1. #1
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    O, diese törichten Dinge


    O, diese törichten Dinge

    möchte ich alle zur gleichen Zeit tun:
    Ein Glas Champagner leeren,
    ein Stück Schwarzwälder Kirsch verzehren,
    mich in das Make-up meiner Rosen versenken,
    ihr Lächeln meinen Freunden schenken,
    barfuß den Morgentau von Wiesen genießen,
    als Bach rückwärts zur Quelle fließen,
    den Wind auf Reisen begleiten,
    mit ihm auf einer Wolke reiten.

    Möchte viele Dinge auf einmal tun:
    Selig im Schoß der Geliebten ruhn,
    einen Paradiesapfel mit ihr verzehren
    und Beethovens Neunte hören.
    Eine Form von Glück?
    In jedem Fall schlürf ich,
    was ringsum voller Wunder lebt,
    mit allen Sinnen in meine Brust
    und spüre, wie das Herz darin
    vor Lust und Freude bebt.

  2. #2
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    Hallo Carolus,
    mir gefällt Dein Gedicht "O, diese törichten Dinge". Aber sind diese Dinge "töricht"- ich meine nicht, wenn "töricht" im herkömmlichen Sinne verstanden wird. Das Leben meint es doch gut mit uns, wenn wir diese wundervolle Dinge alle tun können. Interessant finde ich die Zweiteiligkeit
    "möchte ich alle zur gleichen Zeit tun:"
    "Möchte viele Dinge auf einmal tun:"
    Empfinde ich als eine Art Steigerung der Lebenslust und Freude -Ja, Lust und Freude ist so wertvolles"Gut"!
    Beste Grüße
    lautmaler

  3. #3
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    Beethovens Neunte?? Im Ernst?
    KP
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  4. #4
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    Hallo Lautmaler,

    ich hatte den Titel der Jazz-Ballade "These foolish things" aus der Mitte der dreißiger Jahre im Sinn, als ich den Text niederschrieb.
    Im Gegensatz zur melancholischen Stimmung der Melodie wie des Textes dieser Ballade wollte ich einen freudigen Paukenschlag. Während der Inhalt des Stücks aufgrund von Kleinigkeiten die Vergangenheit einer liebenden Begegnung beschwört, wollte ich aus einem besonderen Gefühl der Dankbarkeit im Augenblick "viele Dinge auf einmal tun", "eine Art Steigerung der Lebenslust und Freude", wie du treffend bemerkst.
    Ich denke, im Adjektiv "foolish" steckt auch der Tor "fool", ein Mensch, der viele Dinge anders sieht und häufig nicht rational handelt. Die sich im Deutschen anbietenden Synonyme geben m. E. den spezifischen Sinn nicht wieder.

    Vielen Dank für deine einfühlsamen Zeilen!
    Lieben Gruß
    Carolus

  5. #5
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    Hallo Carolus,
    welch bezaubernde Verquickung, das macht mich sprachlos. Nun, mit diesem Hintergrundwissen, gefällt es mir in seiner Fülle
    noch bedeutend besser!
    Abermals gern, mit noch anderen "Bildern" vor dem inneren Auge und etwas 9. B. v Ludwigs Musik im Blut... gelesen.
    Beste Grüße
    lautmaler

    PS gewiss denke ich nun nach über den Unterschied von "töricht" und "albern"... wie töricht
    Geändert von lautmaler (02.07.2019 um 15:53 Uhr)

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