1. #1
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    München- Zwei Blicke einer Zuzognen

    München- Zwei Blicke einer Zuzognen

    Einblick

    Das Schöne zeigt sich schön könnt der Münchner es nur sehn
    Es fehlt so mancher Blick gen Ost und West und Norden
    Sonne strahlt kariert auf ihre Käseglockenwelt
    Hier rollt man sich auch gern selbst den roten Teppich aus
    Auf dem Catwalk sogar die sogenannten Andern
    Zucht und Ordnung brüstet sich mit Mia san mia Gefühl

    Zweitblick
    Was München selten kann-versuch ich nun mit Worten
    ich nehm euch bei der Hand und wir streifen durch die Stadt
    Auf dem Boden sieht man das
    Salz der vielen Brezen das hier die Straßen pflastert
    In der Luft riecht man das
    Parfum der alten Damen mit schaupielgroßen Hüten
    Durch die Straßen
    surrt sich La dolce Vita in mein Ohr
    Hinter den Fassaden
    tarnt sich manch Verrücktes mit dem Schmuck der alten Tage
    In kleinen Ecken findet man
    auch kleinen königsgleichen Charme
    Im Mund da läuft das Bier in vollen Gärten
    stehn Tupperdosen und zwoa Maß auf Omas Sticktischdecke
    und im Viertel kauf ich Milch
    in Tante Emmas Laden aus einer längst entfernten Ära
    .
    Hier leb ich nun und
    hab euch fürn kurzen Moment den Münchner Vorhang auf statt zu gezogen
    Geändert von question (24.05.2019 um 10:04 Uhr)

  2. #2
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    Hallo question,

    Dein Text liest sich sympathisch ist aber viel zu nett & harmlos, um den Leser lange zu fesseln. Mehr Beef, mehr Aggressivität, mehr Pfeffer würde Deinem Text gut tun, auch müsste der Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Blick auf München stärker herausgearbeitet werden. München hat im Gegensatz zu anderen deutschen Städten wahrscheinlich noch ein relativ konservatives und selbstbewusstes Großbürgertum, an dem man sich abarbeiten könnte und ist nicht das Gasteig der kunstfernste Ort auf der nördlichen Halbkugel, der in seiner Borniertheit usw usw...

    Sind das denn alles münchenspezifische Dinge, von denen das LI hier spricht? Die gentrifizierte manufactum-Welt, die in dem aus der Zeit gefallenen Tante-Emma-Laden aufblitzt, gibt's doch auch in Berlin und anderswo.

    Ich habe beim Lesen an die Städte Verhöhnungen von Thomas Bernhard denken müssen. Etwas von dessen komischer Wut wäre nicht schlecht.


    Liebe Grüße

    Onegin
    Love´s not Time´s fool W. S.

  3. #3
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    Hallo Onegin,
    vielen Dank für deine Kritik. Und ja, ich muss dir recht geben. Es ist viel zu nett und harmlos und es gibt gerade im ersten Blick einiges was ich gerne bissiger und pfeffriger ausgearbeitetis hätte. Das Gedicht über München viel mir schwer und so wie es ist , gibt es noch einige Luft nach oben bzw in die Tiefen Münchens
    Ich wollte nicht dass es zu lang wird und ich wollte auch das was mir gefällt mit einbringen eben im zweiten Blick. Nach 12 Jahren München bin ich wohl zu sanft geworden oder befinde mich selbst zu sehr unter der Käseglocke
    Ja das Großbürgertum und die Kunst die sich wie München irgendwie gewollt aber nicht gekonnt alternativ, am Puls und "von der Strasse" präsentieren möchte.. der Fußball.. die Politik..usw usw da gäbe es noch so viel..
    Einzig die Tante Emma Läden möchte ich hier in den Schutz nehmen . Denn die sind weder hip noch manufactum-mäßig.
    Oft sind es familiengeführte ur-münchner Menschen die quasi nur "Butter und Milch" verkaufen.
    Ich glaube aber, dass ich mich da tatsächlich noch mal an die Arbeit machen werde. Danke dir vielmals fürs Lesen und draufhinweisen.
    lg
    question

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