1. #1
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    Was ist Glück?


    Was ist Glück?

    Ist Glück nicht die Abwesenheit von Unglück,
    Selbst- oder auch fremdverschuldet,
    Nicht gewollt – aber erduldet?

    Glück haben? Glücklich werden? Glücklich sein?
    Braucht Glück das Gefühl der Vereinzelung
    Oder kommt es nur zweisam mit uns aus?

    „Hans im Glück“ hat stets mehr Glück,
    Je weniger am Ende er besitzt:
    Ohne Besitz wird er ganz frei!

    „Massl toff“ oder „Viel Glück“
    Rufen Juden dem Brautpaar zu.
    Heißt „vermasseln“ dann „entglücken“?

    Ist Glück nicht immer ein Prozess,
    Wo Menschen langsam glücklich werden
    Und dieses Glück sie künftig trägt?

    Ist Glück denn nur Momentum –
    Oder doch Zustand langer Dauer?
    Scheint BEIDES parallel uns möglich?

    „Streben nach Glück“ will sagen:
    Jeder ist „seines Glückes Schmied“.
    Kann jeder das von sich behaupten?

    Fällt uns das Glück nicht auch dann zu,
    Wenn wir es nicht erwarten, nichts dafür können,
    Nur weil zur rechten Zeit an rechtem Ort wir stehen?


    ©Hans Hartmut Karg
    2019

    *

  2. #2
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    Hm, dass etymologisch "vermasseln" von "Massel" herzuleiten ist, dürfte schwierig zu begründen sein. Das Präfix "ver-" hat nun mal keine negierende Semantik.

    Entsprechend suchen etymologische Untersuchungen zu "vermasseln" das Wortfeld "Glück" samt seinem Element "Massel" aussen vor zu lassen.

    Ergänzend:
    Die Differenzierung des Glücksbegriffs, die Du vorführst, wird sprachlich durchaus, wenn auch nicht stark, markiert: Fortuna (fors!), Casus, beatitudo - good luck, happiness - ....

    Somit meint der Oberbegriff Glück durchaus:

    Eine per Zufall und nicht per Planung und Leistung herbeigeführte positive Situation.

    Eine momentane, gipfelartige Befriedigung von Wünschen und Sehnsüchten im Bereich von Liebe, Besitz, Freundschaft, Beruf, ... eher bedingt vom Zufall, kaum durch eigenes Zutun.

    Eine langandauernde, plateauförmige (kaum mehr gipfelartige ) Befriedigung entsprechender Bedürfnisse (s.o.),
    unabhängig davon, ob man sie per Zufall, per Leistung oder per "Mix" aus beiden gefunden hat...

    Mit Dank für den anregenden Text.

    greetse
    ww
    Geändert von Willibald W (29.05.2019 um 11:34 Uhr)
    alis nil gravius, o nycticorax

  3. #3
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    "Vermasseln" ist eigentlich eine Mischung aus deutscher und jüdischer Sprache. "Massl" oder auch "Massel" heißt in der jüdischen Sprache "Glück". Der "Ver-" entspringt der deutschen Sprache.
    Danke für den nachsinnenden Kommentar!
    LG H. H. Karg

  4. #4
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    Salute,

    mein Post war wohl nicht klar genug formuliert. "Etwas vermasseln" bedeutet soviel wie "etwas versaubeuteln", "etwas in den Sand setzen" und "verpfuschen".

    Das Präfix "ver-" intensiviert die Bedeutung seines Grundwortes, man vergleiche verbindlich und unverdrossen solche Wörter wie "verunsichern" oder "vermitteln" oder verpfuschen" mit "vermasseln".

    Um die Bedeutung von "vermasseln" zu präsentieren müsste "Massel" eine negative Bedeutung haben, hat es aber nicht. Oder "ver" müsste eine negative Bedeutung haben, dem ist aber nicht so. Bildungen wie "verinszenieren" mit ihrer negativen Valenz sind selten und eher okkasionell:

    Entsprechend versuchen etymologische Werke bei der Herleitung ihre Antworten jenseits von "Massel" (Glück") ihr Glück.

    Grüße aus dem gestern und heute sonnigen München nach Ansbach. Man weiß, Du kommentierst eher ungern.
    ww
    Geändert von Willibald W (02.06.2019 um 08:44 Uhr)
    alis nil gravius, o nycticorax

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