Thema: Schlampe

  1. #1
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    Schlampe

    Sie wehrte sich nicht mehr
    gegen das innere
    Sterben

    gab das Versteck
    im entlegensten Winkel
    ihrer Seele
    auf

    und suchte -

    in den Gesichtern fremder Männer
    nach einer schmerzhaften
    Vertrautheit

    die an Liebe erinnert
    und alle Sinne
    täuscht
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  2. #2
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    Hi, deine Zeilen sollten allen einleuchten, und deshalb finde ich sie gelungen, LG, u.a. denke ich dabei an ein Stueck Fleisch

    PS: Im Namen aller Schlampen werde ich auf mein naechstes Steak verzichten, es nur bezahlen ...
    Geändert von Hi, i (19.05.2019 um 06:31 Uhr)

  3. #3
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    Herbeimachung von dem was wir nicht erklären koennen. Uns einfach verzaubern. Wie der Song Sick von Westbam und brian molko.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Hallo A.D.,
    Starkes Stück, Da denk ich Mal an ein Stück Seife
    Fleisch nutzt sich nicht ab. Aber was, um Gottes Willen,tuen
    Menschen denn, wenn die Seele verletzt wurde.
    Beste Grüße
    lautmaler
    Geändert von lautmaler (19.05.2019 um 16:16 Uhr) Grund: Interruptus

  5. #5
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    Hallo Andere Dimension,
    finde deine Zeilen auch gelungen. Der harte Titel- und darunter dann - ohne zu dramatisch oder "ausgelutscht" zu werden - kurze aber klare und dennoch sanfte Worte.
    Gruß
    question

  6. #6
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    Vielleicht hätte der Titel abgemildert werden können.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  7. #7
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    Ich finde den Titel (wie auch das Gedicht) gut. Auf ähnliche Art und Weise macht doch fast jeder das im Text Beschriebene. Somit sind wir alle kleine Schlampen...

    LG
    k

  8. #8
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    Puh, das ist bockstark. Richtig, richtig stark. Vor allen Dingen der Schluss, weil er irgendwie offen lässt, auf welcher Suche sie sich wirklich befindet... will sie sich täuschen lassen... will sie enttarnen... un,d wenn ja?... will sie es überhaupt wissen?
    Wirklich beeindruckend, weiß gar nicht, was ich sagen soll... Weil es eben auch herausstellt, dass es NICHT JEDER so kann, wie sie; zumindest nich auf ihrem Weg.
    Irgendwie klingt mir der Titel, als sagte sie es zu sich selbst... was sie irgendwie sterben und irgendwie frei lässt... Und "suchte" kann bedeuten. Entweder wurde sie fündig, wie nur sie fündig werden konnte. Oder sie hat's aufgegeben, wie alle Anderen es tun. Krass, wie du diesen Kreis schließt, wenn ich das richtig empfinde.
    Nur bei dem "suchte" bin ich mir noch unschlüssig. Vielleicht wäre "und fiel" sogar noch ein kleines bisschen passender, weil ich das Gefühl habe, dieses folgt meist auf die Aufgabe des Versteckes. Der Rest könnte, bis auf die Anpssung eines Artikels, genau so bleiben. Auch weider nur so ne Idee.

    Peace

    Basti

  9. #9
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    @AD

    Grüße.


    Irgendwie passt es nicht richtig zusammen. „Schlampe“ negative Bezeichnung, die gewollt oder „ungewollt“ zum Ausdruck kam.
    Die Bezeichnung „Schlampe“, wird Zugern leichtsinnig vergeben.

    Vers 2 und 3 deutet etwas an, das die Bezeichnung „Schlampe“ bekannt ist und sie sich wahrscheinlich so fühle.

    Aber, Vers 4 öffnet einen neuen Horizont

    . Nach dem Motto: (Männer sind Schweine), dieser Ausdruck ebenfalls oft beliebt unter Frauen, legen eine Persil Fahne auf das weibl. Geschlecht. Wobei Männer davon auch andere Lieder singen könnten.
    Was ist eine „schmerzhafte Vertrautheit“? Ein Verlust, etwas Liebes ist gestorben. Die Frage des Warums, stößt eine Tür auf mit zig Welten.
    Letzter Vers.
    „Liebe täuscht alle Sinne“ ok, „Liebe macht blind“ dieser Ausdruck wird gerne genommen um einen Liebesbruch zu rechtfertigen. Aber zuerst befreit Liebe tatsächlich, und es soll sogar Menschen geben die diesen Bruch nie hatten.
    Egal, aber deswegen zur „Schlampe“ werden. Wir können vermuten, dass mehrere Dinge eingetroffen sein müssen um abzurutschen, bzw, sich mit dem Schicksal abzufinden.

    Ich denke eine Verpauschalisierung ist hier nicht festzulegen.

    Ok, tschüss.

  10. #10
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    Lieber A.D., dein Gedicht ist ganz große Klasse!

    Und wenn das, was sie findet, nicht an Liebe erinnert, sondern Liebe ist, dann rennt sie weg!
    Optimismus ist Pflicht (Sir Karl Raimund Popper)

  11. #11
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    Herzlichen Dank für die vielen Rückmeldungen!


    Am meisten irritiert wohl der Titel "Schlampe" - vor allem...weil er für sich alleine steht. Das soll auch so sein...denn:

    Hinter der Person, die wir als Schlampe bezeichnen, sehen wir nicht die Frau...die Mutter...die Schwester...die Tochter. Der Begriff schluckt den Menschen - lässt nichts mehr von ihm übrig. Mein Gedicht ist der Versuch...den Menschen hinter dem Begriff Schlampe zur erneuten Betrachtung....dann mit anderen Augen...wieder auszuspucken.


    Viele Grüße, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  12. #12
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    Ja, eben. Dann kann man es, selbst wenn's anders gemeint war, trotzdem aus der ersten Person lesen Denn tatsächlich ist Schlampe ja eine relativ eindeutig kontrastierte "Sozialisationsform", Frauen (Männer nicht, leider!) begreifen sich in der Regel, so erst oft genug bezeichnet, auch so. Habe diesem Kampf selber schon oft genug beiwohnen dürfen. Von daher: passt die dritte Person auch aus der Egoperspektive, weil sie mit etwas aufoktroyrtem dealt. Wäre gar nicht auf die Idee gekommen es anders zu sehen, deshalb haben mich die Kommentare über den Titel gewundert. Der ist dann tatsächlich gewagt. Und wenns doch geht: Verkaufs als Firstperson, sonst bleibt der Mensch dahinter, auch rein perspektivisch dahinter.
    Naja. Ist zwar nicht ganz so ausgefuchst wie ich dachte, werds aber trotzdem so nehmen Dann bleibts Poesie Ansonsten ein echt gutes Gedicht.

    Peace

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