1. #1
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    Mittag vorüber

    Mittag vorüber
    Auf dem Tisch die Karotten
    Bunt? Nein, orange

    Vögel fallen still
    Aus den Wolken in den Schlaf
    Wiegt mich die Schwüle

    Krähenfeder liegt
    Sorgsam hebe ich sie auf
    sie spricht mir von dir

    Abends im Walde
    singt mir der Schneeleopard
    vom Himalaya

    Gras wächst geräuschlos
    Morgen ist auch noch ein Tag
    Holla, die Waldfee

  2. #2
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    Hallo Kaspar

    Mittag vorüber gefällt mir außerordentlich gut. Warum? Die Bilder sprechen an. Sie wirken rätselhaft ( also wie das richtige Leben) und sind lakonisch. Es geht inhaltlich um Verlusterfahrungen, um Vorwegnahme von Einsamkeit und Tod. (der Schneeleopard, Himalaya, das Gras)


    Mit "holla die Waldfee" katapultiert sich dss Gedicht aus dieser Stimmung heraus. Das ist aber keine Kritik, sondern beschreibt einfach ein Verfahren, wie man ein Gedicht beenden kann. Es handelt sich nach Meinen Ohren um einen Ausdruck aus Berlin, der Überraschung nicht unbedingt negativer Art ausdrücken soll.

    Insgesamt kommt mir das Gedicht nicht sehr japanisch vor.

    Gruß Onegin
    Geändert von Onegin (01.07.2019 um 12:32 Uhr)
    Love´s not Time´s fool W. S.

  3. #3
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    Die Japanizität beweist sich schon darin wie wir uns alle daran festklammern wie man etwas sagen kann, dass auch ohne Sprachbarriere nicht völlig umsonst gewesen es wäre. Sollte die Waldfee ihr Dictionary vergessen haben, um aus dem Text das zu lesen was ich in der S2 sehe um mich reinzudrehen was der Schneeleopard meinen könnte. Ziemlich weit gereist ist er ja schon.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Japanizistisch sind für mich allenfalls die vielen Mythen, welche angehäuft werden.
    Was dabei klar werden muss: Keiner der alten Mythen schafft es, so viel zu transportieren wie das "Holla, die Waldfee" oder das "Morgen ist auch noch ein Tag".
    Danke fürs Lesen
    KP

  5. #5
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    Dann könnte uns ja das meiste egal sein. Sorry drum da noch was finden zu wollen.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

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