Verdammt. Verdammt verdammte Trauer
Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter
Allzeit bereit und auf der Lauer
In Gewässern, auf Weiden, hinter Mauern
Die Trauer lauert stets dahinter

So mächtig meine Gestalt erscheint
So fühl' ich mich durch euch gebrochen
Stehe da wie ein Tier angeleint
Keinerlei Hoffnung in mir aufkeimt
Ihr habt Trauer in mein Ich gestochen

Mein Zuhause sollte sein bei Trauernden
Bei jenen um ruhende Seelen Weinenden
Doch sehe ich die vor mir Kauernden
Die mich fasziniert Bestaunenden
Jene Träumenden mich endlos Beäugenden

Auf meiner Weide seid ihr allesamt
Vom Schatten meiner Trauer umhüllt
Obwohl durch euch in mir alles ergramt
Werdet ihr von meinem Mantel umarmt
Der eure Sehnsucht, Pein und Freude erfühlt

Wie besessen liebt ihr mein Schicksal
Obwohl ich nach dem eurigen neide
Auf Gemälde verewigt ihr mich zigmal
In lieblichen Grün aber manchmal auch fahl
Kann auch ich Trauer lieben obwohl ich leide?

In weisser Pracht wunderschön ihr mich findet
In düsterem Schleier so süchtig ihr nach mir sehnt
In triefendem Nass mein Schutz sich um euch windet
Am lauen Abend Gemeinschaft sich verbindet
Nichts bieten. Ich fühl' mich bei euch angelehnt

Und endlich da die ersehnte Kehrtwende
Erwarten tun wir euch, ohne zu leiden
Eure Kinder erklettern uns behände
Unser Laubwerk rauscht lyrische Bände
Wir heissen euch Willkommen auf den Weiden