1. #1
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    Nur ein kurzes Fick Back

    Du feuerst dich selbst an, scheinst immer im Training,
    die Stechuhr läuft pünktlich genau und im Takt.
    Es riecht furchtbar streng. Du bist kalt wie ein Hering
    mit Schrei und mit Lächeln zusammengesackt.

    Laut schnarchend hast du lange auf mir gelegen,
    mein strammer Max, oh mein toller Hecht,
    die Gelegenheit, dir nun mein Fick back zu geben:
    im Studio alle, die hatten schon recht!

    Ja, wenn ich es etwas genauer bedenke,
    dir fehlte im Grunde nur Sex- Phantasie.
    Doch weiß ich für dich nun Geburtstagsgeschenke:
    den Atlas von weiblicher Anatomie.

    Ein Coctail zuvor sollt' mir das wohl versüßen?
    Du liebst die Gerüche der freien Natur,
    mit Pilzgerichten an Eicheln und Füßen.
    Das wird eine lange Tabletten - Tortur.

    Dafür bist du sparsam mit Wort und mit Wasser.
    Ich dachte, du hättest dich vorher geduscht.
    Und in deinem Mund wird das alles noch krasser,
    der scheint dir egal und auch eigentlich wurscht.

    Ach Schätzlein, du solltest das Training erweitern!
    Dein Zungenfleisch hing etwas träge und schlaff.
    Das ist viel zu traurig um mich zu erheitern,
    und auch für ein Vorspiel wär das noch zu laff.

    Bin dann schnell geflüchtet, nicht bei dir geblieben,
    ich brauchte zum Speien ein großes Gefäß.
    Ganz geil wurd letztendlich ein Schwarm nur von Fliegen,
    der tanzte begeistert dir um dein Gesäß.
    Geändert von Anjulaenga (28.06.2019 um 13:28 Uhr)

  2. #2
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    Hoffentlich folgt darauf kein Schwanz up! Die düstere Stimmung erinnert an den Weltuntergang nach der ersten Regel. Und was man sich gegenseitig so wünscht und für wahr hält bis es dann mal so weit kommt wie beim Schluss ist ein völlig sinnbefreiter Leidensprozess auf egal wessen Kosten auch immer. Aber daran scheint ja kein Mangel zu bestehen wer das Fett wegzukriegen hat. Nämlich die Garnichtduscher Champignonkels. Also auch ein direkter persönlicher Angriff wiedermal.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Du brauchst wirklich kein Schwanzab- Grate zu befürchen, lieber Terrorist, und kannst deine 9- Schwänzige ruhig wieder stecken lassen. War zwar naheliegend, aber dennoch kein persönlicher Angriff gegen dich! Ehrenwort. Meine Freundin z.B., der ich das taufrische Gedicht vorgelesen habe, hat über die düstere Stimmung herzhaft gelacht. Nun gut, man muss dazu sagen, sie hat tiefe Depressionen, ist kein Mann und hat einen ganz anderen Humor. Das hier muss wirklich nicht jeder Manns Sache sein, und manche sind möglicherweise sogar betroffen. Aber klar hast du ganz Recht mit deinem Einwand, schließlich soll hier jeder sein Fett wegkriegen.
    Das nächst Mal, versprochen, lasse ich ganz fett- triefende Tanten für dich zu Wort kommen. Dann schreibe ich über Silberfische in fetten, grünen Schimmelmösen. Das ist dann vielleicht wieder eher etwas für deinen Geschmack. L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (22.06.2019 um 17:17 Uhr)

  4. #4
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    Lb. Anjulaenga,

    da hast Du einige Hindernisse aufgebaut, die den Appetit auf sexuelle Genüsse verderben. Vorsicht ist immer geboten, doch so leicht wird das nicht abschrecken.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Hi Anjulaenga,
    dein Gedicht ist fachlich gut durchgearbeitet. Jedoch stutze ich über dein LI. Ein Typ der aus dem Mund riecht, mit ungewaschenen Füßen und Schweißgebadet zu Ihr ins Bett steigt ist absolut niveaulos. Das merkt man aber vorher, warum steigt sie mit so einem ins Bett. Ist ja vieleicht der Ehemann aber das ja dann wohl schon viel zu lange.

    Grüße
    Heinz Geigelath
    silbern ist mein Haar nicht grau

  6. #6
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    Lieber Heinz Geigelath,

    Terrorist hat ja auch schon direkt nach dem Fett für das LI nachgefragt, was sie in all ihrer Verblendung für den Typen aus der Muckibude abbekommen sollte. Hans hat es dann auf den Punkt gebracht. Das LI lässt sich durch die Hindernisse einfach nicht abschrecken, vermutlich weil sie obendrein noch geil gewesen zu sein scheint. Aber Cave: Vorsicht ist immer geboten. ( Danke Hans, das stimmt, kann man nie genug davon haben). Ein paar Coctails und eine gehörige Portion Naivität werden sicherlich auch noch mitgespielt haben, als das LI sich diesem ekelhaften Macho- Stecher hingegeben hat. Nun, wir wissen es einfach nicht und können hier nur wild spekulieren.
    Diesen One-night Stand wird sie auf jeden Fall im Nachhinein ordentlich bereut haben und daraus hoffentlich lernen fürs Leben. Ein Griff ins Klo eben, obwohl sie es von allen anderen schon vorher gewusst hatte. ( Von einer spät- eheliche Akt- Szene ist wohl nicht auszugehen, wie kommst du darauf?)
    Aber viel interessanter für mich ist ein ganz anderes Phänomen: Obwohl ich den Focus auf das Fick Back und den Fliegenhintern gerichtet hatte, wird in der Auseinandersetzung reflektorisch das LI ins Visier genommen. Provokant gesagt ließe sich vermuten, dass diese sicherlich etwas überspitzt gezeichnete "Abrechnung" mit dem Typen nicht widerspruchsfrei hingenommen werden kann. Terrorist empfindet es sogar als ,,persönlichen Angriff ", und ich musste ihn erstmal beruhigen, dass er überhaupt nicht gemeint war. Vielleicht weil ein solches Fick back an einer kollektiven Schale kratzt?
    hmm sehr nachdenklich
    A.
    Geändert von Anjulaenga (25.06.2019 um 08:42 Uhr)

  7. #7
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    Das ist die Faszination zwischen Wollen und Können. Wie wir das Mögliche gerne besser oder schlechter erfinden wollen als es uns aus der Erinnerung heraus erscheint. Aber dabei gehen wir uns selbst auf den psychoanylytischen Leim der uns zusammenhält.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  8. #8
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    Nun, und, wie steht es bei dir zwischen Wollen und Können, lieber Terrorist?
    Natürlich entstehen unsere Vorstellungen aus Erinnerungen, Vorurteilen und Sinneseindrücken, und ich gehe vermutlich oft meinen selbstgemachten Strickmustern auf den Leim. Wird vermutlich auch so sein, dass ich etwas schlechter oder besser empfinden will, weil ich ständig meine Brille mit dem subjektiven Filter aufhabe. Erklärt hier aber nichts, und ist in diesem Zusammenhang banal. Dann bräuchten wir wir uns überhaupt nicht mehr mit uns ernsthaft auseinandersetzen. Dann könnten wir uns wie dämliche Milchkühe anstieren, ficken und fressen. Samenaustausch, ansonsten gleich Null.
    Das LD in meinem Gedicht ist mit Sicherheit so ein Kaliber der zu keinem weiteren Austausch befähigt ist und überhaupt nicht weiß, was ich meinen könnte. Und wenn doch, so würde der sich vermutlich auch in alt bewährter Manier und kollektiver Verbundenheit doof stellen.
    Und, was sagst du zu meiner Macho- These in Antwort #6, die eine reflektorische vllt. sogar archaische Solidarität von Männern mit ihrem ,,starken Geschlecht" beschreibt, ist jetzt natürlich ein bisschen an den Haaren herbeigezogen, und erinnert vllt. an die Neandertaler. Ist aber längst nicht bei allen so. Manche haben sich durchaus weiterentwickelt, auch sprachlich, da weißt du sogar direkt, wie die was meinen.
    L.G.A.
    Geändert von Anjulaenga (25.06.2019 um 19:27 Uhr)

  9. #9
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    Sg. Anjulaenga!

    Es hat schon einige Lesedurchgänge (nebst Kommentaren) gekostet, damit sich mir das Wesentliche (?) dieses Gedichtes, denn es ist, so meine ich, wirklich Eines. Zunächst dachte ich, dass -Studio- am Set zu bedeuten hätte, aber in deinem Kommentar steht ja dann Muckibude.
    Die erste Strophe geht ja schon einmal voll zur Sache, wobei inn den Zeilen eins bis drei jeweils ein Hebungsprall eingebaut ist, der die den Text (Stichwörter Training, Stechuhr) passend wiedergibt. Dass die vierte Zeile Keinen Hebungsprall enthält unterstreicht den Inhalt derselben ebenso.
    Die zweite S, spiegelt sich in der Ersten, womit formmal ein böses Spielchen getrieben wird.
    Die verbale Exikution erfolgt scheibchenweise um nicht zu sagen zeilenweise, wodurch weder ein Schwanzab noch eine Rechtfertigug des so Hingerichteten, zu befürchten sind. Am Schluss wird dem Leichnam noch ein Tritt versetzt. Ab auf die Deponie. Bravo!

    Lg.
    Dragomir Seltsam
    liaba den jandl im pfandl, ois de jelinek im herrgodseck (von mia)

  10. #10
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    Spiegelneurone lassen uns leiden und mitfühlen, lieber Dr Seltsam . Gut, es war vielleicht ein etwas spitz formuliertes Feed Back nach einem Geschlechtsakt. Eine Exekution mit Hinrichtung und Leichnam war jedoch weder in Wort noch in Tat oder heimlich im Geiste vorgesehn. wäre aber durchaus mal ine Überlegung wert.
    Danke für deinen Kommentar mit Zustimmung,
    L.G.A.

  11. #11
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    Das lyrische Du verhält sich sehr erstrebenswert. Gäbe es das nicht wie wäre dann die Kunst geworden?

    MFG!
    Der Roman: "Verballistik"
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  12. #12
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    erstrebenswert?
    Das LD würde vermutlich von sich behaupten :

    Ich bin ein Teil von jener Kraft,
    Die stets das Böse will und stets das Gute schafft. ...
    Ich bin der Geist, der stets verneint!
    Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
    Ist wert, daß es zugrunde geht;
    Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
    So ist denn alles, was ihr Sünde,
    Zerstörung, kurz das Böse nennt,
    Mein eigentliches Element.

    Das schrieb bekanntermaßen Goethe. Ob jetzt nun die wahre Kunst nur in der Zerstörung durch Obsession gelingt, oder erst in einem Kampf mit dem Dämon ausgetragen werden muss ( Hölderlin, Kleist, Nietzsche), bleibt Ansichtssache. Ich persönlich empfinde das Verhalten des LD überwiegend unsympathisch und nicht sonderlich erstrebenswert. Diese Masche haben schon zuviele Machos drauf, die meinen selbstzufrieden und befriedigt ein Kunstwerk in den Händen zu halten.
    L.G.A.

  13. #13
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    Entscheidung ist das zählt, No answers only choices. Alles unterliegt scheinbar einem Entschuldigungsreflex. Bloss haben wir vergessen wofür. Denn es sieht so aus als ob das Menschsein mittlerweile ambivalent geworden ist. Wie man am Gedicht besser sieht als du es wahrnehmen zu b(e)reit bist.
    Der Roman: "Verballistik"
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  14. #14
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    Vielleicht mal ein kurzes Feed back zwischendurch?!
    Es ist schon eine sehr hohe Kunst, die du mit deiner Antwort beherrschst, lieber Terrorist: Alles und Nichts zu sagen, ohne sich auf Allgemeinplätze zu setzen, donnerwetter!
    No questions no Answers, only words.
    L.G.A.

  15. #15
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    OK du hast ja recht. Aber da brauchts natürlich anstoss für.
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