf verstehen...ist schließlich Mainstream...diese Diskussion arm/reich, aber man darf nicht den Fehler machen Arm gegen Reich auszuspielen. Und kannst z.B. googeln wo und wie Sarah Wagenknecht lebt, in welchen Restaurants sie speist. Kannst auch gerne den Joschka Fischer nehmen. Warum gerade die beiden? Na weil sie eben genau solche Diskussionen befeuern...im Fall Fischer befeuerten. Da wird also Wasser gepredigt und Wein getrunken. Kommen die heutigen Armen zu Geldund werden in die Lage versetzt es vermehren zu können...dann werden sie das tun. Kommt ein Steinewerfer aus Berlin zu Geld, wird er keine Mercedes mehr anzünden. Die Diskussion ist so alt wie die Menschheit selbst - da wir aber gleich mehrere Parteien haben...die sich links profilieren möchten...wird das Thema aufgeblasen.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #7
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    Lb. A.D.,

    aber man darf nicht den Fehler machen Arm gegen Reich auszuspielen.
    Der größte Konflikt (Krieg) ist der, Reich gegen Arm. Mit legalisierter Kriminalität wird der ärmere Teil der Menschen gesetzlich abgesichert beraubt. Die Folgen sind auch Verletzte und Tote. Es ist wichtig die Menschen darüber aufzuklären, damit dieser Krieg nicht nur gegen sich nicht wehrende stattfindet.

    Und kannst z.B. googeln wo und wie Sarah Wagenknecht lebt, in welchen Restaurants sie speist. Kannst auch gerne den Joschka Fischer nehmen. Warum gerade die beiden? Na weil sie eben genau solche Diskussionen befeuern...im Fall Fischer befeuerten. Da wird also Wasser gepredigt und Wein getrunken.
    Das ist nicht das Problem. Warum sollen sie nicht wirtschaftliche Vorteile genießen, wenn sie es sich durch Studium und Arbeit verdient haben.

    Kommen die heutigen Armen zu Geld und werden in die Lage versetzt es vermehren zu können...dann werden sie das tun. Kommt ein Steinewerfer aus Berlin zu Geld, wird er keine Mercedes mehr anzünden.
    Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich auch in seinen Ansichten, Meinungen und Taten verändert, wenn er zu Reichtum kommt. Dadurch entsteht eine Ungleichheit, deren Ausmaß nur solange akzeptiert werden sollte wie sie der Allgemeinheit nicht schadet. Gegen Millionäre ist nichts einzuwenden, doch wenn der Reichtum so groß wird, dass damit politischer Einfluss entsteht, der soziale Status ganzer Länder abgesenkt wird, Kriege finanziert werden und die Meinungen gesteuert werden, sollten die Geschädigten sich auch wehren.

    Die Diskussion ist so alt wie die Menschheit selbst - da wir aber gleich mehrere Parteien haben...die sich links profilieren möchten...wird das Thema aufgeblasen.
    Die Diskussion ist heute so aktuell wie noch nie, weil die extremen Unterschiede und damit auch die Machtkonzentrationen so groß wie noch nie geworden sind. Keinesfalls wird das Thema aufgeblasen, sondern es wird von den Mächtigen und ihren Helfern klein gehalten.
    .
    LG Hans
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  8. #8
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    Hallo Hans,

    im bisherigem Lebensverlauf wurde mir immer klarer, was ich sein will: Nicht reich. Alles hat seinen Preis. Der Preis des Reichtums wäre mir zu oft ein Aufgeben von Prinzipien gewesen, die Zwischenmenschlichkeit und Nachhaltigkeit betreffen. Ich habe mehrfach Entscheidungen treffen müssen, die den Zeiger wahrscheinlich auf eher arm gestellt haben, weil mein Gewissen es mir nicht anders erlaubte. Bereut habe ich es nie.
    Ich glaube, dass die meisten armen Menschen gar nicht bewusst wahrnehmen, dass sie alles dafür tun, nicht reich zu werden; Sie es mir in der Sache also gleich tun. Ich denke, die meisten Menschen, die wirklich reich werden wollen, werden es auch. Aber wie gesagt, sie bezahlen dafür. Und wenn es der Unternehmer ist, der sich in völlig legalem Rahmen bewegt, so muss er auf diesem Weg immer wieder über Mitmenschen hart entscheiden, wo Gesetze nicht manteln können. Er ist letztendlich ein Getriebener des eigenen Erfolgs. Wer also glaubt, mit dem Reichtum nimmt der Grad an Freiheit zu, der sollte bedenken, dass wirtschaftlicher Erfolg auch immer diese Selbstgeißelung mit sich bringt. Zudem wird die Vorstellung eines spartanischen Lebens immer bedrohlicher und auch fremder. Das Leben welches von vielen Menschen als gut gefüllt empfunden wird, stellt sich für reiche Menschen als das Nichts dar; Wenn das mal nicht Angst macht. Annähernd frei kann also nur der Asket sein.
    Von Reichen gesellschaftliche Verantwortung zu verlangen, wäre aus dieser psycholog. Gemengelage des Getriebenseins heraus eine absurde Forderung. Diese Menschen kann man nur begrenzen oder ihnen legal einen Teil ihres Vermögens entreißen.
    Was auf jeden Fall passieren muss, ist die Entkopplung von Reichtum und dessen Herkunft rückgängig zu machen. Aktiengesellschaften/ Wertpapierhandel sind dafür ein Paradebeispiel. Dort fragt fast niemand mehr danach, wie die Rendite zustande kam. Die Bedingungen der Arbeit, Einzel- und Massenschicksale, Umweltschäden tangieren kaum noch. AG´s als Motor ungezügelten Wachstums, gesichtslosen Reichtums und Naturzerstörung sollten verboten werden.
    Es gilt mir also nicht, mich um Reiche und deren Verfassung zu sorgen, sondern nur um Regulation ihrer Macht, des ungezügelten Konsums (vor allem als Trendsetter), und des Freibriefs, sich von den Ressourcen, die auch zukünftigen Generationen offensichtlich gestohlen werden, einen viel größeren Teil zu genehmigen. Freikauf von Letzterem sollte unmöglich werden. Es klingt vll abgedroschen, ist aber wahr: Mit dem Reichtum wächst im selben Menschen auch eine Armut heran.
    Zum Verdienst: Viel verdienen und es auch verdient zu haben ist nicht das Gleiche.

    Was soll ein Arkadier auch anderes schreiben?

    LG
    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
    Henry van Dyke

  9. #9
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    Ich weiß was Du meinst, Hans, aber es widerspricht jeder Logik und allen empirischen Wahrheiten. Es ist jetzt gerade hip wie die Grünen zu reden, aber weißt Du wer der größte Feind dieser Grünen...oder überhaupt linker Ideen ist? Die Realität!

    Gleichmacherei=das Ende aller (siehe zB DDR). Nun ist der Mensch schon ein paar tausend Jahre auf der Erde...und diese nicht gerade klein - und noch nie hat sich ein solches System als alltaustauglich erwiesen. Im Gegenteil...es führte zuverlässig immer in den Abgrund. Warum dennoch jeden Tag neue Menschen aufstehen und meinen das könnte funktionieren, gehört wohl zu den größten Rätseln unserer Zivilisation.

    Du redest von wenigen...die fast alles Geld haben - ist dir eigentlich bewusst, dass diese Wenigen fast unser komplettes Sozialsystem am Laufen halten? Glaubst Du wirkönnten hunderttausende von faulen Säcken durchfüttern, wenn es diese Reichen nicht gäbe...wenn alles Geld "gerecht" verteilt wäre? Wie naiv ist das! Hast Du eine Ahnung was die Behandlung eines Krebspatienten kostet? Und was glaubst Du wer unsere Kulturstätten finanziert? Wo Geld "gerecht" verteilt wird...herrscht der Zerfall. Es gibt keine Alternative zum Kapitalismus.
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  10. #10
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    Hallo AD,

    will man die wirtschaftl. Entwicklung der Menschheit beschreiben, ist es vor allem eine zwischen zwei starken Polen hindurch. Gewinnstreben vs Verteilungsbestrebungen. Die jeweilig starke Bewegung zu einem Pol hin hat immer zur gesellschaftl. Verwerfung geführt. Es ist eine Gratwanderung. Die Verteilung zu stark zu missachten, führte immer zur Krise, die zum Gegenauschlag führte; Ebenfalls der Pol der Unterdrückung unternehmerischer Aktivitäten in die andere Richtung. Es geht also darum, ein feinjustiertes Gleichgewicht herzustellen. Da reicht es nicht aus festzustellen, der Kapitalismus ist alternativlos, denn Kapitalismus ist nicht gleich Kapitalismus. Manchester-, rheinischer, neoliberal- globalisierter Kapitalismus, Kapitalismus unter halb- oder fehldemokratischen Verhältnissen (Oligarchie, verdeckter Kapitalismus in China)... such dir was aus.

    Es ist also nicht gerade einfach, sich auf eine Formel festzulegen, doch sollte es unter Berücksichtigung des oben genannten Gleichgewichtes betrachtet werden, sonst wird die Eskalation vorprogrammiert sein. Die Aktivitäten dieser Pole sind immer Bestandteil einer Entwicklung gewesen und da nützt es nix, diese zu leugnen, in ihrem Grundwesen zu diskreditieren, sondern nur ihre Existenz zu akzeptieren und ggf gegen zu argumentieren. Links- und Rechtslager sind wie ein zänkisches Geschwisterpaar, doch sie sind existenziell untrennbar miteinander verbunden und absolut abhängig voneinander. Beide müssen sich gegenseitig kontrollieren, sei es um ein wirtschaftliches Abwürgen auszuschließen bzw eben eine schwere soziale Schieflage zu verhindern. Wer das Prinzip verstanden hat, achtet die jeweilige Gegenseite und muss nicht ideologisch- moralisch aufladen. Begriffe wie "linksversifft" oder bei geringster nationaler Neigung den "Nazi" auszumachen, ferner bei jeder Subvention und unternehmerischer Steuereinsparung von "Neoliberalismus" zu sprechen, sind für mich ein Tabu.

    Zu Finanzierung des Sozialsystems: Ja, Reiche geben einen gehörigen Anteil dazu, sind aber durch genau diese Gesellschaft dazu in die Lage versetzt. Es ist eine reine Umverteilung, die auch an anderer Stelle hätte erfolgen können. Also hier Zahlopfer und da Empfängertäter funktioniert eben nicht. An diesem Wirtschaftssystem sind viele beteiligt, die Ideen- und Strukturgeber und die die sie erst beleben. Man sollte dahinein nicht allzu viele Keile treiben und jeden auf seinen Platz verweisen. Mit den Faulpelzen wäre ich vorsichtig, denn es ist ein alter Hut, dass bspw die unteren Löhne gehalten werden können, solange die Arbeitslosigkeit ein gewisses Maß nicht unterschreitet. Des weiteren ist ein wachsender Kostenfaktor auch die Überalterung der Gesellschaft, die höhere staatliche Ausgleichszahlungen in die Rente und höhere Zahlungen in die Krankenversicherung nach sich ziehen wird.

    Zu den Grünen: Sie ist für mich zu einer unwählbaren Partei geworden, da sie offensichtlich wenig am gesellschaftlichen Ausgleich interessiert ist, und eben das Feigenblatt für zunehmend reiche Wählerschaft darstellt. Diese Partei versucht den Spagat zwischen einer zunehmend globalisierten Wirtschaft und ihren eigenen ökologischen Leitlinien hinzukriegen, in dem sie eine gewinnträchtige Öko-Wirtschaft propagiert, die zum einen nicht kompatibel mit dem globalisierten Markt schritthalten wird und zum anderen die Lasten gleichmäßig auf die Schultern so unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen verteilen will; Das ist im höchsten Maß unsozial und damit schaden sie auch ihren eigenen ökologischen Idealen mehr als die größte Umweltsau. Allerorten wird jedes ökologisches Interesse schon mit unsozial, Elitärdenke, linksversifft, reich genug und Spinnerei abgetan. Dafür "Danke" an die Grünen!

    LG
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  11. #11
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    Lb. A.D.,

    Gleichmacherei=das Ende aller (siehe zB DDR).
    Der Kommunismus widerspricht der menschl. Natur, ist jedoch in seiner idealen Form weitaus besser als der Kapitalismus, deren Opfer als naturgegeben und selbstverschuldet hingestellt werden. Bei der sogenannten Wiedervereinigung (Vereinnahmung) gab es auf beiden Seiten auch viele Verlierer von denen nicht gesprochen wird.
    Nun ist der Mensch schon ein paar tausend Jahre auf der Erde...und diese nicht gerade klein - und noch nie hat sich ein solches System als alltagstauglich erwiesen. Im Gegenteil...es führte zuverlässig immer in den Abgrund. Warum dennoch jeden Tag neue Menschen aufstehen und meinen das könnte funktionieren, gehört wohl zu den größten Rätseln unserer Zivilisation.
    Wir leben im Kapitalismus der zunehmend extremer wird. Kapitalismus und Demokratie sind Gegensätze. Es gibt dann nur noch eine Scheindemokratie, die dem Volk vorgegaukelt wird. In Wirklichkeit ist es jedoch eine Plutokratie die vor keinerlei ethischen Verletzungen zurückscheut. Es gibt in ihr viele kriminelle Organisationen, wie z.B. den IWF und die Nato (Völkerrechtswidrige Angriffskriege) u.a.
    Es gibt viele Gesellschaftsmodelle, die besser sind, doch sie lassen sich nicht gegen die Macht durchsetzen.
    Du redest von wenigen...die fast alles Geld haben - ist dir eigentlich bewusst, dass diese Wenigen fast unser komplettes Sozialsystem am Laufen halten?
    Diese Wenigen berauben und manipulieren das Volk und verschulden die soziale Notlage.
    Sie geben nur einen kleinen Teil, von dem zurück was sie geraubt haben. Siehe Bankenrettung, Privatisierungen, Target2 usw.
    Glaubst Du wir könnten hunderttausende von faulen Säcken durchfüttern, wenn es diese Reichen nicht gäbe..
    Ich glaube nicht, ich denke wir könnten es. Die faulen Säcke sind durchwegs psychisch Kranke, was durch das System verschuldet ist.
    wenn alles Geld "gerecht" verteilt wäre?
    Damit sagst Du doch, dass es nicht gerecht verteilt ist. Etwas Ungerechtem sollte man nicht zustimmen.
    Wie naiv ist das! Hast Du eine Ahnung was die Behandlung eines Krebspatienten kostet? Und was glaubst Du wer unsere Kulturstätten finanziert? Wo Geld "gerecht" verteilt wird...herrscht der Zerfall. Es gibt keine Alternative zum Kapitalismus.
    Wo Besitz und Einkommen gerechter verteilt wird, geht es allen besser und viel Leid wird vermieden. Der Kapitalismus ist für die Mehrheit das schlechteste System und man sollte es nicht auch noch schönreden..

    LG Hans

    Lb Arkadier,

    ja, die soziale Marktwirtschaft war auch Kapitalismus, der jedoch gebremst und in weiten Teilen sozial reglementiert war. Leider hat man sich davon verabschiedet. Der Kapitalismus hat naturgegeben immer das Bestreben in seine reine Form zu gelangen, die undemokratisch, mehrheitsfeindlich und umweltfeindlich ist. Zur Zeit ist der Kapitalismus so stark, dass bei steigender Produktivität und steigendem Vermögenszugewinn die soziale Schere immer weiter wird und Armut zunimmt. Weltweit wird die soziale Schieflage immer extremer, so auch in Deutschland. Steuereinsparungen für Superreiche und Großunternehmer ist Neoliberalismus, das sollte man auch so benennen. Es sollte auch nicht verkannt werden, dass es bei Arbeitslosigkeit auch ein Mitverschulden der Neoliberalen Politik gibt. Letztlich geht es um Einkommensplätze, davon gibt es auch viele bei denen kaum gearbeitet wird und es gibt auch Arbeitsplätze die keine Einkommensplätze sind.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  12. #12
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    Hallo Hans,

    ja, in letzter Zeit ist ein neoliberaler Ausschlag nicht zu übersehen. Dabei muss man aber unbedingt differenzieren. Klein- und mittelständige Betriebe arbeiten auch nach kapitalistischen Prinzipien und sind aber erstgenannt harter Entwicklung ebenfalls unangenehm ausgesetzt. Das Kind darf hier nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden.

    LG Uwe
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  13. #13
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    Lb. Arkadier,

    Reich sein bedeutet Freiheit, freies Reisen, freien Konsum und freie Wahl seiner Gesellschaft. Fast jeder möchte diese Freiheiten nach Bedarf möglichst uneingeschränkt haben. Wer in diesen Freiheiten eingeschränkt ist, versucht mit diesen Einschränkungen möglichst gut zu leben, auch indem er sich einredet nicht mehr zu wollen, genau wie so mancher Langzeitarbeitslose der dann auch nicht mehr will. Natürlich gibt es auch die Wahl zur Unfreiheit, die einen dadurch frei macht, dass man sie frei gewählt hat. Es ist jedoch eine Wahl die nicht der Natur entspricht und auch kein erfülltes Leben gewährt. Leben ist da um zu erleben, was nur mit Freiheit bereichert werden kann.
    Diese Menschen kann man nur begrenzen oder ihnen legal einen Teil ihres Vermögens entreißen.
    Es ist umgekehrt Reiche entreißen den Ärmeren legal ihr Vermögen, weil sie die Gesetzgebung beeinflussen.
    Was auf jeden Fall passieren muss, ist die Entkopplung von Reichtum und dessen Herkunft rückgängig zu machen.
    Was auf jeden Fall passieren müsste ist, den Reichtum ab einer bestimmten Größe nicht mehr zu fördern und ihn dann steuerlich und rechtlich einzuschränken (bekämpfen). Ich stelle mir da eine Größe ab ca. 200 oder 500 Millionen vor und ein Einkommen ab dem 50 oder100 fachen des Durchschnitts.
    Es gilt mir also nicht, mich um Reiche und deren Verfassung zu sorgen, sondern nur um Regulation ihrer Macht
    Macht kann nur schwer und oft nicht ausreichend reguliert werden, deshalb gilt es große Machtkonzentrationen zu vermeiden und zu bekämpfen. Macht sollte geteilt und verteilt werden.

    ja, in letzter Zeit ist ein neoliberaler Ausschlag nicht zu übersehen. Dabei muss man aber unbedingt differenzieren. Klein- und mittelständige Betriebe arbeiten auch nach kapitalistischen Prinzipien und sind aber erstgenannt harter Entwicklung ebenfalls unangenehm ausgesetzt. Das Kind darf hier nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden.
    Kleinbetriebe sind für den unmittelbaren Bedarf vor Ort oft unerlässlich. Sie können nicht so günstig wie Großbetriebe (Industrie) produzieren, denn für geringere Mengen und wechselnde Artikel sind teure Maschinen nicht rentabel, auch die Beschaffungs- und Rationalisierungsmöglichkeiten sind schlechter. Dazu kommt oft auch noch steuerliche Benachteiligung und mangelnde Förderung. Kleinbetriebe gleichen dies oft durch niedrigere Verwaltungskosten und niedrigere Löhne und Gewinne zum Teil aus.

    LG Hans
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  14. #14
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    Lieber Hans,

    Reich sein bedeutet Freiheit, freies Reisen, freien Konsum und freie Wahl seiner Gesellschaft. Fast jeder möchte diese Freiheiten nach Bedarf möglichst uneingeschränkt haben. Wer in diesen Freiheiten eingeschränkt ist, versucht mit diesen Einschränkungen möglichst gut zu leben, auch indem er sich einredet nicht mehr zu wollen, genau wie so mancher Langzeitarbeitslose der dann auch nicht mehr will. Natürlich gibt es auch die Wahl zur Unfreiheit, die einen dadurch frei macht, dass man sie frei gewählt hat. Es ist jedoch eine Wahl die nicht der Natur entspricht und auch kein erfülltes Leben gewährt. Leben ist da um zu erleben, was nur mit Freiheit bereichert werden kann.
    Mit Verlaub, die Kinder gehen auf die Straße, auch weil Wohlhabende sich ohne Skrupel in Flieger und auf Kreuzfahrtschiffe hocken, konsumieren als wäre morgen der Weltuntergang, und du bezeichnest diesen selbst ausgestellten Freibrief als Freiheit? Und sprichst davon, dass Enthaltsamkeit nur eingeredet ist? In der Natur des Menschen liegt, seinen Lebensraum zu erhalten. Für mich ist das was du da schreibst nicht Freiheit, sondern im höchsten Maß dekadente Befangenheit. Ich erschließe mir meinen Kosmos nicht, indem ich den um mich bereise.
    Nee Hans, das zieht bei mir nicht (mehr).

    LG Uwe
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    Henry van Dyke

  15. #15
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    Lb. Uwe,

    durch die Freiheit von Reichen wird auch oft Freiheit von Ärmeren eingeschränkt. Wer in seinem Umfeld manche Freiheiten nicht kennt oder nichts von ihnen weiß wird sie auch nicht vermissen. Die Vorlieben für verschiedene Freiheiten sind auch unterschiedlich, meist abhängig von den Voraussetzungen und Fähigkeiten. Wenn jemand etwas nicht möchte, heißt dies nicht, dass er nicht die Freiheit haben will es zu dürfen und zu können. Es gibt auch immer Ausnahmen. Vielleicht gehörst Du dazu.

    LG Hans
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