Thema: Alp

  1. #1
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    Alp

    Todmüde ging ich heut ins Bett.
    Wenn Morpheus doch nur Mitleid hätt.
    Drum starre ich noch Stund um Stund
    kleinäugig in die graue Rund.

    Da löst sich doch aus einem Eck
    ein wunderliches Wesen keck.
    Fast Rauch und hässlich wie die Nacht,
    in die zu tauchen ich gedacht.

    Es setzt sich bald auf meinen Bauch.
    Eindringlich ist der Moderhauch.
    Ich starr es an, es muckst sich nicht,
    stell fest: Das Ding ist dingelich.

    Nun graust´s mich doch bis in die Waden.
    Das Vieh dort will mir sicher schaden.
    Versuche es weit weg zu schieben,
    doch so wie Blei, bleibt es da liegen.

    Im Zappeln gehen aus die Lichter.
    Das Ding kommt näher, immer dichter.
    Nun presst es mir noch zu die Lippen.
    Entsetzen packt mich, lässt mich kippen.

    Das Wesen knurrt, wird schwer und schwerer.
    Die Lungen werden leer und leerer.
    Die Panik reißt mich aus dem Kissen.

    Die Katze schnurrt. Sie will mich küssen.
    Geändert von amanda luna (16.07.2019 um 13:25 Uhr)

  2. #2
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    Lb. amanda Luna,

    die Albträume kommen meist in der Kindheit. Wenn erst das Leben zu einem Albtraum geworden ist, kann kein Traum mehr schrecken. Auf ein gutes Erwachen wird immer gehofft. Mit der Katze hast Du dies gut geschafft.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Hey amanda, eine nette Gruselgeschichte, weil man wirklich anfangs nicht weiss, wo es hinführt. Als Nicht-Katzenbesitzerin kann ich's nur lesend nachempfinden und nicht aus Erfahrung.
    Ein paar Fragen stellen sich mir und stelle ich dir und vielleicht gibts darauf auch glasklare Antworten, die ich einfach nicht sehe:
    Wie passen Rauch, Modergeruch und bleierne Schwere für ein und dasselbe Objekt zusammen?
    Warum geht beim Zappeln das Licht aus? Bewegungsmelder? Bzw. warum brennt überhaupt das Licht, wo das LI doch schlafen wollte?
    Wie kann das LI kippen, wo es doch eh im Bett liegt und die Katze auf dem Bauch drauf hockt?
    LG gugol

  4. #4
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    Lieber Hans,
    danke für dein Verständnis zum Thema Albtraum, mögen die Deinen immer mit guten Überraschungen enden.
    LG amanda

    Hallo gefaltete Gugol,
    das schöne an Pointen ist, dass sie am Schluss stehen... sonst wären es keine.
    Katzen lieben es sich auf ihren Lieblingsmenschen zu legen, sich auf die Tastatur zu stellen, wenn man gerade arbeitet und ihre Gunst durch Küsse zu erweisen. Wiegt der Kater jedoch einiges dann, kann das des nächtens schon zu Beklemmungen führen. Deine Fragen will ich nun glasklar beantworten, ganz nach Belieben.

    Rauch - unkenntlich, verschwommen, diffus
    Modergeruch - Geruch eine Katze aus dem Maul nach Genuss einer Maus
    bleiernde Schwere - ca. 5kg Katzengewicht, befindlich auf dem Brustkorb, die das Atmen erschweren
    Zappeln - Befreiungsversuch sich durch Drehen des Gewichts zu entledigen
    Bewegungsmelder - steht nicht im Gedicht
    Ausgehen von Lichtern - metaphorisch für im Übergang zur Ohnmacht befindlich, kannst du gern ausprobieren, auch zu erreichen durch einen Faustschlag auf die Stirn.
    Entkräftung des möglichen Einwandes: Wenn man schläft kann man nicht in Ohnmacht fallen - doch im Traum schon.
    Li kippt, weil es träumt und nicht weiß, dass es liegt.
    Übergang von wach zu Schlaf findet zwischen V1 und V2 statt.

    Ich hoffe das war glasklar genug. Vielen Dank fürs Lesen und Grübeln.

    LG amanda
    Geändert von amanda luna (29.06.2019 um 20:39 Uhr)

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