Wie sie auf Vielfalt schwören,
was sei die Meinung frei.
Die Pflicht nicht zuzuhören,
macht es zur Heuchelei.

Wo sind denn all die Farben,
das Leuchten in der Not?
Unter bunten Brillen darben
schwarz und weiß, Geld und Tod.

Keine Einheit unter allen,
wo eins dem Andern gleicht
wurden Händen ihnen Krallen.
Politisch lahmgeeicht.

Jedes Wort wird nur gesprochen.
damit es selbst sich hört,
kommt devot zurück gekrochen,
wo Haltung andre stört.

Ihr wolltet euch nicht einreihen.
Steht nun woanders an.
Sie wollen sich selbst befreien
und geben sich so dran.

Wofür sie ihre Reden halten,
der Eifer des Gefechts?
Umfeld nur für sich gestalten.
Zu Ehren des Geschlechts.

Diese Münder können plappern!
Sie steh’n in Reiih und Glied,
vorne Zischen, Hinten klappern.
Begrenztes Selbstgebiet.

Was sie den andern unterstellen:
Zuerst betrifft es sie.
Selbst das Urteil, das sie fällen,
selbst das ist bloß Kopie.

Und einigt euch um Würde.
Macht Werte per Gesetz.
Seelenpanzer! Mehr als Hürde!
Und für das Hirn ein Netz!

Es verhindert hinterfragen,
weshalb ihr glaubt es gern,
das Worte für euch Werte tragen,
sind sie euch noch so fern.

In die falsche Form gebogen,
die ihr als heilig seht,
ist euer Wert herbei gelogen,
für den ihr, freilich, steht.

Was nicht leicht ist zu behalten,
ist unantastbar nicht –
unantastbar Würde halten?
bedeutet den Verzicht…

…schwarzrotgold und einmal Springen,
zu mehr sonst nicht bereit,
schmelzt Verfassung euch in Klingen,
wenn ihr in Bester seid,

es macht jeden Wert zur Bürde,
das Gesetz, das ihn vorschreibt –
wird das Hingelangen Hürde,
die ungenommen bleibt.