1. #1
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    "Von Säbeln und Federn"


    "Von Säbeln und Federn"

    Wenn das Morgenrot den Spatzen verrät
    und alles Geld der Welt uns regiert,
    verlieren wir unsere Menschlichkeit.
    Wenn Missachtung Dämmerung uns bestimmt
    und wir Sklaven blinden Hasses werden,
    zeigt sich der Unschuld Verletzlichkeit.

    Sind wir tatsächlich eines Gottes Werk,
    die Tugend verlierend ehrlich zu sein
    und die Anmut des Wahren verleugnend?
    Sind wir des Teufels Beitrages Gunst,
    stets zuflüsternd uns seine List ins Ohr,
    vor dem Triebe und der Wollust verbeugend?

    Aus goldbraun' Bächen still sich entfaltend,
    reißende Ströme voller Urgewalt,
    alles unschuldig Reine hinfortgerissen.
    Aus kochend Kristalle, die Gnade versprechend,
    ein Trugbild so dicht wie Schneegestöber,
    Erwartung entstanden, doch der Geist verschlissen.

    Ist verbrannte Erde und trockene Saat
    unser Erbe, zukünftig Perspektive,
    so durstet und hungert es meiner Seele.
    Ist die Faust im Nacken uns're treibend Kraft,
    der Boden verdorrt, uns den Halt entzogen,
    ein Messer liegt an, an der Menschheit Kehle.

    So lange schon bleibt die Zuversicht fern,
    langsam zerbrechend wie des Poles Eis,
    das nichts und niemanden tragen kann.
    So lange schon stehend ganz nah unterm Hals,
    das Wasser, geschwängert von Sünden reich,
    den Niedergang uns'ren treibend voran.

    Taten im heutigen Sein müssen folgen,
    doch Wörter bedarf es zunächst erhoben,
    die Richtigen, die uns'ren Geist bewegen.
    Erhebet die Säbel im Federgewand,
    appelierend an jedes Einzeln' Vernunft,
    um den Staube gesät zu überleben.

    Wenn schweigend ein Fuchs durch die Reben zieht
    und Tränen die seine den Rebstock befeuchtend,
    kein junger Trieb sich erneut erhoben.
    Wenn ein Pilz wolkenschwer ins Weite strahlet,
    ist Angst die Gefühlsregung allerletzt,
    die des menschlichen Auges das Licht entzogen.

    Kein Schwarz und kein Weiß hab' ich jemals gesichtet,
    nur Schattierungen und Milliarden Farben,
    doch die Sicht eines manchen ist tunnelgleich.
    Kein Lächeln bezeugend die Nächstenliebe,
    im spiegelnden Glas der Tram gesehen,
    die Liebe gefallen aus dem Himmelreich.

    Vom Narzismus gepeinigt, nicht wahrgenommen,
    verführt vom Gedanken der Selbstprojektion,
    Regenten geistig tieffliegend' Natur.
    Vom kommunizierend Fortschritt geblendet,
    manch Selbstbestätigung trügend,
    die Wahrheit gefoltert, verspürend Tortur.

    An schweigende Mauern mich erinnernd,
    vergossen' Blut auf des Asphaltes Grund,
    noch frisch und die Gewalt bezeugend.
    An Verzeihung und Versöhnung glaubend,
    keimend mein Zweifel am Paradies Erde,
    mein Blick auf unsere Welt ihn säugend.

    In der Ignoranz Blindheit versunken,
    die Toleranz der Liebe gleich in welch' Form,
    empfindend verschlossener Augen Last.
    In der Absicht ein guter Mensch zu sein,
    zu begehren mit Klugheit und mit Bedacht,
    humane Essenz, im Geschrieb'nen verfasst.

    Durch Demütigung gleich welchen Glaubens,
    der Verzicht auf Erlösung ausgesprochen,
    vom Leid und von Pein manch' widerfahrend.
    Erhebet die Säbel im Federgewand,
    verfassend Worte, die Liebe verkündend,
    durch Kraft eurer Herzen Zwietracht ermahnend.


    © Gemma's Son

    Irgendwann wird einem klar,
    dass alles ein Traum ist
    und nur geschriebene Dinge
    die Möglichkeit haben, wirklich zu sein.

    James Salter

  2. #2
    Registriert seit
    Jan 2018
    Beiträge
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    Oh Gemmason,,

    du hast eine langen Atem um dein Thema wieder und wieder zu bearbeiten.
    Ich würde erst mal Strophe für Strophe durchgehen und des Pudels Kern freilegen.
    Um dein Anliegen zu verdeutlichen reichen 4 Strophen und eine Gliederung. Vielleicht sowas wie:

    Ist - Gründe - Wunsch - Prophezeiung
    Einführung - Kernteil - Schlussteil

    Zudem malst du viele Bilder, die Fülle erschlägt. Kaum versucht man eines zusammen zu setzen, stürzt einen das nächste Bild in dieses hinein. Eine Verbindung ist kaum zu knüpfen, was bleibt ist Unbehagen beim Lesen und der Wunsch das zu beenden.
    Du kannst die Apokalypsle beschreiben oder darstellen. Jedoch, wenn der Leser sich nach V3 ausklingt ist dein Bemühen verpufft. Schade.

    Wenn du feilen willst, dann suche zunächst die Grundbotschaften des Gedichts und in jedem Vers.
    Melde Dich, wenn ich dabei unterstützen kann.

    LG
    amanda

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