1. #1
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    Wie man mit vielen Worten wenig sagt (Teil 1 von 1413)

    Warum einen Text immer oben beginnen?


    Es kommt doch ohnehin
    kaum noch auf den Inhalt an.
    Stellt euch diesen Textkörper also
    einfach als hübsch geschwungenen
    Frauentorso vor!

    Ja, sicher...
    Hier könnte auch etwas Sinnvolles stehen,
    aber wozu sollte man sich die Mühe machen?
    Das Netz weiß doch sowieso alles besser,
    also sollen die mal selbst ihre Fantasie anstrengen.


    Mittendrin wäre doch auch möglich!


    Ich könnte euch jetzt auch erzählen,
    wie ich kürzlich im Alleingang das Abendland vor dem Untergang rettete.
    Allerdings ist es gut möglich, dass ich das auch nur geträumt habe...
    (Was meinen Verdienst jedoch keinesfalls schmälern sollte!)

    Wusstet ihr eigentlich, dass ...




    ... es unheimlich frustrierend sein kann,
    wenn Erwartungen enttäuscht werden?

    Worte hallen wie Schritte
    in einem leeren Raum,
    während das echte Leben
    in den Leerzeichen wütet.

    ------------------------------------------------------------------------
    Dieser Text wurde mit wohlduftenden Essenzen angereichert,
    die im Leser ein wohliges Gefühl der Vertrautheit wecken sollen.
    ------------------------------------------------------------------------


    Warum nicht einfach mal unten anfangen?

  2. #2
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    Antwort 1 (von 225)

    Da weiß man jetzt gar nicht so recht, wo man anfangen sollte bei deinem Text, liebe/r klaatu.
    Oben wie unten scheint mir in der gesamten Problematik der Bedeutungslosigkeit unangemessen,
    besonders, wenn es sich lt. Gebrauchsanweisung um einen Frauentorso handeln soll.
    Der gynäkologische und proktologische Zugang wäre gewiss nicht unpraktisch,
    und erklärt die Anreicherung wohlduftender Essenzen.
    Ich will den Quereinstieg versuchen, weil sich ja alles meist doch nur um eine Nabelschau drehen will.
    Was fällt auf? Zunächst, ganz klar,
    viel zu viel Worte, aber das weißt du selbst, nicht wahr?
    Es lässt aber vor allem die werte Leserschaft in deiner wohlgesetzten Mitte
    mit einer bescheidenen Ahnung zurück, dass sich uns hier etwas ausdrücken möchte,
    wo es quasi um eine ganz bedeutungsvolle Andeutung gehen will.
    Diese geht so unermesslich erhaben daher,
    mit dem schier unvorstellbar hallenden Schritt
    eines geschwungenen Frauentorsos
    mitten durch die Katakomben einer geistigen Windstille.
    Wir verfolgen sie zunächst staunend, leicht verwirrt,
    vielleicht neugierig oder in angemessener Andacht und Abstand.
    Das Ganze muss man sich nur mal vorstellen.
    Und diese Andeutung schickt sich an, obendrein ein kleiner Beitrag zum wüsten Leben zu sein.
    So bleiben hohle Worte mit ihren Satzzeichen und dem Torso letztendlich irgendwo in der Wüste stecken,
    wo sich fremde Laute unerhört aus dem gemeinschaftlichen Gedächtnis leise verabschieden.
    Zum Schluss ist nur noch ein Hauch von einem Duft wohlfeiler Worte auszumachen, in völliger Fassungslosigkeit.
    Und keiner wüsste den Text vernünftig für alle zusammenzufassen.
    Jetzt weiß ich auch mehr nicht so richtig weiter,
    habe ich mich wohl ein wenig vergaloppiert,
    und keiner hat von dem etwas kappiert, am wenigsten ich.
    Nun denn, ich versuche bei meinem nächsten Beitrag mir ein Pferd vorzustellen,
    welches ich vom Ende her aufzäume, dann wird es sicherlich für alle ein wenig verständlicher.

    ein toller Beitrag für neue unausgetretene und nichtssagende Wege,
    L.G.A.

  3. #3
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    Hi Anjulaenga,

    du kannst dir den Text auch gerne als Männertorso, als Pferd oder als Coca-Cola-Flasche oder was dich sonst optisch anspricht vorstellen. Ich wollte damit deine bemerkenswerte Fantasie nicht beschranken!
    Und keiner wüsste den Text vernünftig für alle zusammenzufassen.
    Du hast das schon echt gut hinbekommen! Mich hat es jedenfalls unterhalten

    LG
    k

  4. #4
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    Nun, wenn man mit der gesamten Hilfe der eigenen optischen Vorstellungskraft einen ausgewachsenen Kabeljau bemüht, der beim lockeren Joggen einfach motiviert und hinterhergezogen wird, funktioniert das immer. Dann kommt auch solch ein Gedicht gut rüber. Es lebt ja schließlich von seiner ausgesprochenen Kabeljau- Optik.


    L.G.A.

  5. #5
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    Wenn man den Kopf schief hält, sieht es tatsächlich wie ein Fisch aus! Was mal wieder beweist:

    Hier könnte auch etwas Sinnvolles stehen,
    aber wozu sollte man sich die Mühe machen?
    Das Netz weiß doch sowieso alles besser

    LG
    k

  6. #6
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    Und wenn es denn also mit schiefem Kopf eine allgemeine leise, versteckte kaum wahrzunehmende Kritik an inhaltsloser, aufgeblasener Schwere sein sollte, an wem und an was auch immer, egal,
    so will für mich doch noch eine ganz wichtige Fragen offen bleiben:

    sollte man jetzt immer noch den Kabel jaulen lassen?

    nachdenklich A.

  7. #7
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    Wer jaulen will, soll jaulen! Nachher verbieten wir den Schmetterlingen noch das Schmettern.

    LG
    k

  8. #8
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    Tätää, der war gut! und wir schmettern direkt noch einen kleinen Tusch hinterher.

  9. #9
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    Bitte nicht. Das erinnert mich an Büttenreden. Ich hasse Karneval.

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