Tourismus



Ob Hamburg, Brüssel oder Berlin,
Amsterdam, Rom oder Wien,
ob Avenue, Boulevard, Via Prinzipal
- das gleiche Schauspiel, allemal!
Nur die Kulissen und Akteure wechseln.

Der Kellner, der deine Bestellung
in den Display tippt, die Zimmerfrau,
die sich ein Trinkgeld erhofft -
wohin gehen beide nach ihrer Arbeit?

Stadtinnereien historisch aufgefrischt.
Vergraute Kirchen sandgestrahlt.
Sehenswertigkeiten von Souvenirläden
umlagert. Reklametafeln vor Armenvierteln.
Manchmal Vogelgezwitscher dazwischen,
seltsam berührend, irgendwie fremd.

Reisen, ja, aber wohin?
Wie den "events", dem "entertainment",
dem "Must have" der Vielen entfliehen,
wenn Neugier und Ablehnung, wenn Lust
und Frust sich die Balance halten?

Ins ruhende Auge innerer Stürme?
In die Wüsten eigenen Geistes?
Vielleicht in deinen Sonnenuntergang?
In deine Nacht?

Wohin auch immer, stets reist du zu dir.
Mag sein, ein Morgenrot scheint
in den letzten Winkel deiner Tiefen.
Wer weiß das schon?
Die Hoffnung dazu gibt es gratis.