Wie sehr die Frau für Schönheit leidet,
damit ein jeder sie beneidet,
erkennt man an der Krinoline
der Adelstochter Josephine:
Der Reifrock hat enorme Weite,
doch dies ist nur die eine Seite,

denn guckt man auf die Innenseite,
wird klar, dass deren Träger leidet,
erzeugte man doch all die Weite
mit Rosshaarpolster. Da beneidet
wohl keiner mehr die Josephine
um ihre schöne Krinoline.

Nun gäbe es auch Krinoline
mit Fischbeinstäben an der Seite,
doch kennt die arme Josephine
dies nicht, weshalb sie weiter leidet
und ihre Nachbarin beneidet,
die lieber ihre Oberweite

anstatt des Rockes Unterweite
der unbequemen Krinoline
zur Schau stellt. Eines Tages schneidet
sie - ratsch! - ihr Kleid auf einer Seite
entzwei; ihr ist das Teil verleidet.
“Ihr könnt mich mal!”, ruft Josephine.

“Ich bin nicht mehr die Josephine,
wie ihr sie kennt. Mich nervt die weite
Montur, ich fühle mich verkleidet.”
Das Rosshaar aus der Krinoline
legt Josephine fein zur Seite,
bevor sie aus dem Stoff was schneidet,

wofür sie jede Frau beneidet:
Ein Mini näht sich Josephine
mit Schlitzen links und rechts zur Seite
und stopft sich in die Oberweite
das Rosshaar aus der Krinoline,
wodurch sie Höllenqualen leidet.

Zwei Seiten hat die Krinoline:
Beneidet wird zwar deren Weite,
doch leidet nicht nur Josephine.