1. #1
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    Die Sache mit den Eiern

    Die Sache mit den Eiern

    Ich scheiß auf dich
    Gudrun saß auf mir und
    fickte mich wie von Sinnen.
    Ich scheiß auf dich.
    Ich scheiß auf dich.Keine Ahnung was sie wollte,
    keine Ahnung, warum sie auf mir gelandet war.

    Jedenfalls saß sie da,
    tanzte wie verrückt auf mir
    und versuchte
    mich zu überzeugen,
    dass es genau das war,
    was ich immer schon wollte.
    Du scheiß arrogantes Arschloch,
    ich scheiß auf dich.


    Die Minuten vergingen
    und ich überlegte, wie ich das Desaster
    irgendwie in eine Form der inneren Akzeptanz
    bringen konnte.
    Mir fiel nichts ein.
    Meine Eier taten mir weh,
    weil sie immer wieder hoch sprang
    und mit einem krassen Klatschen
    ihres fetten Arsches genau
    auf meinen Eiern landete.
    Ich mach die fertig, du Hurensohn,
    ich hol's aus dir raus, du Sack
    .

    Nach weiteren 45 Minuten sehnte ich mich
    nach Pizza und Cola.
    Hunger kann so ein dominantes Gefühl werden,
    dass selbst die tollste Dinge zur Nebensache werden.
    Aber Elvira war in Trance.
    Schweiß lief ihr von der Stirn,
    am Hals entlang,
    über ihre Brüste hinunter.
    Sammelte sich an der Bauchfalte
    und lief dann weiter unter ihre Muschi.
    - Klatsch - klatsch - klatsch -
    machte es weiter und mein Unterleib
    verabschiedete sich in einen
    Zustand der nahe der Anästhesie war.
    Ich komme du Sau
    Ich komme. Ich komme.
    Ich fick dich tot
    .
    Aber sie kam nicht.
    Natürlich nicht.

    Ich versuchte während sie mich immer härter ritt
    das Telefon in die Finger zu bekommen.
    Ich streckte den Arm aus und er tat weh,
    aber ich gab nicht auf.
    Nach zehn Minuten hatte ich es geschafft.
    "Eine Tonno groß mit Zwiebeln
    und ne Cola....was? Ne ne große ein Liter.
    Kümmersweg 18, wie immer
    ."

    Eine halbe Stunde später schellte es.
    Ich schob Elvira von mir runter und ging zur Türe.
    Es war Frühling.
    Ich umarmte den Boten, nahm in fest in meinen Arm und
    bedankte mich innig.
    Er sah mich verwundert an und meinte nur: 9,80 Euro.
    Ich gab ihm 20 Euro
    und ging zurück ins Zimmer.
    "Auch ein Stück?"

    Ich war gerettet.
    Vielleicht nur für Minuten,
    aber es war ein gutes Gefühl.

  2. #2
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    Beiträge
    200
    Hallo Lyders,

    die Form taugt nicht als Gedicht aber als Kurzgeschichte interessant.
    Warum aus Gudrun nun Elvira wird bleibt Dein Geheimnis. Das LI gewinnt der Sache eher einen technischen Aspekt ab. Das kommt deutlich rüber. Die Krönung wäre ein Stück Verachtung für die Karla auf dem Bauch oder den Vorgang an sich.
    Romantik geht sicher anders, später, wenn das LI genug von der technischen Umsetzung mit Barbara und Ilona hat.
    Die Wendung am Ende ist nachvollziehbar. Clothilde rauszuschmeißen um in Ruhe zu essen auch.
    VG amanda

  3. #3
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    1.353
    Hallo Lyders!

    Auch hier: Ich fühle mich gut unterhalten. Es ist trotz der Länge kurzweilig zu lesen. Erotisch ist es nun ja nicht, sondern vielmehr urtraurig.
    Ich habe eigentlich hier noch nie ein so traurige Erotikgeschichte gelesen. Und da gibt es schon sehr feine Dinge in dem Text, wie er diese traurige Situation der "Liebenden" transportiert wird. Es scheint nur auf den ersten Blick als ein seelenloser Fick - die Protagonisten suchen vermutlich mehr als das, aber sind chancenlos; ich vermute tiefsitzende psychisches Probleme, wobei die Agressivität der Gudruns/Elviras extrem verstörend ist, aber auch diese Opferrolle des LI, als hätte es etwas "abzudienen" an Frauen solcher Art. Am traurigsten finde ich die Szene, wie das LI den Pizzazusteller umarmt; das ist so ziemlich die traurigste Art, wie man Bindungslosigkeit und Einsamkeit verbildlichen kann - chapeau!- und sie wirkt noch extremer angsichts: Kümmerweg 18, wie immer" - wobei ich den Straßennamen doch schon ein bisschen übertrieben finde. Und vielleicht hätte es mit "Auch ein Stück?" enden sollen? Es wäre wohl auch so klar, dass die Protas vorübergehend ihre Geißel vergessen (?). Es gäbe wohl noch viel zu sagen, aber ich mache erst einmal Schluss und lasse für die anderen auch noch was über.

    Jedenfalls ist das ein tiefsensibler Text, der eine Sogwirkung hat, der ich mich nicht entziehen konnte!

    Lieben Gruß
    albaa

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