1. #1
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    All die Blten, die Hummeln, das Gras und die hren... Iwan Bunin

    All die Blten, die Hummeln, das Gras und die hren,
    Sonnenglut und des Himmels Azur.
    Und der Gott den verlorenen Sohn beim Heimkehren
    Fragen wird, ob ich Glck auf den Erden erfuhr.

    Und ich knnte nichts sonst auer Pfade erinnern,
    Querfeldein durch das Gras, durch das Korn, durch das Licht,
    Schaffe keine Antwort vor den Trnen, die rinnen,
    An den gndigen Knien verberg mein Gesicht.

    „И цветы, и шмели, и трава, и колосья...“ Иван Бунин
    Gendert von Tali (01.06.2019 um 09:11 Uhr)

  2. #2
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    Guten Abend, Tali,

    selten berhrt mich ein Gedicht so tief wie dieses hier. Es ist zum Weinen gut.

    Danke fr die bersetzung.

    Viele Gre
    Richmodis

    Aber eine Frage habe ich nachtrglich noch: Ist das eine wortwrtliche bersetzung? Ich vermisse im letzten Vers den Artikel. Oder ist das ein Versehen?


    Zusatz 2 Tage spter, weil ich immer mal wieder dran zurckgedacht habe. Und ich hoffe, dass du nochmal reinguckst:
    Ein Gedicht, dass sich in der einen wie der anderen Sprache reimen soll, kann ja keine wortwrtliche bersetzung sein. Also gehe ich von einem Versehen aus bei dem fehlenden Artikel im letzten Vers.

    Und weil es sich auch in der bersetzung reimen soll, wirkt es wohl so etwas unperfekt mit seinen Inversionen. Dennoch: Ich bin immer noch sehr angetan von diesem unendlich traurigen Gedicht. Auch, weil es offen lsst, was den verlorenen Sohn auf Gottes Frage hin weinen lsst. Aber es ist nicht nur traurig, sondern auch trstlich: Egal, was auf Erden vorgefallen ist, am Ende ist ein Heimkehren und sich Fallenlassen knnen.
    Gendert von Richmodis (01.06.2019 um 07:53 Uhr)

  3. #3
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    Guten Morgen, Richmodis!

    Verzeihen Sie bitte meine aus zeitlichen Grnden versptete Antwort.
    Ihre Worte haben mich auch sehr berhrt! Herzlichen Dank!
    Was „Pfade“ angeht, habe ich den Artikel aus Versmagrnden ausgelassen, ich dachte, es wre in diesem Fall grammatisch zulssig, wenn man nicht diesen bestimmten Feldweg, den der Dichter am Anfang beschreibt, sondern alle Feldwege seines Lebens im Allgemeinen im Plural benennen wrde. Ist es falsch? Wre: Und ich knnte nichts sonst als die Pfade erinnern besser?

    Herzliche Gre

    P.S. Die Inversionen sind auch dem Versma und dem Reimzwang geschuldet. Ich wei, dass es nicht perfekt ist. Besser ging es aber auch in der hundertsten Version nicht
    Gendert von Tali (01.06.2019 um 08:41 Uhr)

  4. #4
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    Guten Morgen, Tali,

    umso schner, dass Sie nochmal Zeit gefunden haben.

    auer Pfade kann bleiben, schon deshalb - und das fllt mir auch jetzt erst auf - die Mehrzahl von Pfad Pfade ist. Also wrde ich auf jeden Fall so lassen, es ist schner, alle Feldwege anstatt bestimmte Pfade zu beschreiben. Somit muss nur das "n" weg.

    Ich wei (noch) nicht, welche Regeln fr die bersetzung von Lyrik von einer in die andere Sprache gelten. Aber im vorliegenden Fall wrde ich den Artikel im letzten Vers unbedingt einfgen.

    Ansonsten scheue ich mich, am Text herumzuwerkeln, um das vielleicht hier und da unbeholfen Wirkende zu gltten. Einfach aus Angst, was kaputtzumachen.

    Ebenso herzliche Gre
    Richmodis

    PS: Ach wie ist das peinlich. Ich mein natrlich Personalpronomen, nicht Artikel. Also schlicht: das "ich" im letzten Vers fehlt mir. (...verberg ich mein Gesicht). Ich verberg auch mein Gesicht. Vor Scham
    Gendert von Richmodis (01.06.2019 um 09:09 Uhr)

  5. #5
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    Guten Morgen, Richmodis!

    Es braucht Ihnen gar nicht peinlich zu sein. Auch ich verspreche/verschreibe mich oft
    Tja, da stellen Sie mich vor ein Problem: Ich mte dann irgendwie das „ich“ reinprgeln, denn vom Versma passt es nicht mehr rein
    Ich dachte, man knne da das „ich“ weglassen, als dichterische Freiheit, sozusagen. „Mein“ zeigt an, um wessen Gesicht es sich handelt.

    Und mir wren Ihre Verbesserungsvorschlge sehr willkommen!

    Ich bin blo Poesie liebende Amateurin. Und es gibt bei meinen bersetzungen bestimmt noch sehr viel Luft nach oben. Ich habe die bersetzung blo meinem sechszehnjhrigen Sohn vorgelesen, der zwar Muttersprachler ist, sich aber mit der Dichtungstheorie (trotz Deutschstunden auf dem Gymnasium) auch nicht so gut auskennt.
    Ich selbst lese blo viel und wei daher, dass auch deutsche Dichter frher, als Gedichte noch gereimt wurden, Inversionen verwendet haben..

    Was denken Sie darber? Wirken die Inversionen auf Sie wirklich so strend?

    Vielen lieben Dank im voraus!

    Beste Gre

  6. #6
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    Ich erkenne Ihren Konflikt Versma/Inversionen bzw. Auslassungen. Und ich habe -ehrlich gesagt -auch momentan keine Lsung parat. Die Inversion (es ist ja nur diese hier

    Und der Gott den verlorenen Sohn beim Heimkehren
    Fragen wird,
    ob ich Glck auf den Erden erfuhr)


    ist natrlich auffllig und scheint mir zu den Inversionen zu gehren, die man vermeiden sollte (es gibt ja auch solche, die sich harmonisch ins gesamte Gedicht einfgen, wo man sagen kann, das ist ok, wobei ich Ihnen jetzt kein Beispiel nennen kann).

    Was das fehlende Personalpronomen angeht: dichterische Freiheit als Notausgang, wenn man die richtige Tr nicht findet? Da wr ich zurckhaltend und wrde erst den regulren Ausgang suchen. Aber das Versma macht ja auch einen Teil des Charmes Ihrer obigen bersetzung aus und sollte mglichst erhalten werden. Also ich verstehe Ihren Konflikt, habe aber auch keine Lsung z. Zt.

    Sonnige Gre
    Richmodis



    Ergnzung:
    Nachdem der Tag zu Ende gegangen ist (Sie sehen, es lsst mich nicht los), ist mir diese Mglichkeit in den Kopf gekommen, vielleicht gefllt sie Ihnen (wir duzen uns hier brigens alle, also, wenn Sie mgen ...)

    ...
    Schaffe keine Antwort vor den Trnen, die rinnen
    und verberg an den gndigen Knien mein Gesicht
    Gendert von Richmodis (01.06.2019 um 20:17 Uhr)

  7. #7
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    Vielen Dank dafr, dass du darber nachgedacht hast!

    Da ist aber auch kein“ich“ drinnen

    Beste Gre

  8. #8
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    Guten Morgen, Tali,

    das ist richtig, aber entgegen deiner Version habe ich im letzten Vers keinen neuen Satz gebildet und kann mich somit dem Personalpronomen/Subjekt aus dem ersten Vers bedienen:

    Und ich knnte nichts sonst auer Pfade erinnern,

    Querfeldein durch das Gras, durch das Korn, durch das Licht,
    Schaffe keine Antwort vor den Trnen, die rinnen,
    und verberg an den gndigen Knien mein Gesicht.


    Ich hoffe, ich liege richtig. Manchmal bersehe ich die einfachsten Dinge
    Gendert von Richmodis (02.06.2019 um 08:35 Uhr)

  9. #9
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    Hallo Richmodis,

    du hasr recht. Und das habe ich bersehen Da habe ich aber wieder das gleiche Problem wie mit dem „ich“, es ist um eine Silbe zu lang (imho.

    Beste Gre

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