1. #1
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    Schweinchens Tod


    Schweinchens Tod

    Die Sonne schien, der Tag war groß,
    Doch jetzt entschied des Schicksals Los,
    Woran niemand hätte gedacht
    Nach dieser klaren, schönen Nacht.

    Das Schweinchen, dieser kleine Schlingel
    Lief mit dem hochgeschraubten Kringel
    Den beiden Männern freudig nach
    Und dachte an kein Ungemach.

    Ganz ahnungslos und wie ein Schaf
    Rannt' es dahin und grunzte brav,
    Denn es war jung, der Tag war schön,
    Da musste Fluren man begeh'n.

    Doch ungefähr nach hundert Metern,
    Wo Lerchen, Elstern fröhlich zetern,
    Wurd's mit dem Strick zu Fall gebracht,
    Obwohl oben der Himmel lacht,

    Brutal die Kehle durchgeschnitten,
    Das Blut lief aus des Halses Mitten,
    Es chancenlos, konnte nicht fliehen
    Und nicht mehr hin zum Tröglein ziehen.

    Denn unaufhaltsam floh sein Leben,
    Nichts konnt' den Beinchen Kraft da geben:
    Bewegungslos und grad heraus
    Haucht' es den letzten Seufzer aus.

    Der Teufel kennt ja keine Gnade,
    Die Schlange beißt in Ferse, Wade.
    So wird er immer frevelnd bleiben
    Es hinterrücks mit allen treiben.

    Und die Kumpane mit Geschick
    Packen das Schweinchen beim Genick,
    Dann, ohne einen Gnadenblick,
    Befestigen sie am Hals den Strick.

    Nun zerren sie im Sonnenschein
    Das tote Tierchen zu sich heim,
    Wo schon am Herd die Töpfe stehen,
    Die dann die Mahlzeit werden sehen.

    Dabei war es doch Schweinchens Glück,
    Freudig zu laufen, voll Geschick
    Auf ein recht langes Leben hoffen,
    Von Leid und Tod lang nicht betroffen.

    Doch ist der Satan immer wach,
    Er droht mit seinem Ungemach,
    Sucht nach den eignen Missetaten,
    Wo alles Leben nimmt nur Schaden.

    Deshalb, sei ja niemals naiv,
    Weil selten noch der Teufel schlief,
    Wo immer nur im Selbstvermessen
    Gekillt wird, was noch nicht gefressen.


    ©Hans Hartmut Karg
    2019

    *

  2. #2
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    Hallo Dr. Karg,
    das sind schöne Verse und ein wohlweislich, trefflich gezielter Rat. Vorteilhaft wäre nun, ihn immer befolgen zu können,aber dafür müsste man von "kühlem Blute" sein. Sich in Gleichmut zu Üben ist und bleibt immer eine lohnenswerte Aufgabe.
    Gern gelesen
    Beste Grüße
    lautmaler

  3. #3
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    Danke, lieber lautmaler!

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