Thema: der Fluss

  1. #1
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    der Fluss

    heut' Nacht geh' ich zum Fluss
    hinunter.
    Bei Vollmond
    ist es wunderschön.
    Dort übergeb' ich
    mein liebend Herz
    vertrauensvoll den göttlichen Tränen...
    nun segelt's davon,
    nun ist es frei!
    Wehmütig schau' ich ihm nach,
    wie's langsam mir entschwindet.
    Der Fluss nimmt es mit auf
    seinen Wellen
    und trägt es
    weit, weit weg
    zum goldenen Licht-
    weit, weit weg
    zur Unendlichkeit des Seins...

  2. #2
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    Lb. .horat

    es ist das eintauchen des Bewusstseins in die göttlich Unendlichkeit die ewig ist. Wir sind in ihr, doch die Wege sind weit und immer gibt es ein Licht, das uns aus der Ferne erscheint. Wunderschön kann dabei das wehmütige Vertrauen sein.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    danke, lieber Hans für Deine Worte...schön, wenn Gedichte etwas bewegen..
    Gerne gehe ich auch wieder mal auf Deine Gedichteseite, Den(ichie Gedichte sprechen zu mir...kam in lezter Zeit nicht mehr dazu, da meine Mutter leider verstorben ist).

    Dir wünsche ich viel Gutes
    Esther

  4. #4
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    Liebe Esther,


    in dem Gedicht ist es Dir gelungen, das Bild vom Fluss bis in den vorletzten Vers durchzuhalten. Darum wirkt das Poem auf der metaphorischen Ebene auch wie aus einem Guss.

    Im letzten Vers steigt Du aus dem Bild aus und verwendest die Sprache der Metaphysik. Wenn das Sein aber unendlich ist, dann ist es auch allumfassend. Dann gibt es kein draußen, kein Wegsein mehr und dann kann es eigentlich auch nicht sein, dass das Herz weit weg ist, wie vom LI behauptet.


    Dass ist aber schon Meckern auf recht hohem Niveau. Lass Dir davon nicht die Freude über Dein Gedicht nehmen, zumal diese Widersprüche eben jene sind, denen wir alle, wie Du jetzt, als Trauernde ausgesetzt sind.

    Liebe Grüße

    Onegin
    Geändert von Onegin (25.06.2019 um 09:29 Uhr)
    Love´s not Time´s fool W. S.

  5. #5
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    Lieber Onegin,
    danke für deinen Kommentar. Ich empfinde es nicht als meckern. Ich bin froh um jede gute Kritik, die mich -hoffentlich - weiterbringt.

    herzlichst
    Esther

  6. #6
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    @e.horat

    Grüße,

    Die Gliederung hätte ich anders vollzogen, Gedanke und Deutung in einem Fluss.
    Und paar andere Sinndeutungen.
    So:

    heut' Nacht
    geh' ich zum Fluss hinunter.
    Bei Vollmond
    ist es wunderschön.
    Dort
    übergeb' ich mein liebendes Herz
    vertrauensvoll
    den göttlichen Tränen... (Tränen??) Wenn Regentropfen die Bäche und Flüsse bilden, Tränen sein sollen, dann ja, ansonsten hätte ich hier einen anderen Weg gefunden
    übergebe ich mein liebendes Herz
    der Strömung des Schicksals
    nun segelt's davon, nun ist es frei!
    Wehmütig schau' ich ihm nach,
    wie es zaghaft meinen Blick entschwindet.

    Der Fluss
    nimmt es mit seinen Wellen auf
    und trägt es weit, weit weg

    zum goldenen Licht-
    die Ufer des Unendlichen Seins...

    Return,

    nein kein meckern, nur ein anderer Weg,
    tschüss.

  7. #7
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    Lieber e.horst,


    Bei mir kann das Herz
    der Fluss
    die Unendlichkeit
    des Seins
    nicht getrennt werden, es ist was ich bin.
    Bereits.
    Niemand schaut dem nach.

    Ansonsten ein schön geschriebenes Gedicht, wie ich finde.

    Liebe Grüße, Skirke
    .
    Diesen Tod
    sterben
    einzig
    in das Leben
    .

  8. #8
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    göttlichen Tränen... (Tränen??)
    Mit den göttlichen Tränen greift Esther willentlich oder unwillentlich auf christliche Vorstellungen zurück, lieber Horst. Denn in Jesus Christus ist Gott nach christlichem Glauben Mensch geworden und kann deshalb auch Tränen weinen. Er hat uns (immer weiter nach christlichem Verständnis) durch seinen Tod am Kreuz vom eigenen Tod erlöst. Innerhalb einer christlichen Symbolsprache sehe ich da keine Probleme mit den göttlichen Tränen.


    Gruß Onegin
    Geändert von Onegin (25.06.2019 um 18:56 Uhr)
    Love´s not Time´s fool W. S.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Onegin Beitrag anzeigen
    Mit den göttlichen Tränen greift Esther willentlich oder unwillentlich auf christliche Vorstellungen zurück, lieber Horst. Denn in Jesus Christus ist Gott nach christlichem Glauben Mensch geworden und kann deshalb auch Tränen weinen. Er hat uns (immer weiter nach christlichem Verständnis) durch seinen Tod am Kreuz vom eigenen Tod erlöst. Innerhalb einer christlichen Symbolsprache sehe ich da keine Probleme mit den göttlichen Tränen.


    Gruß Onegin
    Grüße und Danke, man lernt nie aus.

  10. #10
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    lieber horstgrosse2

    danke für deinen Vorschlag. es ist noch speziell, sein Gedicht mal anders geformt zu sehen. doch, gefällt mir auch (Regentropfen=Tränen).

    und auch tschüss
    esther



    danke, Sirke, für deine Ausführung.
    Wahrscheinlich empfinde ich mich zurzeit nicht als Ganzes, darum dieses Trennen...

    liebe Grüsse
    esther

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