1. #1
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    Brot und Wein - Versuch mit Jim

    .



    Ringsum pulsiert die Stadt, auf belebten Plätzen und Gassen
    rauschen mit flackerndem Licht eilige Räder hinweg.
    Statt nach Hause zu gehen, genießt man lieber die Tropen-
    nacht gesellig und weinselig mit Freunden, um spät
    dann im schummrigen Park, dem Liebstem die Lust zu gestehen.
    Leicht beschwipst und bekifft schnell einen Quickie im Stehn!
    In den Gebüschen dort, sieht uns keiner, außer ein Baumgeist.

    Auf den Wiesen des Parks drängt man sich dicht um die Boom
    und das Gitarrenriff tönt weit in das Dunkel; egal, ob
    Jim für uns Liebende singt oder den einsamen Mann

    The end of laughter and soft lies
    The end of nights we tried to die
    This is the end


    rauscht das Glück in dem fetten Beat wie ein duftendes Grabmal.

    Still in dämmriger Luft ertönen geläutete Glocken*:
    Ruft uns der Finstere nun, der Zigeuner der süßesten Stunde?
    Spiel Zigan! Ein Wehn regt sich in den Wipfeln der Esche.
    Sieh dort, das Ebenbild unserer Erde! Der Mond
    reitet die blinde Schlange, die schwärmerische, die Nacht tanzt
    Mother I want to … wach, unendlich wacher als wir.
    Komm du Erstaunender dort, komm in mir, pulsierender Fremdling,
    so wie der Morgen kommt, traurig und prächtiger noch.

    People are strange when you're a stranger
    und Gesichter sind hässlich, wenn du alleine bist und ...





    *) Vers aus "Brot und Wein" von Hölderlin

    .
    Geändert von albaa (04.07.2019 um 17:39 Uhr)

  2. #2
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    Liebe albaa, ob Du Dich auch hier bemüht hast, die Distichen Hölderlins nachzuahmen oder ob Du sie frei behandlelt hast. will ich nicht nachprüfen

    Im Zusammenspiel mit den Songtexten ergibt sich aber eine ungeheure und faszinierende vitale Kraft. Gleichzeitig habe ich das Gefühl dass das Gedicht noch nicht fertig ist.

    Denn worum geht es hier eigentlich? Um zwei Liebende?
    Um ein einsames LI? um einen Kiffertraum, der zwischen beiden Polen schwankt?

    So dacht ich
    Liebe Grüße
    Onegin
    Geändert von Onegin (29.06.2019 um 08:58 Uhr)
    Love´s not Time´s fool W. S.

  3. #3
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    Hallo albaa,
    mir gefällt das; es gibt nichts besseres als "Brot und Wein";
    Gleichnis von aufrichtig wahrhaftiger Liebe -Leben.
    Glücklich, der Mensch, der dies so, pur, in "Vollendung" -befreit, von den Schalen der Eitelkeit- findet.
    Gern gelesen, weiter nachdenkend.
    Beste Grüße
    lautmaler

  4. #4
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    Liebe Albaa,

    hier nochmal Hölderlins Brod und Wein zum Vergleich. Ich werde sicherlich auch noch dazukommen, habe nur im Moment nicht die Zeit, genauer hinzuschauen. Was mir auf den ersten Blick auffiel, war das unpersönliche "man", das sich wahrscheinlich auf alle Anwesenden bezieht. Da würde ich mir mehr die Vereinzelung wünschen (der tut dies, der andere das, eine dritte Person/Gruppe etwas anderes).

    Auch für Wortspiele wie "gesellig weinselig" ist die Form, glaube ich, nur sehr bedingt geeignet. Ich musste da an mein Kloschüsselgedicht denken, das sich nur in der freien Form richtig entwickeln konnte. Vor "weinselig" wären wohl zwei unbetonte Silben vorteilhaft? Vielleicht noch ein "und" dazwischen? Nicht, dass "wein" nicht klar betont wäre, aber "selig" käme für mich dann besser heraus.

    LG Claudi
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  5. #5
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    Hallo ihr Lieben,

    Ich drückte mich ein bisschen um eine Antwort, weil ich selbst noch nicht genau weiß, was ich davon halten soll

    Sprich, ich kann also wenig zur Verteidigung dieses Textes sagen.

    Vielleicht doch ein paar Dinge, die mir wichtig erscheinen: Ich habe nicht wirklich an den Versen gefeilt; ein paar Verse sind metrisch sehr ungewöhnlich geraten; ich hatte eigentlich geplant, wenn der Text fertig ist, noch wirklich zu feilen - es sind auch nicht alles Distichen. Mir sind in der Mitte dann aber irgendwie die Verse vom Jim Morrison in die Quere gekommen und dann hat das so was ... Eigenes bekommen, das du Onegin vermutlich als "unfertig" wahrgenommen hast, oder auch als nicht stringent. Dabei ist es durchaus stringent, auf seine Art, wie soll ich sagen, in seiner Unfertigkeit eben; was ist am Ende schon vollendet, das meiste ist einfach nur aus, es hört eben auf?

    @Lautmaler, dein Zugang erstaunt mich sehr. Hab ich das wirklich geschrieben? Ich bin einverstanden .

    @Claudi, Das "man" ist hier bewusst als ein Stilmittel eingesetzt, um die "Gesichtslosigkeit" oder "Anonymität" in der Stadt nachzuzeichnen (und Hölderin schreibt diesen ersten Teil ja auch unpersönlich "die Menschen", "Und von Werken der Hand ruht der geschäftige Markt", "ein Liebendes oder ein einsamer Mann"...); also zB "man" weiß also, dass "man" sich in lauen Nächten (oder moderner vielleicht Tropennächten) im Park trifft und sich um die Boom schart (seltener wird auch noch Gitarre gespielt) und dann geht man auch hin. Aber mir ist schon klar, dass diese Feinheiten des "man-Gebrauchs" hier nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind und ich habe auch mit so einem Einwand gerechnet, weil ich die allgemeine "man-Phobie" in den Foren - auch von mir selbst - ja kenne. Es muss auch so nicht gefallen, aber das "man" möchte ich hier jedenfalls nicht ändern.

    Herzlichen Dank für euer Feedback!

    Lieben Gruß
    albaa
    Geändert von albaa (01.07.2019 um 07:40 Uhr)

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