1. #1
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    Erkennen und begreifen


    Erkennen und begreifen


    Salz der Kindheit würzt
    Geschmack der späten Jahre.
    Damals heimlich Tränen weggewischt.

    Mit zerbroch`nen Träumen aufgewachsen,
    mit fortlebender Sehnsucht
    nach Umarmen und Zartheit.

    Seelen in meinem Schattenreich
    erahnen, nicht wissen,
    wie sie mich verwirklichen.

    Spät erst erfasst, warum ich
    noch immer Nachtwandler,
    Traumtänzer im Mondlicht.

    Den Vorhang aus Träumen
    beiseite schieben, begreifen
    das Wesen einer einzigen Rose.

    Erkennen, dass wir beide
    Kinder des Ganzen.
    Geändert von Carolus (23.05.2019 um 10:09 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Carolus,

    Mir gefällt dein Gedicht gut, auch weil ich es thematisch nachempfinden kann. Stellenweise finde ich , dass man manches umformulieren könnte vor allem grammatikalisch, aber ich denke auch du hast dir dabei etwas gedacht und deine guten Gründe dafür. Deswegen möchte ich da gar nicht dran „rumdoktern“oder meckern.
    Dein Anfang gefällt mir besonders gut das Salz der Kindheit, dass den Geschmack der späten Jahre würzt. Ein sehr treffendes und starkes Bild. So ist das Salz zum einen die Würze aber kann eben auch sehr brennen auf Wunden.
    Auch das „Beiseite-Schieben des Vorhangs“ ist schön ausgedrückt und beschreibt eben diesen Vorgang des Erkennens sehr treffend.
    Insgesamt hast du diesen Weg den man geht vom Erkennen bis zum Begreifen in treffende Bilder und damit in ein schönes Gedicht verpackt.

    Liebe Grüße
    question

  3. #3
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    Hallo question,

    herzlichen Dank für deine anerkennenden Zeilen.

    Ich habe einiges umformuliert bzw. ersetzt,
    so V3 Z3: "wie sie mich verwirklichen" statt "wie sie in mir wirken",
    in V4 Z1 "begriffen" durch "erfasst" ersetzt (Wiederholung vermeiden),
    in V5 Z3 statt "Wahrheit" hier "Wesen" eingesetzt.
    V6 neu formuliert: statt "Begreifen, dass ich wie sie Kind des Ganzen" jetzt "Erkennen, dass wir beide Kinder des Ganzen".
    "begreifen" verstehe ich als einen sinnlichen Vorgang, "erkennen" als einen geistigen.

    Nochmals Dank für dein differenzierendes Einfühlen und die Mühe, dies treffend zu formulieren.
    (Im Übrigen: Kaum ein Gedicht ist so vollendet, dass es nicht noch verbessert werden könnte, ausgenommen die anerkannten Gedichte der großen Meister.)

    Lieben Gruß
    Carolus

  4. #4
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    Hallo Carolus,
    mir gefällt Dein Gedicht ebenfalls, die Bildmetaphern sind mir so vertraut...gleich einem "Zuhause sein". Question hat vieles
    bereits aufgeführt, dass ich ähnlich empfinde. Titel und Strophen bilden eine "harmonische Einheit!" Einziger Vorschlag vllt. - "zerbrochenen" - aber vielleicht wolltest du dadurch den "Bruch"stärker zum Ausdruck bringen?
    Beste Grüße
    lautmaler

  5. #5
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    Hallo Carolus,

    mir gefallen deine Änderungen gut und es liest gut ohne an Tiefe verloren zu haben..
    Die Änderung der letzten Zeile macht nun deutlicher dass es sich eher um zwei Personen als um mehrere handelt. Das war vorher noch etwas offen..
    Ja.. das "Begreifen" versteh ich hier auch eher sinnlich..und es steckt ja auch das Wort "greifen" drin also etwas eher fassbares..und das Erkennen eben im Geiste..

    Liebe Grüße
    question

  6. #6
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    Liebe question,

    danke für deine Rückmeldung. Ich freue mich, dass meine "Änderungen" dir zusagen, "ohne an Tiefe verloren zu haben.
    Herzlichen Gruß
    Carolus

    Hallo Lautmaler,

    "die Bildmetaphern sind mir so vertraut...gleich einem "Zuhause sein", wunderbar formuliert, liest sich, trinkt sich wie ein edler Tropfen Rotwein,
    im Rahmen einer "harmonischen Einheit" von "Titel und Strophen". Fast zuviel des Lobs, aber willkommen und ermutigend, mich weiter um akzeptable Texte zu bemühen.

    Ein herzliches Dankeschön
    Lieben Gruß
    Carolus

  7. #7
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    Hallo Carolus,
    Deine Worte freuen mich auch, danke. Was ich schrieb war schon so gemeint. Nun habe ich heute aber einen von mir geschrieben Kommentar entdeckt, der (entsetzlich(!), mir unerklärlich war.
    Beste Grüße
    lautmaler

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