1. #1
    Registriert seit
    Oct 2007
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.500

    Vom kleinen König und seinen Untertanen

    Es war einmal ein kleiner König,
    ihn dick zu nennen wär zu wenig.
    Er hatte sich höchstselbst gekrönt
    und seine Vita auch geschönt.

    Er tat mehr schlecht als recht regieren,
    ließ lieber sich zur Tafel führen.
    Wenn man ihm die Serviette band,
    gab’s nirgends Wildschwein mehr im Land.

    Ließ sich im Königreich rumtragen,
    so konnt er alle überragen,
    auf einem großen blauen Schild.
    Fürwahr, ein imposantes Bild!

    Er trug von nem famosen Schneider
    von Hand gewebte neue Kleider
    aus Stoff, der ganz besonders war,
    hauchzart, vollkommen unsichtbar.

    Und seine Untertanen lachten,
    bis ihnen ihre Schwarten krachten.
    "Ha, dieser König is'n Witz,
    der Fettwanst mit nem Kopf voll Grütz!"

    Die Diener aber, die den König
    herumzutragen hatten ewig,
    die liefen sich die Beine ab,
    bis es am Ende keine gab.

    Mussten sich kriechend fortbewegen,
    das kam dem König auch gelegen.
    Nun krochen sie ihm hinten rein,
    das fand er ganz besonders fein.
    Geändert von Halbe Frau (22.05.2019 um 00:46 Uhr)
    El sueño va sobre el tiempo
    Flotando como un velero
    Nadie puede abrir semillas
    En el corazón del sueño

    Camarón de la Isla

  2. #2
    Registriert seit
    Jan 2017
    Ort
    "Schäl Sick"
    Beiträge
    2.378
    Liebe Halbe Frau,

    schön, dich nochmal zu lesen. Und gleich mit so einem netten humorigen, schön überzeichneten Dingens.
    Dabe sind die zweite und letzte Strophe meine Lieblingsstellen mit mehr Gewicht auf die letzte. Wie wahr, wie wahr ...

    Was ich noch verbesserungswürdig finde, sind diese kleinen Schönheitsfehler:



    Zitat Zitat von Halbe Frau Beitrag anzeigen
    Ließ sich im Königreich rumtragen, (wegen der Betonung von rumtragen, welche mE eher auf der ersten Silbe liegt)
    so konnt er alle überragen,


    Die Diener aber, die den König
    herumzutragen hatten ewig, (König/ewig = kein schöner Reim)
    Ansonsten: Danke für das morgendliche Amüsement.

    LG
    Rich

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Alles hat seinen Preis
    Von Pollux im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 06.11.2016, 17:14
  2. Ein Herz sucht seinen Weg
    Von pivi37 im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 19.08.2013, 13:31
  3. Keines von seinen
    Von g. garibaldi im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 09.03.2006, 16:13
  4. jedem seinen spaß
    Von NurEinJunge im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 07.06.2005, 18:44
  5. ihr herz in seinen händen
    Von russiagirl1514 im Forum Erotik
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 03.12.2004, 10:36

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden