1. #1
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    Sexualität und Freiheit - Lust und Aggressivität - und Trennung

    Ich glaube, dass die Sexualität und die Freiheit einander tatsächlich in gewisser Weise ausschließen. Denn die Sexualität brennt innerlich gegen den freien Entschluss, keinen Sex mehr haben zu wollen. Sie setzt sich innerlich gegen die Freiheit, "es" nicht tun zu wollen, zur Wehr. Der Trieb bäumt sich gegen den freien Willen auf, sofern der freie Wille in Richtung Enthaltsamkeit ausschlägt.


    Ist also der Sexualtrieb zum Beispiel bei einer Frau sehr heftig ausgeprägt, dann ist jene Frau nur sehr eingeschränkt frei, keinen Sex zu haben. Denn diese Kraft aus ihr selbst heraus (der in ihr selbst verankerte Trieb, ihr eigenes Verlangen) bricht in ihre Freiheit ein und so geschieht es, dass sie entgegen ihrer freien Entscheidung, keinen Sex haben zu wollen, dann doch Sex hat. Es bedarf dafür oft nicht mal der Verführung von einem Mann. Es verführt sie aus sich selbst heraus, den Mann zu verführen obwohl sie das beschlossenermaßen gar nicht will. Ein innerer Konflikt entsteht daraus, der ihr in der Regel schwer zu schaffen machen wird. Frust und Aggressivität legt sie dann, gegen den Mann gerichtet, an den Tag. Die Aggressivität folgt hier dem Sex unmittelbar. Das ist ein oft zu beobachtendes Phänomen. Erhebliches Leiden ist das Ergebnis und niemand kann etwas dafür. Es ist nur der Natur des Triebes und der Sucht geschuldet. Wenn Liebe im Spiel ist, dann wirkt diese noch verstärkend gegen ihre Freiheit.


    Letztlich reagiert die Frau aus dem hier gewählten Beispiel dann sehr wahrscheinlich auch noch aggressiv gegen sich selbst, weil sie bald einsehen muss, dass ihre dem Frust über sich selbst folgende Aggressivität gegen den Mann, den sie ja immerhin selbst verführt hat, dem Mann gegenüber höchst ungerecht ist, denn er hat ja objektiv gar nichts falsch gemacht. Der Selbsteinsicht folgt die Selbstablehnung. Die betreffende Frau wird anfangen, ihre Schwäche zu hassen. Sie entwickelt sich zu einem apparthischen Menschen, der im Wechsel zwischen „Sex haben“ und „Selbstablehnender Depression“ die Kontrolle über sich selbst immer mehr verliert. Sie sucht dann sehr wahrscheinlich den Ausweg in der Trennung. Aber auch hier stellt sich ihr Trieb entgegen! Insbesondere dann, wenn sie den betreffenden Mann liebt. Die Dynamik hat dann eine neue Dimension, ein neues Level erreicht und der Mann verliert bei dem ewigen Hin und Her, bei dem ewigen Auf und Ab zunehmend auch seine Nerven - und zerbricht auch an dieser Situation. Insbesondere dann, wenn bei ihm Liebe im Spiel ist
    Geändert von Zärtlichkeit (18.08.2019 um 12:37 Uhr)

  2. #2
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    Hi

    Ich glaube, dass die Sexualität und die Freiheit einander tatsächlich in gewisser Weise ausschließen. Denn die Sexualität brennt innerlich gegen den freien Entschluss, keinen Sex mehr haben zu wollen. Sie setzt sich innerlich gegen die Freiheit, "es" nicht tun zu wollen, zur Wehr. Der Trieb bäumt sich gegen den freien Willen auf, sofern der freie Wille in Richtung Enthaltsamkeit ausschlägt
    Das halte ich, bitte nicht persönlich nehmen, für Unsinn...denn umgekehrt...wenn jemand Sex haben möchte und sein Verlangen auslebt...findet er ja gerade darin seine Freiheit. Alles weitere sind mehr philosophische als wissenschaftliche Fragen. Im obigen Kontext wäre die Mutter aller Fragen: "gibt es überhaupt so etwas wie die freie Entscheidung?". Ich sage...weil ich davon überzeugt bin...nein...so etwas wie die freie Entscheidung gibt es nicht. Aus wissenschaftlicher Sicht ist folgendes Fakt: nahezu all unser Denken und Handeln ist vom Sexualtrieb gesteuert.
    Dazu gibt es mehrere Studien- darunter eine recht bekannte...die vom Sender BBC redaktionell begleitet und als Film-Reportage veröffentlicht wurde. Dazu braucht es aber keine Studie...das müsste einem schon der gesunde Menschenverstand sagen...denn die Natur verlangt nichts anderes von uns...als dass wir uns fortpflanzen. Der Starke (genetisch gesehen) soll sich gegen den Schwachen behaupten...egal zu welchem Preis. Anders formuliert: die Natur kennt keine Moral - und sie scheißt auf unsere Moral. Das einzige was sie von uns erwartet: möglichst rund um die Uhr zu ficken. Alles was wir sonst noch so tun...ist nutzloses Beiwerk.

    Wenn eine Frau oder ein Mann keinen Sex mehr haben möchte...dann ist das auf keinen Fall eine freie Entscheidung...denn irgendwer...oder irgendetwas "zwingt" uns zu dieser vermeintlich freien Entscheidung.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #3
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    Frag mal eine asexuelle Frau oder einen asexuellen Mann, inwieweit die persönlichen Entscheidungen mit deren Sexualtrieb zu tun haben. Höchstens die Trennung vom Partner hat bei denen mit ihrem (nicht vorhandenen) Sexualtrieb zu tun, weil der Partner bis dahin immer mit seinem lästigen Nähebedürfnis genervt hat

    Mein Text dreht sich übriegens um einen vorhandenen Sexualtrieb, der aber in der betreffenden Person selbst trotz des Genusses beim sex zur Selbstablehnung führt.
    ---------------------------------Signatur:
    "Fakenews" ist ein Begriff von Donald Trump. Er hat uns alle damit sensiblisiert. Was Fake-News im Einzelnen sind, muss JEWEILS überprüft werden. Wir glauben nicht mehr alles ohne Weiteres, nur weil irgend ein Vorsitzender sagt, dass es richtig ist. Wir entwickeln uns alle weiter. Die ganze Menschheit, weltweit. Dank Donald. Danke, Donald Trump! <3

  4. #4
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    Mein Text dreht sich übriegens um einen vorhandenen Sexualtrieb, der aber in der betreffenden Person selbst trotz des Genusses beim sex zur Selbstablehnung führt
    Ja eben - gerade das spricht doch dafür, dass es sich eben um keine freie Entscheidung handelt. Wenn sich der Betroffene selbst ablehnt, dann hat das..ob physisch oder psychisch bedingt...tiefere Gründe.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Ja. Sex zu haben ist nicht das Ergebnis einer freien Entscheidung. Eher das Ergebnis des sich gegen den eigenetlichen willen durchgesetzt habenden Sexualtriebs.
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  6. #6
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    Wenn alle wissen dass es der Trieb war, wo kommen die Probleme her? Oder kann man über nix mehr so reden, dass jeder es versteht oder derjenige mit den besseren Argumenten wie AD hier z. Bsp. automatisch unrecht hat, weil er die Reaktion des Streitpartners nicht schon im Voraus berücksichtigt hat?
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  7. #7
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    Zitat Zitat von Terrorist Beitrag anzeigen
    Wenn alle wissen dass es der Trieb war, wo kommen die Probleme her? Oder kann man über nix mehr so reden, dass jeder es versteht oder derjenige mit den besseren Argumenten wie AD hier z. Bsp. automatisch unrecht hat, weil er die Reaktion des Streitpartners nicht schon im Voraus berücksichtigt hat?
    Das verstehe ich nicht...
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  8. #8
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    Gibt hier keine Streitpartner, Terrorist, nur unterschiedliche Meinungen. Dieses Gebiet ist sehr gut erforscht, da kann man...je nach Wissensstand...maximal Fakten austauschen.

    Wenn alle wissen dass es der Trieb war, wo kommen die Probleme her?
    Eben genau von dort. Aber sind denn Probleme für dich gründsätzlich ein Problem? Die problemfreie Welt ist eine Utopie - Probleme sind wesentlicher Bestandteil eines alternativlosen Gesamtprozesses.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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