Die wichtigsten Gegensätze in der menschlichen Gesellschaft sind Armut und Reichtum, sowie meist damit im Zusammenhang stehend, Herrschaft (Macht) und Dienerschaft (Ohnmacht, Abhängigkeit). Sinnvolle Gerechtigkeitsgedanken gehen dahin, dass diese Unterschiede von gleichen Chancen ausgehend, verdienter Massen sein sollten. Armut und Dienerschaft sollte eine Folge von falschem Handeln oder unterlassener Leistung und Mühe als Belehrung, Aufgabe und Pflicht verstanden werden, um seine persönliche Lage diesbezüglich durch Leistung und Mühe zu verbessern. Für alle sollte die Möglichkeit und ein ständiger Anreiz (Motivation) bestehen, seinen persönlichen Reichtum und seine Macht zu mehren. Werden diese Ideale angestrebt, so werden sie für die menschliche Gesellschaft wegen des großen Leistungsanreizes (Motivation-auslösen) von sehr wachstumsförderndem (Güte-mehrendem) Nutzen sein. Die Unterschiede die von Geburt an bestehen, sollten als Natur-gewollt (gottgewollt) akzeptiert werden. Falls sie als nachteilig empfunden werden, sollten sie auch als Belehrung und Anreiz verstanden werden, durch mehr Mühe und Aufwand die Entwicklung hierzu möglichst positiv zu beeinflussen. In Anbetracht der großen Unterschiede von Einzelnen sowie auch von ganzen Völkern, in Bezug auf Macht und Reichtum, kommt die Frage auf, welche soziale und moralische Pflicht zur Hilfeleistung oder zur Ausgleichshilfe besteht und geschehen sollte. Die vorrangigste und wichtigste Pflicht ist immer die Verantwortung für sich selbst, was bedeutet, das eigene Wohlbefinden und die eigene Güte zu erhalten und zu mehren. Für die Menschheit bedeutet dies, die Aufgabe wahrzunehmen, die Macht- und Reichtumsverteilung anzustreben, die einer dem entsprechenden positiven Entwicklung der Menschheit insgesamt am besten dient. Als Hindernis steht dem oftmals das Verständnis der Eigenverantwortung von Einzelnen entgegen, die diese Eigenverantwortung entsprechend ihrem Verständnis wahrnehmen. Diese Einzelnen wirken für ihr Vorteils Verständnis oft unerkannt ausgleichs- und entwicklungshemmend in ihrer Gesellschaft. Die Reichen und Mächtigen haben die sicher berechtigte Befürchtung, dass
1. Veränderungen für sie nachteilig sein könnten und
2. Sie bei einer Gesamtverbesserung nicht überproportional beteiligt sein würden.
Zum eigenen vermeintlichen Vorteil (Wachstum) wird von Reichen und Mächtigen nicht selten auch Schaden (Ausgleichs- und Entwicklungsschaden für ihre Gesellschaft in Kauf genommen oder sogar herbeigeführt. Reichtum und Macht kann verdientermaßen sein oder als Nachfolge, als Mitfolge, Anhängerschaft oder durch Zufall und erworben sein. Das natürliche Erhaltungs- und Erweiterungsstreben von Macht und Reichtum ist der hauptsächliche Grund für Armut und Dienerschaft (Sklaverei) in der Menschheit. Weitere Gründe sind zufällige Ungleichheit (Unglück und Folgen), Trägheit, Motivation-mangel und falsches Handeln. Der größte Fortschritt der Menschheit und auch eine wichtige Voraussetzung für diesen, ist die wachsende Zahl der gut und leistungsbefähigt lebenden Menschen . Leider ist es so, dass mit dem Wachstum der Menschheit auch die Ungleichheiten gewachsen sind. Sicher weit mehr als die Hälfte aller Menschen ist so sehr mit ihrem Überleben beschäftigt, dass für sie ein positiver Beitrag für die Gesellschaft oder die Menschheit nur sehr bedingt möglich ist. Bei seinem Umdenken, von einer materiellen Wertschätzung zu einer vorrangig geistigen Wertschätzung, die auch die Unterschiede von materiellem Reichtum und Armut, sowie dadurch bedingter Macht und Dienerschaft verringern würde, wäre es auch sicher, dass sich der vorwiegend materielle, aber auch der nicht materielle Gesamtbereich und die Gesamtmacht sehr schnell erweitern würden, sodass dadurch der Menschheit in schon naher Zukunft fantastische und ungeahnte Möglichkeiten offenständen.
Fazit
Unüberwindbare feststehende Unterschiede sind entwicklungsschädlich, überwindbare und variable Unterschiede dagegen sind ein häufiger Grund für Leistungsanreize und Motivation, die eine wichtige Voraussetzung für Wachstum und Fortschritt neben dem Potenzial der Einzelnen und der Gesellschaft sind.