Thema: Abendrot

  1. #1
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    Abendrot

    Durchs offene Fenster
    wehen Gedanken,
    ich kann dich gut sehen,
    und wie wir uns zanken.

    Vorbei ist die Zeit,
    in der wir erinnern,
    wie unsere Farben
    gemeinsam schimmern,
    und wie sie mit Wolken
    am Himmel schweben.
    Vorbei ist die Zeit,
    das gemeinsame Leben.

    Die Sonne geht unter,
    ich fühle den Schmerz,
    das rötliche Treiben,
    zeigt mein blutendes Herz.

    LG, Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  2. #2
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    Hallo Lightning,
    ich hab dein Gedicht unter dem Aspekt der emotionalen Nachvollziehbarkeit gelesen. Das technisch- mögen Bessere besprechen.

    Die ersten beiden Zeilen sind ein starker Auftritt. Man kann die Situation, die Verortung vor dem inneren Auge sehen.
    Jedoch bei "ich kann dich gut sehen, und wie wir uns zanken" werfen sich mir ein paar Fragen auf. im Zusammenhang mit Fenster nimmt das LyrI eine entrückte Beobachterposition von außen ein. Dann jedoch stimmt da was nicht. "Ich sehe dich und wie wir uns zanken... ist es nicht schlüssiger zu sagen "ich sehe uns und wie wir uns zanken"?
    In V2 S3+4 finde ich Farben und schimmern etwas abgegriffen, zudem ich glaube, das hier das Metrum holpert.
    Wolken am Himmel sind Ausdruck für Träume und siebter Himmel insofern stimmig aber nicht originell.
    Wenn die Zeit vorbei ist, scheint mir das allgemeiner zu sein. Konkret wäre "diese" Zeit. Somit ist der Bezug auf die "Siebte Himmel Zeit" da.
    Obwohl Schmerz und Herz etwas abgenutzt sind, finde ich den Sonnenuntergang und das rötliche Treiben treffend. Man fühlt sich in das Abendrot versetzt mit Wehmut in der Brust. Alles in allem bleibst du durchgängig der Sinneswahrnehmung über das Auge durchgängig treu.

    Nimm mir die Anmerkungen nicht übel.
    Insgesamt ist es ein schönes, wehmütiges kleines Gedichtchen, das mit der Zeit noch gewinnen kann.

    LG
    amanda

  3. #3
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    Hallo Lightning,

    Mir gefällt in diesem Gedicht - anders als amanda - gerade diese "Vogel- oder Aus-dem-Fenster-schau-Perspektive" in S1V3+4; vielleicht passte dann aber in V2 "Bilder" besser als "Gedanken"? Wenn ich das richtig mitbekommen habe, bist du noch Anfänger und da schlägt man sich noch mit grundlegenden Problemen herum und traut sich selten über den "bekannten lyrischen Wortschatz" hinaus. Aber das wird schon. Wenn du einmal sicherer mit den Grundlagen bist, dann kommt der nächste Schritt, wo du dich dann mehr trauen kannst, auch im Ausdruck. Ich versucht hie und da ein bisschen anders zu denken und das Ganze alles auf (x)(x)XxxX(x) umgestellt, jetzt leiert es vielleicht ein bisschen.


    Zitat Zitat von Lightning Beitrag anzeigen
    Durchs offene Fenster
    wehen die Bilder:
    Ich kann dich gut sehen
    und wie wir uns zanken.

    Vorbei ist die Zeit,
    mir bleibt das Erinnern
    wie unsere Farben
    langsam verschimmern,
    über den Wolken
    noch himmelblau schweben.
    Vorbei ist die Zeit,
    das gemeinsamen Leben.

    Die Sonne geht unter,
    mir bleibt nur der Schmerz,
    das rötliches Treiben
    im blutenden Herz.
    Liebe Grüße
    albaa

  4. #4
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    Moin ihr zwei!

    Vielen Dank, für die Kommentare

    @amanda
    ist es nicht schlüssiger zu sagen "ich sehe uns und wie wir uns zanken"?
    Schlüssiger wäre es wohl.. in der jetzigen Version wird der Blick eher auf den Gedanken gerichtet.. der danach in S2 gezeigt wird..
    was mir persönlich etwas besser gefällt.

    In V2 S3+4 finde ich Farben und schimmern etwas abgegriffen, zudem ich glaube, das hier das Metrum holpert.
    In S2V4 ist das Metrum abweichend.. was - zumindest bei mir - zu einer gefühlten "Pause" zwischen S2 und S3 führt.
    Ich persönlich finde diese "Pause" gut, da an dieser Stelle auch der "Blick" vom "Inneren" wieder aus dem Fenster geleitet wird.

    Wenn die Zeit vorbei ist, scheint mir das allgemeiner zu sein. Konkret wäre "diese" Zeit. Somit ist der Bezug auf die "Siebte Himmel Zeit" da.
    V2 ist im Prinzip schon die "Beschreibung", um welche Zeit es sich handelt. Ich weiss nich, ob ein "diese" es nochmal extra verdeutlichen müsste.. und ob es ohne größere Änderung am Metrum an der Stelle passen würde


    @albaa

    Mir gefällt in diesem Gedicht - anders als amanda - gerade diese "Vogel- oder Aus-dem-Fenster-schau-Perspektive" in S1V3+4; vielleicht passte dann aber in V2 "Bilder" besser als "Gedanken"?
    Schön, dass es dazu zwei Meinungen gibt. Und jepp.. genau genommen würde "Bilder" evtl. besser passen.. "Fensterbilder". Mann könnte jetzt natürlich auch mit der Argumentation beginnen, ob "Bilder" nicht erst durch "Gedanken" - evtl. auch unterbewusst - ausgelöst werden. Aber das lassen wir lieber. Zudem würden mir "Bilder" im Bezug auf Fenster sogar besser gefallen.. warum kam ich nicht darauf? *g*

    Wenn ich das richtig mitbekommen habe, bist du noch Anfänger und da schlägt man sich noch mit grundlegenden Problemen herum und traut sich selten über den "bekannten lyrischen Wortschatz" hinaus. Aber das wird schon.
    Vielen Dank, für den netten Zuspruch.. und ja.. da hast du wohl Recht. Oft ist auch ein "Problem", dass ich ein Freund der einfachen Worte bin.. also wird auch häufig das genommen, was mir als erstes in den Sinn kommt. Auch bezüglich Metrik.. wüsste ich jetzt einigermaßen, wie es geht.. oder was erwartet wird.. aber ich nehme es trotzdem noch nicht so genau, und spiele mit verschiedenen Varianten. Das Reimschema hier ist z.B. auch nicht einheitlich.. daran erkennt man schon, dass ich hier allgemein etwas "befreiter" geschrieben habe. Da ich die Zeilen geschrieben habe, weil sie in dieser Form ein bestimmtes Gefühl in mir auslösen.. würde ich auch nur etwas verändern, wenn mir danach dieses Gefühl nicht fehlen würde. Deine Version gefällt mir zwar gut @albaa, aber sie fühlt sich anders an.

    LG, Lightning
    Geändert von Lightning (28.06.2019 um 06:17 Uhr)
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    ist die Nacht - ich schlafe schon.

  5. #5
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    Hallo Lightning!

    Zitat Zitat von Lightning Beitrag anzeigen
    Da ich die Zeilen geschrieben habe, weil sie in dieser Form ein bestimmtes Geühl in mir ausösen.. ürde ich auch nur etwas verändern, wenn mir danach dieses Gefühl nicht fehlen würde. Deine Version gefällt mir zwar gut @albaa, aber sie fühlt sich anders an.

    Welches Gefühl meinst du? Also nur so als Grundprinzip: Dein Text muss ein/dein Gefühl zum Leser transportieren, was dein Schreiben bei dir auslöst, ist aus der Sicht des Lesers nicht wesentlich.

    Und:

    Zitat Zitat von Lighting
    Auch bezüglich Metrik.. wüsste ich jetzt einigermaßen, wie es geht.. oder was erwartet wird.. aber ich nehme es trotzdem noch nicht so genau, und spiele mit verschiedenen Varianten.

    Man kann durchaus mit "Varianten" spielen, aber bei dir klingt das nicht gekonnt, sondern eher ungeschickt. Warum, kann ich dir nicht wirklich sagen, vielleicht ist dein "einigermaßen wissen wie es geht" doch noch nicht ausreichend, und du solltest dich daher noch mehr ins Handwerk vertiefen?


    Aber ich finde die Ansätze jedenfalls ganz gut, also vor allem die Fensteraussicht auf die Vergangenheit.


    Lieben Gruß
    albaa
    Geändert von albaa (28.06.2019 um 20:00 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Albaa!

    was dein Schreiben bei dir auslöst, ist aus der Sicht des Lesers nicht wesentlich.
    Naja.. da ich mein Geschreibsel ja nicht verkaufe oder davon leben will.. ist es für mich wesentlicher, dass die Zeilen mir selbst gefallen. Wenn sie dann ein paar anderen Menschen gefallen, und das Gefühl transportiert wird.. ist es gut. Wenn nicht.. schreibe ich eben für mich selbst weiter. Woher sollte ich auch wissen, wie andere fühlen. Jeden zufriedenstellen.. wird jedenfalls so gut wie unmöglich sein. Da müsste das Schreiben schon eine Berufung sein.. und viel Talent in die Wiege gelegt worden sein. Ich hatte auch irgendwo mal versucht, ein Gedicht so zu ändern, wie es in Kommentaren gewollt wurde.. aber jeder wollte etwas anderes. Das macht also nur Sinn, wenn man nur 1-2 Kommentare bekommt.. aber sind 1-2 Kommentare es wert, die Zeilen zu ändern? Vielleicht gefallen sie ja allen.. bis auf die 1-2, die kommentiert haben. Daher wäre ich auf so Seiten auch für "like-buttons".

    Bei diesen Zeilen glaube ich z.B. auch, dass - wenn ich sie vorlesen würde - die Variante mit meinen "Pausen" besser ankommen würde, als die metrisch "optimierte" Version. Man liest eben auch unterschiedlich.. deine Version gefällt dir wahrscheinlich besser, sonst hättest du sie nicht geschickt. Und wenn du beide Versionen vorlesen würdest.. würde wahrscheinlich deine Version besser ankommen, weil du sie evtl. auch selbst intensiver fühlst, und somit das Gefühl auch besser "übertragen" kannst.

    Ich persönlich.. finde es jedenfalls sehr wichtig, dass einem die eigenen Zeilen ein gewisses Gefühl geben. Das Ziel sollte sein.. dieses Gefühl zu transportieren.. und nicht sich vorzustellen, was andere vielleicht jetzt fühlten könnten.. und nach einem Gefühl zu schreiben, das man selbst nicht hat. Welches Gefühl ich hier meine.. hm.. schwer zu sagen.. "Wehmut" am Ende? Und ein Gefühl von "Szenenwechsel" nach den Strophen. Beides ist bei mir nicht mehr so "intensiv" vorhanden, wenn ich deine Version lese. Gefallen würde sie mir trotzdem.. aber.. plätschert halt so vor sich hin - zumindest für mich.

    Man kann durchaus mit "Varianten" spielen, aber bei dir klingt das nicht gekonnt, sondern eher ungeschickt. Warum, kann ich dir nicht wirklich sagen, vielleicht ist dein "einigermaßen wissen wie es geht" doch noch nicht ausreichend, und du solltest dich daher noch mehr ins Handwerk vertiefen?
    Was das Handwerk betrifft:

    Bei mir kann man sagen.. dass ich weder viele Gedichte gelesen.. noch viele geschrieben habe. Öffentlich auch erst, seit die Gedichte im Bekanntenkreis gelesen wurden.. und gefallen haben. Mir wurde von mehreren Seiten gesagt, ich solle doch versuchen, mehr daraus zu machen.. also habe ich mich hier im Forum angemeldet.. und erkannt.. ich weiss gar nichts. Daher ist mir mein "enigermaßen wissen, wie es geht".. nach 5-6 Monaten nebenbei "lernen" bisher genug. Und nur weil ich denke, die "Regeln" jetzt halbwegs verstanden zu haben.. heisst es ja nicht, dass ich sie anwenden muss, oder perfekt beherrsche. Vor allem, wenn ich selbst noch auf der Suche nach der Gedichtform bin.. die mir am besten gefällt

    Das, was bei mir unbeholfen wirkt.. hat meiner Meinung nach auch mehr mit der Wortwahl zu tun.. als mit dem "Handwerk".
    Da ich vor 10 Jahren das Lesen neu lernen musste.. bin ich aber auch mit dieser zufrieden.

    Bei metrischen Abweichungen ist mir auch oft bewusst.. dass ich abweiche. Das ist eben mein persönlicher Geschmack.. und auch die Suche nach der Form, in der ich am liebsten schreibe. "Gedankenverloren", was ich auch hier ins Forum gepackt habe.. ist auch ein gutes Beispiel für die "Suche".. und ein "Test".. ob die "Kritiker" erkennen, dass die Metrik mit dem Inhalt zusammenhängt. An anderer Stelle.. wurde es schon mal nicht erkannt. Hier wurde nichts dazu geschrieben. Mir kommt es häufig so vor, als ob sofort in Silben und X-en zerlegt wird.. und der Inhalt zur Nebensache wird. Auch diverse Paradoxen in meinen Zeilen.. wurden häufig nicht erkannt, sondern als Widerspruch bemängelt. Jeder, der meine Zeilen im wahren Leben in der Hand hatte.. hat zumindest den Sinn der Widersprüche verstanden ^^

    Ich mag auch dieses gleichmäßig-monotone, oder einheitliche Silbenzahlen nicht immer. Ehrlich gesagt.. gefällt mir "perfekte" Metrik sogar sehr selten. Zudem denke ich.. dass es vielen so geht.. sonst würde die "Lyrik" nicht immer weniger Aufmerksamkeit bekommen. Auch hier im Gedicht gibt es einige Stellen, an denen ich mit nur einer Silbe "optimieren" könnte. Trotzdem.. gefielen mir die Zeilen so besser, als mit einheitlicher Silbenzahl, oder gleichmäßigem Metrum. So weit ich mich jetzt belesen habe.. haben auch alte Dichter nicht immer in perfekter Metrik geschrieben. Ob das immer genau aus den Gründen geschehen ist, die uns in Textanalysen geschildert werden.. und immer gewollt war, oder einen tieferen Sinn hatte.. weiss wohl keiner zu 100%. Hineininterpretieren kann man da viel.

    Für mich ist Metrik eigentlich auch nichts weiter, als ein Regelwerk.. zum Kopieren alter "Klänge". Es ist zwar schön, dass es das gibt.. aber sollte das Ziel von "modernen" Schreiberlingen nicht sein, auch mal neue "Strukturen" zu finden.. die später vielleicht als neue metrische Regel bekannt werden? Also würde ich wirklich ein gewisses Ziel mit dem Schreiben verfolgen.. wäre das mein Ansatz. Einfach mal was "neues" finden.. das auch gefällt.. und nicht nur schöne Worte, die in alte Muster passen. Gerade jetzt scheint ja auch die Zeit dafür zu sein, da es einige "freie" Gedichtformen wohl erst seit kurzem gibt... bzw.. sie seit kurzem evtl. auch mal "anerkannt" werden. Es gibt sie ja sicher schon länger. Es stellt sich ja schon fast die Frage.. schreiben Dichter, die ihre Metrik oder das Metrum auch mal "variieren", alle handwerklich "falsch"? Oder müssen Gedichtformen und Metrik erweitert werden, um das beschreiben zu können, was "moderne" Dichter schreiben?

    Also ich bin eher für Neues.. und Individualität. Aber.. wenn mich die Muse mal wieder überfällt.. kann ich ja mal wieder versuchen, was mit einheitlicher Silbenzahl und einheitlichem Takt zu schreiben. Dann sollte auch ersichtlich sein.. dass das von dir gefühlt "ungeschickte" wohl hauptsächlich an der Wortwahl liegt. Und diese ist wahrscheinlich auch Geschmackssache.. und evtl. auch abhängig davon, woher man kommt. Ich z.B. spreche einen Mix aus fränkisch und schwäbisch.. und rolle das "r".. daher werden mir diverse härter ausgesprochene Zeilen evtl. auch besser gefallen, als manch anderem. Zudem spreche ich sehr langsam.. da klingen diverse Worte auch etwas sanfter

    LG, Lightning

    Nachtrag: Hmmpf... ich schaff es einfach nicht, kurz zu schreiben.. nächstes mal antworte ich in Gedichtform ^^
    Im Kopf war es weniger, als hier steht.. sry
    Geändert von Lightning (30.06.2019 um 14:05 Uhr)
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  7. #7
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    Hallo Lightning,

    für mich war Deine ausführliche Erklärung sehr aufschlussreich und ich glaube Dir jedes Wort. Du hast mich jetzt schon öfter davon überzeugt, dass Du metrisch glatter schreiben könntest, wenn Du wolltest, das aber an manchen Stellen bewusst vermeidest. Es stimmt auch, dass sich solche eigenwilligen Brüche für jemanden, der mit dem Taktstock im Ohr aufgewachsen ist, teilweise unbeholfen anhören, aber was solls? Ich kann gut nachvollziehen, dass Du Dich deswegen nicht verbiegen willst.

    Machmal muss ich Dir sogar uneingeschränkt recht geben, wenn Du gut gemeinte Ratschläge zu Deinen Texten ablehnst. Ich las zufällig, wie Dir jemand in einem anderen Forum für den zweiten Vers vorschlug, das auftaktlose "wehen" durch "entwehen" zu ersetzen, um im Metrum zu bleiben. Das hätte ja nicht nur Deine Sprache, sondern auch den Sinn völlig entstellt, und ich verstehe vollkommen, dass Du da nicht mitgehen wolltest.

    Was mich interessieren würde: Wolltest Du von Anfang an über eine gescheiterte Beziehung schreiben? Oder hat das Gedicht erst durch das Reimwort "zanken" diese Richtung genommen?

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  8. #8
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    Hallo lightning,

    Also wenn du dir schon so große mühe machst, mir zu antworten, dann muss ich auch mich was schreiben. nur was?
    was ich zu sagen habe, kann nur genauso langweilig sein, wie deine weitwändige verteidigungsrede für deinen stil und es ist deshalb so langweilig, weil du nicht der erste bist, sondern weil viele lightnings und albaas vor dir bereits auf sehr ähnliche weise argumentiert haben, vor allem das habe ich bereits gefühlte 1000 mal gelesen in foren:

    Zitat Zitat von Lightning Beitrag anzeigen
    ja nicht verkaufe oder davon leben will.. ist es für mich wesentlicher, dass die Zeilen mir selbst gefallen.

    Wenn sie dann ein paar anderen Menschen gefallen, und das Gefühl transportiert wird.. ist es gut. Wenn nicht.. schreibe ich eben für mich selbst weiter.
    das ist durchaus ok, wenn es dir reicht. vergiss meine kritik!

    aber mich würde immer noch interessieren, was du oben damit meintest, dass deine verse ein bestimmtes gefühl in dir ausgelöst hätten, dass du in meiner version vermisst. welchen gefühl?

    ich finde meine version übrigens auch schlecht, es ist nur ein verschlimmbessern; es leiert, und das überzeichnete "himmelblau schweben" und " verschimmern" mag auch nichts am kitsch ändern.

    tut mir leid! ich wünsche dir viel spaß weiterhin. falls du metrische fragen hast, helf ich dir aber gerne.
    lieben gruß
    albaa
    Geändert von albaa (30.06.2019 um 18:17 Uhr)

  9. #9
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    Hallo Albaa!
    aber mich würde immer noch interessieren, was du oben damit meintest, dass deine verse ein bestimmtes gefühl in dir ausgelöst hätten, dass du in meiner version vermisst. welchen gefühl?
    Welches Gefühl ich hier meine.. hm.. schwer zu sagen.. "Wehmut" am Ende? Und ein Gefühl von "Szenenwechsel" nach den Strophen. Beides ist bei mir nicht mehr so "intensiv" vorhanden, wenn ich deine Version lese.
    Naja.. da ich langweile, und es draußen warm ist.. schreibe ich in nächster Zeit wieder nur für mich.
    Online zu schreiben war ein Versuch.. aber ob es mir auf Dauer weiter hilft, oder mich eher verunsichert..
    da bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Immerhin wird der "freie Stil" langsam aber sicher "anerkannt"..
    dank tausender Langweiler. Einen eigenen Stil zum verteidigen.. habe ich - wie gesagt - noch nicht.
    Den suche ich.. wobei ich mir auch denke.. warum überhaupt nur einen Stil?

    Für metrische Fragen habe ich mir bereits akademische Lehrbücher gekauft..
    weil auch zu metrischen Fragen meist unterschiedlichste Antworten kommen (im Internet).
    Bei Lehrbüchern kann ich wenigstens relativ sicher sein, dass darin auch die "richtige" Antwort zu finden ist *g*

    Trotzdem natürlich vielen Dank für das Angebot.

    LG, Lightning
    Geändert von Lightning (02.07.2019 um 17:22 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
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  10. #10
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    Hallo Lightning,

    Aber nein! Ich wollte dich nur anspornen, nicht ins stille Kämmerlein vertreiben. Ohne Kritik geht ja nix weiter!

    Ich möchte dir auch gerne noch die Worte von Ongein aaO ans Herz legen.

    Gegen dein Metrum hatte ich nicht wirklich etwas, der sprachliche Ausdruck ist mE auch wichtiger. Denk einfach einmal bei jeder Wendung, die dir so einfällt, nach, klopf sie auf Floskel- oder Klischeehaftigkeit ab, ertappe dich selbst dabei, wo du dich aus dem scheinbare wirksamen Herz-Schmerz-Fundus bedienst, allenfalls nicht nur weil es dir gefällt, sondern weil du deine Leser bedienen willst mit eingängiger Kost. Man kann natürlich auch ganz bewusst Instant-Gefühle verkaufen, dann bekommt man von ein paar Instant-Gläubigen ein wenig Instant-Lob und fühlt ein paar Minuten Instant-Glück und möchte das dann wieder haben und schreibt weiter seine Instant-Klischees. Willst du das?

    Also erklär mir, was ist Wehmut? Wie fühlt sich das an? Kannst du das in ein paar Versen so ausdrücken, dass du das Gefühl hast, du verwendest nicht nur Floskeln und altbekannte Schablonen? Und was ist das Gefühl namens "Szenenwechsel"?

    Reime sind natürlich äußerst einschränkend; aber es gibt viele Möglichkeiten rhythmisch zu schreiben, ohne Reime, am Anfang vielleicht Blankverse oder überhaupt frei die eigene Fantasie erkunden. Ich jedenfalls wäre gespannt, was da dann raus kommt bei dir. Also: Nix mit stillen Kämmerlein! Schön die Herausforderungen annehmen und durchhalten!

    Lieben Gruß
    albaa
    Geändert von albaa (02.07.2019 um 21:14 Uhr)

  11. #11
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    Hallo auch nochmal von mir,

    Du hast meinen Kommentar wohl übersehen? Will jedenfalls nicht hoffen, dass Du mich neuerdings ignorierst.

    Zitat Zitat von albaa
    Reime sind natürlich äußerst einschränkend; aber es gibt viele Möglichkeiten rhythmisch zu schreiben,
    So ist es. Da gibt es noch eine Menge auszuprobieren. Davon, dass ein freier Stil langweilig ist, war übrigens auch bei Albaa keine Rede. Das hast Du sehr eigenwillig in ihre Kritik hineininterpretiert.

    Magst Du jetzt vielleicht doch noch meine Frage beantworten?

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  12. #12
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    Sry ihr 2

    Gerade alles etwas stressig in der echten Welt.. daher habe ich hier evtl. auch etwas "Stress" herausgelesen ^^

    Und ja.. deinen - übrigens sehr netten - Kommentar (vielen Dank dafür) hatte ich irgendwie übersehen @Claudi.. und seit meiner Antwort war ich auch nicht mehr im Forum.. bzw.. in keinem Gedichteforum mehr. Wie gesagt.. ich dachte.. ich "lerne" erstmal für mich weiter. Anscheinend hat es mich doch wieder hierher getrieben.. zumindest zum Lesen *g*

    Zu deiner Frage: In einem anderen Forum war ein Faden.. da hatten alle "aus dem offenen Fenster" geschrieben. Da alles so schön bunt und duftend und sonnenscheinerfüllt war.. habe ich etwas melancholischere Zeilen gewählt. Wie bei fast all meinen Zeilen.. gab es eigentlich keinen vorherigen Gedanken. Ich habe aus dem Fenster geblickt.. und geschrieben, was mir eingefallen ist. Ich habe daher eigentlich auch nicht bewusst irgendwelche "Floskeln" verwendet.. sondern.. einfach gedacht.. und aufgeschrieben. Ich wollte auch kein langes Gedicht in den Faden packen.. weil dort eher kurze Gedichte zu finden waren, sonst hätte ich evtl. etwas "ausführlicher" geschrieben.

    Dass "Kritik" wichtig ist.. und man daraus lernt.. ist mir durchaus bewusst. Auch wenn meine Zeilen genervt klingen.. habe ich deine Zeilen nicht so negativ aufgefasst, wie es sich liest @albaa. Ich bin nur allgemein etwas gestresst zur Zeit.. daher im Moment auch weniger online.. und kaum am Schreiben. Mein Kopf sehnt sich gerade nach Ruhe.. und im Internet gibt es auch so viele verschiedene Meinungen.. dass es schwer ist, seine eigene zu finden und zu festigen. Auch ein "Lernen" ist nicht so leicht, wenn jeder etwas anderes sagt. Ich meine.. welcher Meinung soll man Glauben schenken? Da scheint mir der Griff zu akademischen Lehrbüchern, gepaart mit dem stillen Kämmerlein, recht vernünftig. Zudem fühlt es sich an.. als ob ich in Foren immer zu viel schreiben würde

    Also erklär mir, was ist Wehmut? Wie fühlt sich das an? Kannst du das in ein paar Versen so ausdrücken, dass du das Gefühl hast, du verwendest nicht nur Floskeln und altbekannte Schablonen? Und was ist das Gefühl namens "Szenenwechsel"?
    Was du mir mit den Fragen sagen möchtest.. ist mir auch klar. Aber eine genaue "Beschreibung".. das Finden der Worte, die bestimmte Gefühle zum Audruck bringen.. wie auch eine andere Wortwahl im Allgemeinen.. benötigen leider auch etwas Übung. Alles kann ich leider nicht von heute auf morgen lernen.. und der Wortschatz ist leider auch nicht über nacht ein anderer. Bei den Zeilen handelt es sich zudem um ein 5 Minuten Gedicht, das mir einfach gut gefällt.. daher habe ich es hier "geteilt". Wenn ich heute nochmal drüber schaue, würde ich zwar auch noch nichts an den Zeilen ändern.. aber evtl. eine weitere Strophe einbauen.. irgendwo zwischen s2 und s3

    Der "Szenenwechsel".. ist in dem Fall auch nicht nur ein Gefühl.. sondern er ist in den Zeilen vorhanden. S1 zeigt, dass man aus dem Fenster blickt, und sich an etwas erinnert. S2 sind "Gedanken".. und S3 wieder der Blick aus dem Fenster. Duch die "Pausen".. wird dieser Wechsel - zumindest von mir - auch gefühlt. Aber auch nur, wenn ich langsam lese.. und die Zeilen nicht überfliege. Ich könnte jetzt zwar auch relativ genau beschreiben, was ich beim Lesen fühle.. aber das würde dann noch um einiges länger werden.. und spät ist es auch schon. Jetzt muss ich erstmal überlegen, wie ich meiner Psychiaterin in 7 Stunden meine Gefühle erkläre

    LG, Lightning
    Geändert von Lightning (09.07.2019 um 02:14 Uhr)
    Des langen Tages Arbeitslohn
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  13. #13
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    @Lightning

    Grüße,

    ich habe eine Idee:

    Veränderung der Versanordnung, und
    zwei Kleinigkeiten im 2 Vers noch.




    Vorbei ist die Zeit,
    in der wir erinnern,
    wie unsere Farben
    gemeinsam schimmern,
    und wie sie mit Wolken
    am Himmel schweben.
    Vorbei ist die Zeit,
    das gemeinsame Leben.

    Durchs offene Fenster
    da schweben Gedanken, / schweben verändert
    ich kann dich gut sehen,
    und wie wir uns zankten. / zankten verändert

    Die Sonne geht unter,
    ich fühle den Schmerz,
    ein rötliche Treiben, /ein verändert
    zeigt ein blutendes Herz. ein verändert

    Tschüss

  14. #14
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    Hallo Horst!

    Natürlich auch an dich herzlichen Dank, für deinen Vorschlag. Aber meine Version gefällt mir bisher "leider" noch am besten. Es ist eben doch vieles Geschmackssache. Ich habe das Gedicht ja auch nicht geteilt, weil ich es verändern möchte, sondern.. weil es mir gefällt. Daher müsste mir ein Vorschlag schon sehr gut gefallen, um die Zeilen zu ändern. Auf jeden Fall müsste er mir natürlich besser gefallen, als meine eigentliche Version.. wobei ich für Vorschläge grundsätzlich natürlich immer offen bin

    LG, Lightning
    Des langen Tages Arbeitslohn
    ist die Nacht - ich schlafe schon.

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