Thema: Riposte

  1. #1
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    Riposte

    Riposte

    Unsterblich scheinst du
    unendlich Kraft
    unzerbrechlich
    heldenhaft.

    Deine Herkunft bleibt geheim
    ich erschuf dich
    du bist mein.
    Fuer reichlich Nahrung sorge ich
    Friss dich satt - so halt ich dich.

    Macht und Staerke gab ich dir
    ungebremmst nahmst du mich ein.
    Sah dich nicht gehen
    oder wuchern
    ich bin bereit
    mit dir zu teil'n

    Verwachsen mit mir
    ueber Zeit
    untrennbar
    an meinen Leib.
    Frieden war dein Angebot
    dein finaler Preis: der Tot.

    Dein Quell des Lebens, der dich naehrt
    ist meine Sehnsucht, die sich mehrt.
    Wut und Wille - mein Geleit
    die schaerfste Klinge, die uns zweit.

    Doch wie mordet man den Feind,
    der unsichtbar zu bleiben meint?
    Auch deine Physis kenn ich nicht
    Niemand sah dich je im Licht.

    Ich stell mir vor, du seist daemonisch
    saugst auf die Wuensche, die ich seh.
    Vollkommenheit erlangst du nur
    wenn ich von dieser Erde geh.

    Selbst, wenn du mich wieder laehmst
    Mich einsperrst - zur Verzweiflung quaelst.
    Mich in die Knie zwingst und ertraenkst
    Die stille Taubheit du mir schenkst.
    Auch dann werd ich mich nicht ergeben.
    Heiß wie die Sonne, werd ich sein.
    Niemals wirst du mich ueberleben
    Nicht noch mal in mir gedeih'n.

    Meine Seele werd ich heilen
    deinen Preis bekommst du nicht.
    Mein Stundenglas wird neu befuellt
    Bleibt nur noch meine letzte Pflicht.

    Vernichtung war dein großes Ziel
    fast haettest du mich ueberzeugt.
    Mich zu verraten und zu leugnen
    deinem Willen mich gebeugt.

    Die Wahl des Feindes paradox
    Vor Zorn wirst letztlich du erbeben
    Unvollkommen wirst du bleiben.
    Mein letztes Wort:
    Dein Tod heißt Leben

  2. #2
    Registriert seit
    May 2019
    Ort
    Göttingen
    Beiträge
    107
    Sehr schön symbolisch, das Ganze, wunderbar bedeutungsschwanger!
    Ich hätte vielleicht ein paar Ideen, von denen du einfach annimmst, was dir nicht widerspricht:
    Die schön überleitenden "-" können sich ruhig mehren, sie sind für dieses Gedicht ikonisch, und könnten zumindest die Kommata ersetzen, die, da wo sie stehen mMn sehr unnötig scheinen, und das Konzept "keine Kommata", das an anderen Stellen herrscht zunichte machen; ansonsten finde ich höchstens die 5-und-6-Verse-Strophen ulkig, weil sie dem bisherigen 4-Verse-Muster wiedersprechen (, dessen Einhaltung zumindest in der ersten Strophe fragwürdig, aber noch i.O. ist); zumindest in der 5-Verse-Strophe könnte man zwei Zeilen deiner Wahl, wenn du nicht andere effektspezifische Gründe hast, leicht fusionieren, da zumindest eine einheitliche grade Zahl nicht zu verachten wäre; in der Mitte der 8-Verse-Zeile finde ich außerdem, dass da ein Punkt zu viel steht, entweder könnte man das Satzende vor oder nach dem "Auch dann werd..."-Vers eliminieren, wenn nicht sogar beide (gibt es außerdem einen Grund dafür, warum das Gedicht nicht mit einem so oft erscheinenden Punkt endet?), ja vielleicht lässt du dich generell mit der Punktierung noch etwas zu sehr von klassischen Regeln und Bahnen gefangennehmen (wie wärs mal mit ein paar "..."?); wie schon gesagt: nur Ideen, du musst nichts von alldem befolgen, könntest sie aber kritisch auf ihr Potenzial prüfen.
    Beste Grüße
    Sei die Veränderung, die du für die Welt willst!
    In meiner neuen Gruppe "DIE PROSAREN" ist jeder, der Interesse an einer Prosa-Pur-Gruppe hat willkommen!

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