Thema: Haiku

  1. #1
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    Haiku

    Einsame Herbstnacht
    Von den Dächern tropft Regen
    In unser Schweigen

  2. #2
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    Hallo Crackaveli

    in einem anderen Faden wird gerade lebhaft duskutiert wie ein Haiku auszusehen hat. Da halte ich mich raus-ist nicht mein Spezialgebiet.
    Mir gefällt ein Text (oder besser gesagt das Bild)...oder auch nicht, unter welcher Überschrift veröffentlich ist für mich eher zweitrangig.
    Dein Haku gefällt mir...weil es auf der einen Seite beschreibt, auf der anderen aber auch vieles offen lässt. Und was mir gefällt, das könnte andere...hinsichtlich des Haukus...schon wieder stören, denn die Haikujaner...so zumindest meine Beobachtung...mögen es nicht gerne kryptisch- sie lieben die konkrete, die eindeutige, die pure Beschreibung. Und müsste ich jetzt im Sinne dieser Leute etwas kritisieren...dann den Begriff "Einsame"- was ich aber nicht tue...denn mir persönlich passt der Begriff ganz gut.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  3. #3
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    Naja, dann würde ich wohl fragen wollen, wo das kryptische dieses Gedichts sich verbergen soll. Entweder ist es so gut versteckt, dass es bis heute weder ich noch irgendwer je finden konnten. Oder nicht vorhanden Es wabert ein bisschen Gefühlsneben, ja. Aber sonst? Das, was da steht. In dem Falle hier lehne ich mich jetzt mal ganz weit zum Fenster raus und sage: Das ist ein Haiku.
    Auch, weil es bereits einiges an Wettbewerbs- und Publikationsprüfständen mit Haikuexpertise hinter sich hat, ist schon bestimmt 5,6 Jahre alt. Krasser Zufall, dass ich es gestern Abend rausgekramt habe. Sonst wäre ich da wohl in die Disksussion gar nicht eingestiegen.
    Danke für den Kommentar! An der Diskussion werde ich glaube ich dann morgen wieder teilnehmen, Sophisten brauchen da immer bissl mehr Zeit

    Peace



    Aso, du hattest da gar nicht nochmal reingeschaut Die letzten vier Beiträge dieses Fadens bin nämlich bereits ich

  4. #4
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    Ok, will dir die Antwort...hinsichtlich des Begriffes "kryptisch"...nicht schuldig bleiben:

    die drei Begriffe "einsam", "unser" und "Schweigen" sind entscheidend...sie machen den Rest, die Naturbeschreibung (es regnet), zum nebensächlichen Beiwerk. Also nicht die Natur steht im Mittelpunkt...sondern das zwischenmenschliche Stimmungsbild. Es sind mindestens zwei Personen (unser) anwesend - ihr Schweigen lässt sich nicht als bedeutungslos herunterspielen...da Du von der einsamen Herbstnacht schreibst, denn eine Nacht selbst kann nicht einsam sein - "einsam" hieße alleine...oder unter der Abwesenheit von X leident. Beides kann auf die Nacht nicht zutreffen. Beispiel: "die Wellen spülten ihn an der Strand einer einsamen Insel". Die Insel selbst ist nicht einsam...nur weil dort niemand lebt - zumal dort ja jemand (Tiere..) lebt...eben nur kein anderer Mensch. Also erst im Kontext der Strandung (eines Menschen) wird die (eigentlich lebhafte) Insel zu einer einsamen. Aber nicht weil die Insel selbst...sonder der Gestrandete sich einsam fühlt. Vor der Strandung war es keine einsame...sondern eine menschenverlassene Insel-"einsam" kann also nur im Zusammenhang mit "unser" und "Schweigen" eine Bedeutung haben. Dein Text ist daran gemessen kein Haiku im "klassischen" Sinne...aber mich stört das überhaupt nicht.

    ps/ Zitat

    Auch, weil es bereits einiges an Wettbewerbs- und Publikationsprüfständen mit Haikuexpertise hinter sich hat, ist schon bestimmt 5,6 Jahre alt
    Musst Du nicht explizit erwähnen...denn im umgekehrten Fall...wäre dein Gedicht überall durchgefallen...würde es mich immer noch positiv ansprechen. Ich hatte mal mit einem Text einen internationalen Wettbewerb in Riga gewonnen - und bin mit dem gleichen Text gescheitert...als ich ihn bei einem Literaturforum einreichte...um die dortige Aufnahmeprüfung zu bestehen. Würde die (vom Forum) deshalb aber nicht als Idioten abstempeln-die Geschmäcker sind nun mal unterschiedlich. Es gilt die Meinung jedes einzelnen Lesers zu respektieren.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #5
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    Ja, zu dem Begriff der Natur habe ich mich in dem Haiku-Thread einen laaaaaaaaaaaaaaaangen Post geschrieben, was man in japanisch bzw. chinesisch meint, wenn man Natur sagt. Es geht nicht bloß um die Natur, wie wir sie sehen, wenn wir aus dem Fenster sehen. Es ist immer auch ein Prinzip, was mitgedacht wird. Das Problem ist halt: alle, die sich über Haiku informieren, tun dies in deutsch. Das ist ein Fehler. Natur an sich ist eigentlich nicht mal das entscheidende Element.
    Und ich gebe dir in einem Recht: bei zwischenmenschlichen Beziehungen wirds schwer, wenn zwei auftauchen, einen Kreis zu schließen. Vielleicht nicht unmöglich, aber echt schwer. Kann ich also von Glück reden, dass da keiner ist, außer mir Da bin nur ich, und meine Natur um mich herum. Es gibt auch Haiku der alten Meister, die von Stille der Schlachtfelder sprechen, auf denen sie gerade stehen. Im Prinzip ähnlich. Das Schweigen ist ja hier schlecht und ergreifend Teil der mich umgebenden Natur.
    Ahja, und zu der Aussage: sieht ersmtal blöd aus, ja. Allerdings hatte ich auch vor, einen Rückbezug zu nehmen. Weil ich eigentlich, nachdem ich heute mehrere Stunden Arbeit investiert habe, um eine Diskussion wieder in Gang zu bringen, die nur aufgrund von Besserwisserei zum Abbruch gang kam. Weil ein Haiku dabei war zu entstehen, der Wille war da. Und das hätte gereicht. Und, wie gesagt, hab mich echt bemüht, in der festen Überzeugung, wer Haiku diskutiert. Wird auch Haiku lesen. Und dann hätte ich gesagt: meine Versuche waren auch nicht weiter, drei bis dato. Und ein Gedicht später, und ein Haiku später. Hat's geklappt. Von Haiku muss du auch keine Ahnung haben, was die Form angeht, so kannst du gar keine Ahnung davon haben. Es geht genauso um's Prinzip. Wenn du das geschnallt hast, ist es eine Frage der Zeit. Und es wird klappen.
    Hier ist jedenfalls beides gegeben. Ich. Natur. Prinzip. Aus. Und so lange keiner da ist, der mich anschweigt. Ist das Schweigen Teil meiner Umwelt, der mich umgebenden Natur.

    So, habe jetzt gesucht. Und bin fündig geworden, wie ich es mir dachte: Unser Gesetz der Logik beruht auf dem Prinzip der Schlussfolgerung, hier. Das heißt: Sie beruht auf IDENTITÄT, die durchaus dann auch ein Teil der Logik sein kann. In China ist das nicht der Fall, dort besteht die Logik eben durch Analogien. Ausschließlich. Damit wäre auch geklärt, warum Chinesen keine Gefühle zeigen, befinden sie sich in der Öffentlichkeit. Sie können sie dort schlecht und ergreifen nicht denken. Zumindest nicht, wenn die Natur zu ihnen spricht. Wir schon. Damit sind die Gefühle Teil unser Natur. Und acuh per Definition ist was ich schrieb alles absolut zulässig. Weil es schlicht nicht wahr ist, das Gefühle nicht dabei sein dürfen. So lange sie die Natur bilden um uns herum. Und nicht von uns ausgehend, alles gut. Es muss sogar in vielen Fällen eigentlich so sein, weil wir Natur eben durch uns übersetzen. Wir brauchen uns, oftmals, um einen Moment zu übersetzen. Die Chinesen nicht. Weshalb das hier beispielsweise

    haiku-heute.de/archiv/ausgabe-2018-10 Fremdverlinkung entfernt

    Damit sind das alles im Prinzip keine Haiku. Die Gewinnerfünf jedenfalls nicht. Nein, Tatsache sind das eigentlich allle keine. Das entscheidende ist nämlich, dass es einen Zirkelschluss darstellt, mehr als eine Reihe von Worten. Dazu nehmen die Japaner Vergleiche aus der Natur. Wenn wir uns nicht um uns haben, oder wenigstens Dinge auf eine spezielle Art und Weise sehen, können wir überhaupt keinen Mehrwert erzielen. Wenn also ein japanisches Haiku vor uns läge, selbst wenn wirs verstünden. Dann wäre es für uns keins, in 97 von 100 Fällen (ab und zu haben auch Analogien eine entsprechende Wirkung, was allerdings durchaus an Gefühlsbewegungen liegen könnte), weil wir die Philosophie nicht kennen, nicht verinnerlicht haben. Wir können zwar die Analogie, das Prinzip erkennen. Sie ist aber nicht Teil unserer Grundlegenden Denke und kein Teil unserer Logik. Und anders herum wärs noch schlimmer: Wenn sie Schweigen um sich hätten, als Teil der Natur, ja, das wäre ihnen wohl schleierhaft. Und sie könnten das Bild nur in Einzelteilen lesen. Wir aber. Können es anders, und damit ist ein Haiku hier etwas komplett anderes, als es das in Japan ist. Womit sich sämtliche Haikuexperten als ahnungslos ewiesen haben und Haiku heute voll abgeschissen hat. Auf gut deutsch. Einfach irgendwas hingeschrieben, anstatt es einfach auszuloten. Krass. Heute könnte es bei den Japanern tatsächlich auch anders sein, in den Sprachen zwei und drei. Aber da Haiku auf chinesisch basieren. Ist es das gleiche. Übrigens, auch alle Übersetzungen. Sind für uns keine Haiku. Krasser Scheiß, ich hab die ganze Zeit gewusst, dass da was nicht stimmt. Weil das alles einfach nur irgendwelche Worte sind, nichts weiter. Von wegen Natur. Naja, Danke für den Hinweis. Ein halbes habe ich bisher noch außer meinem gefunden, und da ziehe ich ganz klar den Kürzeren:

    Aus siebzehn Silben
    winzig Erbautes, du mein
    Alles, Hütte, Dom.

    Das ist wenigstens fast eins. Es folgt den Regeln unserer Logik und verwebt durch (ein bisschen) Gefühl Gedanken und Umwelt. KlingtWahnsinnig gut. Ist leider kein Bild. Und daher wohl eher ein gutes Gedicht.
    Die deutsche Dreistigkeit. Einfach etwas genommen, und übersetzt und als Definition IRGENDWAS hingeschrieben. Wie lange sind die jetzt schon aufm Holzweg mit ihren Haiku? Alles, was du irgendwo zu Haikus lesen kannst. Ist falsch.
    Das klingt jetzt strange, aber sie wissen tatsächlich nicht, was sie tun. Da muss ich dir und deiner aufmerksamen Lesart danken, krass. Denn du hattest Recht. Im japanischen wäre es kein Haiku. Hier allerdings. Ist es eins.
    Damit bleibt aber auch festzuhalten, dass ein Haiku in Japan viel einfacher zu schreiben ist als hier. Viel, viel, viel, viel einfacher sogar. Du musst nur einen Zusammenhang finden, der analog zu einer allgemeineren Regel steht. Hier musst du, irgendwie, selbst den Zusammenhang bilden. Hier gibt es keine Regel. Die Natur muss sich dir in dem Bild offenbaren. Katalysiert und umweltfreundlich durch dich selbst.

    Peace
    Geändert von Claudi. (10.06.2019 um 12:15 Uhr) Grund: Fremdverlinkung entfernt

  6. #6
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    In Sachen Haiku bist Du der Experte/die Expertin - ich schnappe nur hier und da mal was auf. Ich will auch kein Recht haben, denn was habe ich davon? Mir gefällt dein "Stimmungsbild"...ob nun unter der Überschrift Haiku...oder unter einer anderen. Für die Haikujaner außerhalb Japans ist das natürlich nicht egal...für sie ist...so zumindest meine Beobachtung...das Haiku eine Art Fetisch.

    Was ich weiß: der Japaner pflegt eine ganz andere Beziehung zur Natur als wir Europäer - geht anders mit ihr um. Er sieht sich viele mehr als Teil der Natur...als wir das allegmein sehen. In für die Öffentlichkeit zugänglichen Naturgebieten gibt es z.B. keine Mülleimer. Für den Japaner ist es eine Selbstverständlichkeit, dass er seinen Müll mitnimmt und am Körper trägt.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #7
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    Naja, weißt du. Dass du nicht recht haben willst, schwer zu glauben, schleißlich ging es beim ersten Post schon los mit, eigentlich will ich ja nicht. Mach ich aber doch. Du, alles gut. Wenn du wirklich wissen willst, warum ein Haiku für einen Japaner etwas vollkommen anderes darstellt als für einen deutschen, bitte. Frag. Ich werds dir erklären, ziemlich sicher, dann wirst du es verstehen. Wenn du das ganze Labyrinth erstmal durchlaufen hast, okay. Dass das bis heute kein anderer gepackt hat, okay. Wenn's wirklich keiner wissen will, auch okay. Nur weil es so verdammt einfach ist. 17 Silben sonst nichts. Du musst es nicht erfahren, die Frage ist dann halt, was du mir die ganze Zeit erzählst!?! Immer diese Anführungszeichen, immer die Natur. Zig mal hab ich jetzt schon erklärt, warum das keine Rolle spielt, okay. Was nicht okay ist: so zu tun, als sei man an Wahrheiten interessiert, hier Diskussionen zu starten, als sei man Neugierig. Worum's wirklich ging, sah man ja, als dann einer den Faden fand. Alle wie die Ratten vom sinkenden Schiff Diskussion vorbei. Dass es da dann wirklich um Neugier gegangen sein soll, wag ich zu bezweifeln. Wenn ich was wissen will, dann mach ich das, wie im Haiku-Forum mit mir selbst aus. Weil ichs wissen will, wissen, wissen, wissen, weil es nichts geileres gibt, als selbst durch die Zeit zu stiefeln und zu gucken, hier, dort. Das ist auch okay, wenn sich dafür keiner interessiert. Was strange ist, irgendwie.
    Was willste mir denn genau sagen, wenn es dir doch so egal ist, wer recht hat? Steht alles hier, was ich mir zusammen gereimt habe. Und statt zu lesen, sagst du seit Anfang her immer wieder dasselbe. Also, willstes wissen. Frag. Willstes nicht wissen. Nicht. Und alles ist gut. Ich gönn dir das, ehrlich. Aber was hier in den Foren los ist, wo du eigentlich zusammen ein bisschen mit Worten spielen kannst. Vor 6,7 Jahren noch da gingen Gedichte hin und her, konnste, diskutieren. Inzwischen gehts hier scheinbar nur noch um den Namen auf nem Schulranzen. Weißt du was, frag einfach nicht. Behalt dein Naturgedicht. Weisste was ich gestern Abend gemacht hab, als du das mit der "Einsamen" angebracht hast? Ich hab dran gezweifelt, jhab gesucht, habs durchdacht. Und ivch weiß es jetzt, was ich wissen wollt. Hättest dus nicht gesgt, wohl eher nicht. Noch nicht. Wenn du die "Natur" so schätzt, büüüüde. Aber das du dann, unvermittelt. genau an dem Punkt weiter machen willst, wo du von Anfang an sowieso nie Recht haben wolltest, nicht mal sagen wolltestes, ist dir dann so rausgerutsch Ist klar. Von mir aus noch 100 Jahre weiter so, die Frage ist halt: was bringts, als obs so schlimm auch mal so ne brutale, brutale, brutale Wahrheit einfach mal aufs Spiel zu setzen Riskanz ohne Ende Kloppts dirn Boden weg untern Füßen Ich hab die letzten Jahre paar Mal richtig in den Seilen gehangen nach zu viel Jackalacka, jetzt wegen so nem Mist, der eigentlich sowieso nicht diskutabel ist ))))))

    Peace

  8. #8
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    Zitat Crackaveli

    Ja, zu dem Begriff der Natur habe ich mich in dem Haiku-Thread einen laaaaaaaaaaaaaaaangen Post geschrieben, was man in japanisch bzw. chinesisch meint, wenn man Natur sagt. Es geht nicht bloß um die Natur, wie wir sie sehen, wenn wir aus dem Fenster sehen. Es ist immer auch ein Prinzip, was mitgedacht wird. Das Problem ist halt: alle, die sich über Haiku informieren, tun dies in deutsch. Das ist ein Fehler. Natur an sich ist eigentlich nicht mal das entscheidende Element.
    Und ich gebe dir in einem Recht: bei zwischenmenschlichen Beziehungen wirds schwer, wenn zwei auftauchen, einen Kreis zu schließen. Vielleicht nicht unmöglich, aber echt schwer. Kann ich also von Glück reden, dass da keiner ist, außer mir Da bin nur ich, und meine Natur um mich herum. Es gibt auch Haiku der alten Meister, die von Stille der Schlachtfelder sprechen, auf denen sie gerade stehen. Im Prinzip ähnlich. Das Schweigen ist ja hier schlecht und ergreifend Teil der mich umgebenden Natur.
    Ahja, und zu der Aussage: sieht ersmtal blöd aus, ja. Allerdings hatte ich auch vor, einen Rückbezug zu nehmen. Weil ich eigentlich, nachdem ich heute mehrere Stunden Arbeit investiert habe, um eine Diskussion wieder in Gang zu bringen, die nur aufgrund von Besserwisserei zum Abbruch gang kam. Weil ein Haiku dabei war zu entstehen, der Wille war da. Und das hätte gereicht. Und, wie gesagt, hab mich echt bemüht, in der festen Überzeugung, wer Haiku diskutiert. Wird auch Haiku lesen. Und dann hätte ich gesagt: meine Versuche waren auch nicht weiter, drei bis dato. Und ein Gedicht später, und ein Haiku später. Hat's geklappt. Von Haiku muss du auch keine Ahnung haben, was die Form angeht, so kannst du gar keine Ahnung davon haben. Es geht genauso um's Prinzip. Wenn du das geschnallt hast, ist es eine Frage der Zeit. Und es wird klappen.
    Hier ist jedenfalls beides gegeben. Ich. Natur. Prinzip. Aus. Und so lange keiner da ist, der mich anschweigt. Ist das Schweigen Teil meiner Umwelt, der mich umgebenden Natur.

    So, habe jetzt gesucht. Und bin fündig geworden, wie ich es mir dachte: Unser Gesetz der Logik beruht auf dem Prinzip der Schlussfolgerung, hier. Das heißt: Sie beruht auf IDENTITÄT, die durchaus dann auch ein Teil der Logik sein kann. In China ist das nicht der Fall, dort besteht die Logik eben durch Analogien. Ausschließlich. Damit wäre auch geklärt, warum Chinesen keine Gefühle zeigen, befinden sie sich in der Öffentlichkeit. Sie können sie dort schlecht und ergreifen nicht denken. Zumindest nicht, wenn die Natur zu ihnen spricht. Wir schon. Damit sind die Gefühle Teil unser Natur. Und acuh per Definition ist was ich schrieb alles absolut zulässig. Weil es schlicht nicht wahr ist, das Gefühle nicht dabei sein dürfen. So lange sie die Natur bilden um uns herum. Und nicht von uns ausgehend, alles gut. Es muss sogar in vielen Fällen eigentlich so sein, weil wir Natur eben durch uns übersetzen. Wir brauchen uns, oftmals, um einen Moment zu übersetzen. Die Chinesen nicht. Weshalb das hier beispielsweise

    edit link

    Damit sind das alles im Prinzip keine Haiku. Die Gewinnerfünf jedenfalls nicht. Nein, Tatsache sind das eigentlich allle keine. Das entscheidende ist nämlich, dass es einen Zirkelschluss darstellt, mehr als eine Reihe von Worten. Dazu nehmen die Japaner Vergleiche aus der Natur. Wenn wir uns nicht um uns haben, oder wenigstens Dinge auf eine spezielle Art und Weise sehen, können wir überhaupt keinen Mehrwert erzielen. Wenn also ein japanisches Haiku vor uns läge, selbst wenn wirs verstünden. Dann wäre es für uns keins, in 97 von 100 Fällen (ab und zu haben auch Analogien eine entsprechende Wirkung, was allerdings durchaus an Gefühlsbewegungen liegen könnte), weil wir die Philosophie nicht kennen, nicht verinnerlicht haben. Wir können zwar die Analogie, das Prinzip erkennen. Sie ist aber nicht Teil unserer Grundlegenden Denke und kein Teil unserer Logik. Und anders herum wärs noch schlimmer: Wenn sie Schweigen um sich hätten, als Teil der Natur, ja, das wäre ihnen wohl schleierhaft. Und sie könnten das Bild nur in Einzelteilen lesen. Wir aber. Können es anders, und damit ist ein Haiku hier etwas komplett anderes, als es das in Japan ist. Womit sich sämtliche Haikuexperten als ahnungslos ewiesen haben und Haiku heute voll abgeschissen hat. Auf gut deutsch. Einfach irgendwas hingeschrieben, anstatt es einfach auszuloten. Krass. Heute könnte es bei den Japanern tatsächlich auch anders sein, in den Sprachen zwei und drei. Aber da Haiku auf chinesisch basieren. Ist es das gleiche. Übrigens, auch alle Übersetzungen. Sind für uns keine Haiku. Krasser Scheiß, ich hab die ganze Zeit gewusst, dass da was nicht stimmt. Weil das alles einfach nur irgendwelche Worte sind, nichts weiter. Von wegen Natur. Naja, Danke für den Hinweis. Ein halbes habe ich bisher noch außer meinem gefunden, und da ziehe ich ganz klar den Kürzeren:

    Aus siebzehn Silben
    winzig Erbautes, du mein
    Alles, Hütte, Dom.

    Das ist wenigstens fast eins. Es folgt den Regeln unserer Logik und verwebt durch (ein bisschen) Gefühl Gedanken und Umwelt. KlingtWahnsinnig gut. Ist leider kein Bild. Und daher wohl eher ein gutes Gedicht.
    Die deutsche Dreistigkeit. Einfach etwas genommen, und übersetzt und als Definition IRGENDWAS hingeschrieben. Wie lange sind die jetzt schon aufm Holzweg mit ihren Haiku? Alles, was du irgendwo zu Haikus lesen kannst. Ist falsch.
    Das klingt jetzt strange, aber sie wissen tatsächlich nicht, was sie tun. Da muss ich dir und deiner aufmerksamen Lesart danken, krass. Denn du hattest Recht. Im japanischen wäre es kein Haiku. Hier allerdings. Ist es eins.
    Damit bleibt aber auch festzuhalten, dass ein Haiku in Japan viel einfacher zu schreiben ist als hier. Viel, viel, viel, viel einfacher sogar. Du musst nur einen Zusammenhang finden, der analog zu einer allgemeineren Regel steht. Hier musst du, irgendwie, selbst den Zusammenhang bilden. Hier gibt es keine Regel. Die Natur muss sich dir in dem Bild offenbaren. Katalysiert und umweltfreundlich durch dich selbst.

    Peace

    Schau mal, Du schreibst das da oben - und fragst mich...was ich eigentlich sagen will?! (Link habe ich, da nicht erlaubt, aus dem Zitat entfernt). Das gleiche könnte ich doch dich fragen.

    In Foren wie gedichte.com geht es zu 20% um Gedichte und zu 80% um das Ausleben von Eitelkeiten.

    Was erwartest Du denn von mir, bzw von den Lesern? Wenn Du ohnehin eine vorgefertigte und manifestierte Meinung hast, dann werden dir die Meinungen der Leser egal sein-wenn sie dir aber egal sind, warum veröffentlichst Du dann hier???

    Es gibt nicht immer nur schwarz-weiss...ich habe hier Grautöne erkannt und dir davon erzählt. Du musst das nicht annehmen.
    Da dir schwarz-weiss aber lieber ist...hier meine Antwort in schwarz-weiss:

    1. mir gefällt dein Text
    2. es handelt sich dabei nicht um ein Haiku

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  9. #9
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    Zitat Zitat von Crackaveli Beitrag anzeigen
    Einsame Herbstnacht
    Von den Dächern tropft Regen
    In unser Schweigen
    hallo crackaveli,

    herzlich willkommen in unserem zirkus! ich verstehe nicht besonders viel von haikus, aber haiku hin oder her mich stört die beliebigkeit, die bloße behauptung "einsame", und es ist (auf der tatsachenebene des haikus) ein widerspruch zu z3 und es nimmt die überraschun/pointe vorweg, deshalb meine idee: was wäre mit "zweisame herbstnacht", gut das ließe viele andere interpretationen als "gemeinsam einsam" zu, aber kann das einem haiku schaden?

    lieben gruß
    albaa
    Geändert von albaa (11.06.2019 um 18:57 Uhr)

  10. #10
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    Hey, wie kommst du darauf, dass "Einsame" beliebig sei? Denke nicht, denn,wie gesagt. Da ist nur eine Person, und das Schweigen. Zweisam wäre von daher schon auch falsch Danke für deinen Kommentar!

    Peace
    Mein armer Briefkasen,
    für ihn gibt es kein Rasten.
    Er klappert und quietscht schief.
    Durch seine Schießtscharte
    steckt das Leben eine Grußkarte.
    Scheiße, du bist das Motiv,

  11. #11
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    .unser" sind mindestens zwei, oder?

  12. #12
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    Ort
    Berlin
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    1.173
    "Einsame Herbstnacht"empfinde ich durchaus als stimmig, z.B. eine menschenleere, nur spärlich erleuchtete Straße, zu hören ist nur der gleichmäßig rauschende Regen!
    "Herbstnacht" auch in der Beziehung? Und ein Schweigen, das frösteln lässt !

    Sehr gern gelesen!

    Cara

  13. #13
    Registriert seit
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    54
    Danke Cara!
    Mein armer Briefkasen,
    für ihn gibt es kein Rasten.
    Er klappert und quietscht schief.
    Durch seine Schießtscharte
    steckt das Leben eine Grußkarte.
    Scheiße, du bist das Motiv,

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