(Wettbewerbsthema)

Grauweiße Schwaden
aus Schattenlicht
wabern und gleiten
zwischen den Zeiten
mal dunstig, mal dicht,
mal wie ein Faden.

Sie weben und schweben
in feuchtkalten Schlieren
Sie wollen verführen,
dich ganz zu verlieren,
dein Zittern und Beben
verhindert es nicht…

Sie lecken an deiner Haut,
raunen dumpf, leiselaut
und laden dich ein
substanzlos zu sein,
mit ihnen zu ziehen,
dem Leben zu fliehen.

Aus der Wärme im Bauch,
die Träume sterben auch,
wird Kälte und Rauch!
Weil die Gefühle erfroren,
hast du dein Feuer verloren
und ein Nebelkind geboren:

Wie jedes Nebelkind,
ist es zunächst ganz blind,
es wabert leise durch die Nacht,
und hat, wie alle, im Grau gelacht,
doch irgendetwas stimmt mit ihm nicht:
Es träumt und singt immerzu vom Licht!

Es will viel mehr als nur Dunst verstehen!
Es will die Welt und Farben sehen,
Lässt sich gern sacht vom Wind verwehen,
will tanzend neue Wege gehen…

Hier endet heute die Geschichte,
die ich an diesem Sonntag dichte,
ja, sie bleibt mit Absicht offen,
denn wir alle dürfen hoffen,
weil die kleinen Hoffnungsschimmer
durchdringen jeden Nebel: Immer!